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11.12.2019

Kolumbien, Deutschland, Norwegen und das Vereinigte Königreich verstärken ihre Bemühungen um eine Verringerung des Waldverlusts in Kolumbien

Schichten des tropischen Regenwaldes
Deutschland, Norwegen und das Vereinigte Königreich werden bis zu 360 Millionen US-Dollar beisteuern, um Kolumbien bei der Erreichung seiner ehrgeizigen Ziele zur Verringerung der Entwaldung zu unterstützen.

Kolumbien setzt sich ehrgeizige Ziele, um den Waldverlust zu reduzieren und umfassende Programme zur Unterstützung der Wälder und ethnischer Gruppen auf den Weg zu bringen. Deutschland, Norwegen und das Vereinigte Königreich werden bis zu 360 Millionen US-Dollar zur Verfügung stellen, um Kolumbien bei der Erreichung der Ziele zu stärken.

Die Gemeinsame Erklärung, die heute unterzeichnet wird, verlängert die Zusammenarbeit zwischen Kolumbien, Deutschland, Norwegen und dem Vereinigten Königreich in den Bereichen Klima und Wald bis 2025. Die Partnerschaft wurde 2015 bei der Klimakonferenz in Paris ins Leben gerufen.

"Dank dieser Allianz gewinnt Kolumbien den Kampf gegen die Entwaldung, und es wurde ein Nationaler Rat zur Bekämpfung der Entwaldung und anderer damit verbundener Umweltverbrechen (CONALDEF) eingesetzt. In dieser neuen Phase der Kooperation mit Deutschland, Norwegen und dem Vereinigten Königreich werden wir unsere Kapazitäten zur Reduzierung des Waldverlustes auf lokaler Ebene weiter stärken, und so den sozialen und wirtschaftlichen Nutzen fördern," erläuterte Ricardo Lozano Picón, Minister für Umwelt und Nachhaltige Entwicklung Kolumbiens.

Die Erneuerung der Erklärung spiegelt Kolumbiens Pläne wider und stärkt diese. Die signifikante Zunahme der Entwaldung seit 2016 aufgrund jüngster Entwicklungen in einigen Regionen, insbesondere im Amazonasgebiet, soll entschieden bekämpft werden. Mit der Erneuerung der Erklärung wird auch die Trendwende anerkannt, die Kolumbien bei der Entwaldung erreicht hat – von 2017 auf 2018 ging der Verlust von Waldgebieten um 10 Prozent zurück.

Kolumbien berichtet, dass sich der positive Trend 2019 fortsetzt. Im dritten Trimester 2019 sind die Entwaldungswarnungen im Amazonasgebiet im Vergleich zum gleichen Vorjahreszeitraum um 12 Prozent zurückgegangen.

Ola Elvestuen, Klima- und Umweltminister Norwegens, unterstrich: "Kolumbiens Ambition und Engagement, die Entwaldung zu reduzieren, ist von globaler Bedeutung. Wir können das Problem Klimawandel nicht lösen, wenn wir den Waldverlust nicht stoppen. Die internationale Staatengemeinschaft sollte sich jetzt verstärkt darum bemühen, Jahr für Jahr Milliarden Dollar zu mobilisieren, um die Waldländer zu unterstützen, denen es gelingt, die Emissionen zu reduzieren."

Die kolumbianische Regierung versteht den Kampf gegen Entwaldung als staatliche Aufgabe und zeigt so ihre Entschlossenheit, die Zunahme der Entwaldung durch einen mehrdimensionalen Ansatz umzukehren.

Kolumbien wird ein breites Spektrum an Maßnahmen in den Gebieten umsetzen, die am stärksten von Entwaldung betroffen sind. Mit einer Fläche von fast 60 Mio. Hektar sind die Naturwälder Kolumbiens Heimat zahlreicher Tier- und Pflanzenarten und gehören zu den Regionen mit der weltweit größten Artenvielfalt. In den Wäldern leben auch lokale Gemeinschaften und indigene Gruppen mit einem reichen kulturellen Erbe.

Bis 2022 wird Kolumbien die Wiederherstellung von 200.000 Hektar in die Wege leiten, Gebiete unter nachhaltiger Bewirtschaftung ausdehnen und Kleinbauern bei einer nachhaltigen Produktion unterstützen. In den Pufferzonen des Amazonasgebiets wird es Maßnahmen zur Erhaltung der Wälder ausweiten und die Wiederherstellung beschleunigen.

Zur Unterstützung der kolumbianischen Bemühungen, den Waldverlust zu reduzieren und eine nachhaltige Entwicklung zu fördern, werden die drei europäischen Länder bis 2025 insgesamt bis zu 366 Millionen US-Dollar zur Verfügung stellen. Hierbei sind bis zu 260 Millionen US-Dollar für erzielte Emissionsminderungen vorgesehen, und bis zu 106 Millionen US-Dollar als Beiträge zur Erreichung der politischen Ziele beziehungsweise für die Umsetzung entsprechender Maßnahmen.

Die deutsche Bundesumweltministerin Svenja Schulze begrüßt den kolumbianischen Ansatz zum Schutz tropischer Wälder:

"Wir sind vereint in unserem Bestreben, den zunehmenden Druck auf die Wälder zu stoppen und deutlich zu machen, dass unsere Länder entschlossen sind, ehrgeizige Klimaschutzmaßnahmen zu unterstützen. Wir sind überzeugt, dass sich florierende Volkswirtschaften und gesunde Ökosysteme gegenseitig bedingen."

In der heute unterzeichneten Erklärung wird auf verschiedene nationale Ziele verwiesen, unter anderem:

  • Bis 2022 wird Kolumbien weitere 195.000 Hektar in sein Programm für Zahlungen für Ökosystemdienstleistungen aufnehmen, einschließlich Gebieten in den Territorien von indigenen und anderen ethnischen Gruppen.
  • Bis 2022 wird Kolumbien Wiederherstellungsprogramme für 200.000 Hektar in Gebieten mit großem Waldverlust auflegen, einschließlich Gebieten in den Territorien von indigenen und anderen ethnischen Gruppen.
  • Bis 2025 werden 500.000 Hektar als Teil des nationalen Programms zur lokalen Waldbewirtschaftung unter nachhaltige Waldbewirtschaftung gestellt.
  • Bis 2022 werden 147.000 Hektar für eine nachhaltige Viehzucht ohne jegliche Entwaldung genutzt werden.
11.12.2019 | Pressemitteilung Nr. 241/19 | COP 25