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21.10.2020

Neue Abwassertechnik für Schlacke-Recyclate

Anlage der Firma
Das BMU fördert mit rund 2,5 Millionen Euro eine neuartige Abwasseraufbereitung in Sachsen-Anhalt. Sie führt zur Einsparung von Grundwasser und Energie sowie zur Verbesserung der Recyclate von Schlacken.

Das Bundesumweltministerium fördert mit rund 2,5 Millionen Euro aus dem Umweltinnovationsprogramm eine neuartige Abwasseraufbereitung der Neumann Transporte und Sandgruben GmbH & Co. KG in Burg (Sachsen-Anhalt). Sie führt zur Einsparung von Grundwasser und Energie sowie zur Verbesserung der Recyclate von Schlacken aus Müllverbrennungsanlagen.

Der Parlamentarische Staatssekretär Florian Pronold: "Der Klimawandel macht sich auch in Deutschland bereits deutlich bemerkbar und erfordert, dass wir unseren Umgang mit Wasser überdenken. Vor diesem Hintergrund sind Innovationen, die den Verbrauch gerade bei wasserintensiven Prozessen senken, besonders wichtig und wertvoll."

Das mittelständische Logistikunternehmen Neumann Transporte und Sandgruben GmbH & Co. KG gehört zur Neumann Gruppe und ist unter anderem als Dienstleister in der Entsorgungs- und Recyclingwirtschaft tätig. In Reesen (Sachsen-Anhalt) betreibt es derzeit eine Schlackenaufbereitung, in der die Rückstände (Schlacke) aus Müllverbrennungsanlagen einen innovativen Nassaufbereitungsprozess durchläuft. Die Schlacken-Nassaufbereitung ist ein wasserintensiver Prozess, bei dem Abwässer mit großen Salzmengen entstehen.

Bisher werden die prozessbedingten Abwässer aufwändig per Straßentransport in eine Industriekläranlage befördert und entsorgt. Für den Aufbereitungsprozess der Schlacke wird Frischwasser benötigt, das aktuell dem Grundwasserreservoir entnommen wird.

Um den Transportaufwand für die Abwässer zu vermeiden und die Grundwasserentnahme zu minimieren, plant das Unternehmen mittels neuartiger Abwasseraufbereitung einen nahezu geschlossenen Stoffkreislauf zu schaffen. Gleichzeitig ist damit auch eine verbesserte Qualität des Rückstandes zu erwarten und damit eine bessere Verwertbarkeit. Das mittels Umkehrosmose entstehende Konzentrat soll in einer mehrstufigen Vakuumverdampfungsanlage in Magdeburg am Hafenbecken 1 behandelt werden. An diesem Standort können Synergien mit einer nahegelegenen Abfallverbrennungsanlage genutzt werden, wie beispielsweise die Abwärme aus der Kraft-Wärme-Kopplung.

Ziel der Innovation ist, den Einsatz von Frischwasser nahezu vollständig zu ersetzen und weitgehend auf Grundwasserentnahmen zu verzichten. Zusätzlich sollen Lärmemissionen, Energieverbrauch und Deponievolumen reduziert werden. Mit der Umsetzung des Projekts sollen jährlich 1.728 Tonnen CO2-Äquivalente, also etwa 86 Prozent im Vergleich zum herkömmlichen Verfahren, eingespart werden.

Mit dem Umweltinnovationsprogramm wird die erstmalige, großtechnische Anwendung einer innovativen Technologie gefördert. Das Vorhaben muss über den Stand der Technik hinausgehen und sollte Demonstrationscharakter haben.

21.10.2020 | Pressemitteilung Nr. 186/20 | Produkte und Konsum