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26.09.2000

Jürgen Trittin: Ausbau der erneuerbaren Energien muss kontinuierlich vorangetrieben werden

"Der Ausstieg aus der Atomenergie und Einstieg in eine nachhaltige und umweltverträgliche Energieversorgung sind die Stützen der Energiewende. Diese Energiewende soll den Wechsel vom fossil-nuklearen zum solar-effizienten Zeitalter einleiten. Neben dem Atomausstieg, der bis 2020 vollzogen sein soll, sind die Verbesserung der Energieeffizienz, der sparsame und rationelle Einsatz von Energie und der kontinuierliche Ausbau der erneuerbaren Energien die zentralen Elemente dieser zukunftsfähigen Energiepolitik." Das betonte Bundesumweltminister Jürgen Trittin heute bei der Präsentation des Buchs "Nach dem Ausstieg - Zukunftskurs Erneuerbare Energien". Diese Veröffentlichung basiert auf der Studie "Klimaschutz durch Nutzung erneuerbarer Energien", die im Auftrag des Bundesumweltministeriums und des Umweltbundesamtes erstellt und Anfang dieses Jahres der Öffentlichkeit vorgestellt worden ist. Das Buch ist, aufbauend auf dieser Studie, mit aktualisierten Daten verfasst worden. Ergebnis ist, dass bis 2020 Strom aus erneuerbaren Energien in einer Größenordnung von 100 Terawattstunden bereitgestellt werden kann. Mit zusätzlichen Leistungen aus der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) und bei der Energieeinsparung kann der Atomstrom (160 TWh) klimafreundlich ersetzt werden.

Die Bundesregierung will den Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung bis 2010 auf mindestens 10 Prozent verdoppeln. Dieses Ziel ist auch im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) verankert worden. Trittin: "Dieses Gesetz darf getrost als Meilenstein rot-grüner Politik bezeichnet werden. Es trägt dem dezentralen Charakter der erneuerbaren Energien Rechnung: Private Investoren erhalten einen verlässlichen Rahmen, um entsprechende Anlagen zu errichten. Biogas-, Holz- und Windanlagen stärken vor allem auch den ländlichen Raum und die mittelständische Wirtschaft. Eine auf Dauer angelegte, nachhaltige Energieversorgung kann aber nur dann erreicht werden, wenn der Ausbau der erneuerbaren Energien auch nach 2010 kontinuierlich vorangetrieben wird - auf hohem Niveau. Die Weichen dafür müssen jetzt gestellt werden. Dies gilt nicht nur für die Stromerzeugung, sondern auch für den Heizungs- und Verkehrsbereich." Nach dem Willen Trittins soll der Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung bis 2020 auf mindestens 20 Prozent und bis 2050 auf mindestens 50 Prozent erhöht werden.

Hinweis: Das Buch "Nach dem Ausstieg - Zukunftskurs Erneuerbare Energien" von Fischedick, Langniss, Nitsch ist eine Veröffentlichung des Wuppertal Instituts für Klima; Umwelt, Energie im Hirzel Verlag, Stuttgart, Leipzig 2000 (206 Seiten, 32 DM). Die Studie "Klimaschutz durch Nutzung erneuerbarer Energien" von Arbeitsgemeinschaft DLR, WI, ZSW, IWR, Forum ist als UBA-Bericht 2/2000 im Erich Schmidt Verlag, Berlin (ca. 550 Seiten, 96 DM ) erschienen.

26.09.2000 | Pressemitteilung 190/00