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17.09.2018

Internationales Kompetenzzentrum Nachhaltige Chemie feiert einjähriges Bestehen

17.09.2018 | Chemikaliensicherheit

Festakt des ISC3

Bei einer feierlichen Veranstaltung würdigten die geladenen Gäste aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft den gelungenen Start des Zentrums und blickten gemeinsam auf die künftigen Aufgaben und Ziele des ISC3.

Vor rund einem Jahr haben das Bundesumweltministerium und das Umweltbundesamt das Internationale Kompetenzzentrum für Nachhaltige Chemie (ISC3) ins Leben gerufen. Bei einer feierlichen Veranstaltung in Bonn würdigten die geladenen Gäste aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft den gelungenen Start des Zentrums und blickten gemeinsam auf die künftigen Aufgaben und Ziele des ISC3. Bundesumweltministerin Svenja Schulze eröffnete die Konferenz.

Schulze: "Deutschland hat als einer der bedeutendsten Chemiestandorte der Welt eine besondere Verantwortung. Die weltweite Umweltbelastung mit Chemikalien wächst stetig, vielfach mit fatalen Folgen auch für die menschliche Gesundheit. Um dem zu begegnen, brauchen wir kreative Lösungen, die über die klassische Chemikaliensicherheit hinausgehen. Das ISC3 unterstützt dies unter dem Motto 'Wir verändern Chemie! – We transform chemistry' und hilft dabei, alle relevanten Akteure zu vernetzen."

Das ISC3 ist eine unabhängige Institution, deren Ziel es ist, einen substanziellen Beitrag zur nationalen und weltweiten Chemikalienpolitik zu leisten und die Umsetzung und Weiterentwicklung der nachhaltigen Chemie im Interesse von Mensch, Umwelt sowie einer guten wirtschaftlichen Entwicklung zu fördern. Damit trägt es zugleich dazu bei, die Ziele der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung zu erreichen. Unter Trägerschaft der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) hat das Zentrum bereits in seinem ersten Jahr internationale Anerkennung gefunden.

Der Verbrauch von Chemikalien wird weltweit insgesamt weiter steigen. Prognosen gehen davon aus, dass sich der Umsatz der Chemiebranche bis 2030 gegenüber 2015 fast verdoppeln wird. Dabei werden Chemikalien zunehmend in Nicht-OECD-Ländern wie Indien, Indonesien, Vietnam und den Philippinen hergestellt und verarbeitet. Die größte Chemienation ist heute das Schwellenland China.

Von großer Bedeutung ist unter anderem das Thema Bauchemikalien. Durch das weltweit zu verzeichnende Bevölkerungswachstum und den Trend zur Urbanisierung steigt zugleich der Bedarf an Wohnraum und Infrastruktur. Damit verbunden ist ein Mehrbedarf an Baumaterialien wie Dämmstoffe, Flammschutz-, Dichtungsmittel und Oberflächenbeschichtungen. Erwartet wird, dass der Weltmarkt für Bauchemikalien bis 2025 um jährlich 9 Prozent wächst. Viele der Bauchemikalien werden in unmittelbarer Nähe des Menschen eingesetzt. Um den weltweit wachsenden Bedarf an Baumaterialien ressourceneffizient und schadstoffarm zu decken, bedarf es innovativer Lösungen.

Dr. Jutta Klasen, Fachbereichsleiterin für Chemikaliensicherheit im Umweltbundesamt, ermutigt zu grundlegenden Veränderungen: "Die Beispiele aus dem Baubereich zeigen, wie vielfältig die Einsatzbereiche von Chemikalien sind und wie viele Menschen davon betroffen sind. Nachhaltige Lösungen werden wir nur schaffen, wenn alle Beteiligten gemeinsam daran arbeiten – genau dafür steht das ISC3."

Friedrich Barth, Geschäftsführer des ISC3 ergänzt: "Wir bringen Firmen der chemischen Industrie enger zusammen mit Akteuren der Bedarfsseite, zum Beispiel aus Automobilindustrie, Bau- oder Agrarwirtschaft. Denn wir sind überzeugt, dass solche Vernetzungen die neuen Lösungen bringen. Also große Firmen, Forschung und Start-up Unternehmen in Partnerschaften mit denjenigen, die die Lösungen brauchen."

Weil viele der gegenwärtigen globalen Herausforderungen eng mit dem Einsatz von Chemikalien verbunden sind, hat das ISC3 bereits damit begonnen, mit nachhaltiger Chemie an Schnittstellen zu anderen Umweltthemen wie Klimaschutz, Trinkwasser, Luftverschmutzung und nachhaltigem Transport Lösungen zu erarbeiten.

17.09.2018 | Pressemitteilung Nr. 180/18 | Chemikaliensicherheit
Gemeinsame Pressemitteilung mit dem Umweltbundesamt