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31.05.2017

UBA-Messdaten zu Dieselfahrzeugen lassen keine Rückschlüsse auf Stickoxid-Ausstoß von Kfz-Modellen zu

UBA-Messdaten zu Dieselfahrzeugen lassen keine Rückschlüsse auf Stickoxid-Ausstoß von Kfz-Modellen zu. Das BMUB widerspricht einem Bericht von Spiegel Online, wonach bei Messdaten des UBA bestimmte Diesel-„Modelle“ im Abgastest „auffällig“ gewesen sind.

Das BMUB widerspricht einem Bericht von Spiegel Online, wonach laut Messdaten des Umweltbundesamtes bestimmte Diesel-"Modelle" im Abgastest "auffällig" gewesen seien. Die Schlussfolgerungen von Spiegel Online aus den Messungen sind unseriös und irreführend. Das Bundesumweltministerium stellt dazu klar:

Spiegel Online verkennt, dass die Messungen des Umweltbundesamtes nicht darauf ausgelegt waren, repräsentative Aussagen zu einzelnen Modellen zu machen. Sinn der Abgasmessungen des UBA war es, einen repräsentativen Durchschnitt über den gesamten Fahrzeugbestand zu erhalten, nicht aber einzelne Modelle zu bewerten. Deshalb war es ausreichend, nur jeweils ein Fahrzeug pro Modell zu messen. Mit einer einzelnen Messung kann man aber keine allgemeinen Aussagen zu einem ganzen Modell treffen. Wollte man Aussagen über die Stickoxid-Emissionen eines Modells treffen, müssten mehrere Fahrzeuge des gleichen Typs unter gleichen Bedingungen vermessen werden.

Darum haben wir bei der Vorstellung der Messergebnisse im April bewusst darauf verzichtet, einzelne Modelle zu nennen. Weil einige Medienvertreter anschließend einen Antrag auf Herausgabe der Daten nach dem Umweltinformationsgesetz gestellt haben, hat das Umweltbundesamt die Liste an diesem Mittwoch herausgeben. Gleichzeitig haben wir den Fragestellern, darunter Spiegel Online, in einem Briefing die Zielsetzung der Messdaten erläutert.

Warum haben wir die Emissionen gemessen?
Als Bundesumweltministerium sind wir zusammen mit dem Umweltbundesamt für die Luftreinhaltung zuständig. Wir müssen also wissen, wo die Stickoxidbelastung in der Luft herkommt, damit die Städte entsprechende Gegenmaßnahmen ergreifen können. Dem dient das sogenannte Handbuch für Emissionsfaktoren, das das Umweltbundesamt mit anderen europäischen Behörden erstellt hat. Dafür hat das UBA die Abgasmischungen von 24 Euro-5-Diesel-Fahrzeugen und 25 Euro-6-Diesel-Fahrzeugen, die häufig vorkommen, auf der Straße gemessen.

Was ist dabei herausgekommen?
Wir haben aus unseren Messungen an Einzelfahrzeugen sowie denen unserer Partnerorganisationen ein seriöses Bild für die durchschnittlichen Emissionen der Euro-5-Dieselflotte beziehungsweise der Euro-6-Dieselflotte gewinnen können. Das ist wichtig, weil wir so wissen, dass der Anteil der Dieselfahrzeuge an der Stickoxid-Belastung in den Städten deutlich höher ist als bislang gedacht.

Was kann man nicht daraus lesen?
Man kann aus den Daten keine Schlussfolgerungen für einzelne Modelle oder Fahrzeugtypen ziehen. Dazu sind die Daten nicht repräsentativ. Wenn man Aussagen zu einzelnen Fahrzeugtypen machen wollte, müsste man mehr und anders messen. Das ist allerdings nicht unsere Aufgabe als Bundesumweltministerium.

Fazit
Das Ergebnis der Untersuchungen lässt keine Schlussfolgerungen auf einzelne Modelle zu. Wohl aber ist deutlich belegt, dass sowohl Euro 5 als auch Euro 6 Dieselfahrzeuge im Schnitt die Grenzwerte deutlich überschreiten. Deshalb fordert Bundesumweltministerin Barbara Hendricks eine Nachbesserung sowohl der Euro 5 als auch der Euro 6 Fahrzeuge durch die Hersteller. Die Zuständigkeit dafür liegt beim Bundesverkehrsminister.

31.05.2017 | Pressemitteilung Nr. 188/17