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06.09.2019

Mehr Natur in Kindertagesstätten: Jung und Alt schaffen gemeinsam Naturoasen

Gruppe von Kindern bei der Gartenarbeit mit einer Lehrerin
Mit dem Projekt "Kita-Naturbotschafterinnen und -botschafter" lernen Kinder unterstützt von Seniorinnen und Senioren mehr über die Natur und die Bedeutung der biologischen Vielfalt.

Seniorinnen und Senioren, die sich ehrenamtlich engagieren möchten, können sich in einem neuen Projekt im Bundesprogramm Biologische Vielfalt zu Kita-Naturbotschafterinnen und -botschaftern ausbilden lassen. Sie werden darin geschult, Kinder in Kindertagesstätten mit konkreten Naturschutzaktionen für die biologische Vielfalt zu begeistern. Das Projekt der Landesverbände Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Saarland des Naturschutzbund Deutschlands (NABU) wird bis 2025 vom Bundesumweltministerium mit 1,48 Millionen Euro gefördert und vom Bundesamt für Naturschutz inhaltlich begleitet.

Kindertagesstätten übernehmen eine wichtige Funktion in der frühkindlichen Bildung, allerdings spielen das Erleben und der Schutz der Natur dabei oft nur eine untergeordnete Rolle. Mit dem Projekt "Kita-Naturbotschafterinnen und -botschafter – mehr Natur in Kitas" soll sich das jetzt ändern.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze: "Durch das Projekt können Kinder die Natur auf einfache und sehr praktische Weise hautnah erleben. Jung und Alt gestalten gemeinsam die Außenbereiche der Einrichtungen und legen zum Beispiel Wildbienenoasen an. So lernen die Kinder von klein auf einen respektvollen Umgang mit der Natur."

BfN-Präsidentin Prof. Dr. Beate Jessel: "Der generationenübergreifende Ansatz ist dabei elementar: Indem Menschen älterer Generationen ihre Kenntnisse, Lebenserfahrung und Zeit einbringen, um Kita-Kindern die Natur nahezubringen, wird neben dem Bewusstsein für die biologische Vielfalt zugleich der gesellschaftliche Zusammenhalt gestärkt."

Im Juli 2019 ist das Projekt gestartet. Voraussichtlich im Januar 2020 sollen die ersten Ausbildungsgänge in sieben Regionen in Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und dem Saarland beginnen. Geplant sind jeweils acht Workshop-Termine im ersten sowie drei Termine zum Erfahrungsaustausch im zweiten Ausbildungsjahr. Vermittelt werden dabei sowohl Hintergrundinformationen zu heimischen Tier- und Pflanzenarten und deren Schutz als auch kreative Ideen und hilfreiche Tipps zur kindgerechten Umsetzung von Praxisprojekten. Indem die Teilnehmenden darüber hinaus in den Workshops beispielhaft Projekte – etwa die Entwicklung einer Wildbienenoase oder die Anlage einer wilden Naschhecke – planen, umsetzen sowie Feedback dazu erhalten, werden sie umfassend auf den Einsatz in den Kitas vorbereitet.

Bereits in der Ausbildungsphase knüpfen die Seniorinnen und Senioren Kontakte zu Kitas vor Ort und beginnen ihr Engagement in einer Paten-Kita ihrer Wahl. Dabei werden sie eng von den Projektmitarbeitenden begleitet. Zusätzlich werden Eltern als Tandempartner zur Unterstützung der Seniorinnen und Senioren oder bei Eltern-Kind-Aktionen einbezogen, um die Wirkung in den Einrichtungen zu verankern und in das Wohnumfeld der Kinder zu transportieren. Auch weitere öffentlichkeitswirksame Aktivitäten und eine Vernetzung mit verschiedenen Akteuren sollen das Projekt in die Breite tragen.

Insgesamt sollen in der sechsjährigen Projektlaufzeit bis zu 350 Kita-Naturbotschafterinnen und -botschafter ausgebildet werden und ein Abschlusszertifikat erhalten. Neben einem Handbuch, das zu Projektbeginn als Leitfaden zur Ausbildung entwickelt und auf Basis der gemachten Erfahrungen laufend angepasst wird, erhalten die Freiwilligen eine intensive Betreuung durch die Projektmitarbeitenden während der Schulungen und ihrer Einsätze in den Kitas. Die Projektdurchführenden erhoffen sich, dass das Engagement in den Kitas auch im Anschluss an die Ausbildung von den Seniorinnen und Senioren möglichst langfristig aufrechterhalten wird.

Das Bundesprogramm Biologische Vielfalt

Die Umsetzung der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt (NBS) wird seit 2011 durch das Bundesprogramm Biologische Vielfalt unterstützt. Gefördert werden Vorhaben, denen im Rahmen der NBS eine gesamtstaatlich repräsentative Bedeutung zukommt oder die diese Strategie in besonders beispielhafter Weise umsetzen. Die geförderten Maßnahmen tragen dazu bei, den Rückgang der biologischen Vielfalt in Deutschland zu stoppen und mittel- bis langfristig in einen positiven Trend umzukehren. Sie dienen dem Schutz und der nachhaltigen Nutzung sowie der Entwicklung der biologischen Vielfalt und gehen über die rechtlich geforderten Standards hinaus. Akzeptanzbildende Maßnahmen der Information und Kommunikation tragen dazu bei, das gesellschaftliche Bewusstsein für die biologische Vielfalt zu stärken.

06.09.2019 | Pressemitteilung Nr. 149/19 | Naturschutz/Biologische Vielfalt
Gemeinsame Pressemitteilung mit dem Bundesamt für Naturschutz