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27.11.2019

Innovatives Verfahren in der Schleifmittelherstellung spart Ressourcen und schützt das Klima

Innere einer Produktionshalle mit Arbeitern
Mit dem Umweltinnovationsprogramm wird eine neue Technik zur Herstellung von Schleifmitteln gefördert. Damit können Kohlenstoffdioxid-Emissionen vermindert werden.

Das BMU fördert die Umsetzung mit 850.000 EUR aus dem Umweltinnovationsprogramm.

Das Hamburger Unternehmen Hermes Schleifmittel GmbH plant in Schenefeld (Schleswig-Holstein), eine neue Verfahrenstechnik zur Herstellung von Schleifkorn für Schleifmittel auf Unterlagen und Präzisionsschleifkörper einzusetzen. Das Pilotprojekt leistet einen wichtigen Beitrag zum Ressourcenschutz und zur Erreichung der Klimaschutzziele. Mit der neuen Verfahrenstechnik können CO2-Emissionen jährlich um 35 Prozent gemindert werden.

Schleifmittel auf Unterlagen bestehen aus einem Schleifkornträger (unter anderem Papier, Gewebe, Gewirke) und einem Bindungssystem, mit dem das für den Materialabtrag verantwortliche Schleifkorn auf dem Träger verankert wird. Für die Herstellung gängiger Schleifwerkzeuge verwendet das Unternehmen selbst hergestelltes Schleifkorn auf der Basis von Aluminiumoxid.

Ziel dieses Projektes ist es, eine effizientere Anlage zur Herstellung von Schleifkorn zu errichten. Die wesentliche Innovation des Vorhabens besteht darin, eine Fest-Flüssig-Mischung erstmals in der Vorprozessierung herzustellen. Im Gegensatz zum Stand der Technik werden diese Partikel schon zu Beginn des Prozesses mit Metallsalzen und unter anderem mit Wasser und Säure vermischt. Das so entstehende Material kann dann sofort ohne weitere ineffiziente, energieaufwändige und ausschussträchtige Zwischenstufen in speziell abgestimmten Verfahrenseinheiten weiterverarbeitet werden. Anschließend werden die Partikel zerkleinert, gesiebt und ihrer Größe entsprechend analysiert.

Mit der neuen Verfahrenstechnik ergeben sich pro Tonne Schleifkorn Einsparungen an Strom in Höhe von 3.307 Kilowattstunden sowie Erdgas in Höhe von 1.228 Kilowattstunden. Dies entspricht einer Minderung der CO2-Emissionen um 35 Prozent pro Jahr. Zusätzlich können jährlich Nitrosegase um 6.305 Kilogramm eingespart und toxischer Abfall von 31 Tonnen vermieden werden.

27.11.2019 | Pressemitteilung Nr. 221/19 | Wirtschaft und Umwelt