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24.09.2020

Deutschland und Großbritannien unterstützen globalen grünen Neustart in Entwicklungsländern

Flaggen von Großbritannien und Deutschland
Finanziert von Deutschland und Großbritannien unterstützt die Ambition-Initiative Klimaschutzprojekte in Entwicklungsländern, die vor der nächsten Weltklimakonferenz ihre nationalen Klimaschutzbeiträge steigern.

"Ambition Initiative" der NAMA-Fazilität startet mit 168 Millionen Euro, davon 100 Millionen Euro vom BMU

Im Rahmen der New York Klimawoche kündigt die Nationally Appropriate Mitigation Action (NAMA-Fazilität) heute ihre "Ambition Initiative" an, um einen Beitrag zu den weltweiten Bemühungen für einen grünen Wiederaufbau zu leisten. Finanziert von Deutschland und Großbritannien mit 168 Millionen Euro unterstützt die Initiative Klimaschutzprojekte in Entwicklungsländern, die vor der nächsten Weltklimakonferenz (COP26) ihre nationalen Klimaschutzbeiträge steigern und deren Umsetzung beschleunigen. Die Ambition Initiative fördert Länder mit besonders ehrgeizigen Minderungsplänen, um den Wiederaufbau nach der Corona-Pandemie grüner zu gestalten. Neben den beiden Initiatoren sind weitere Geber eingeladen, sich der Initiative anzuschließen.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze: "Mit dem 100-Millionen-Euro-Beitrag des BMU zu dieser Initiative setzen wir ein deutliches Zeichen: Es gibt Unterstützung für Länder, die sich besonders ambitionierte Klimaschutzziele setzen."

Alok Sharma, COP26-Präsident und britischer Minister für Wirtschaft, Energie und Industriestrategie: "Als Inhaber der COP26-Präsidentschaft bittet das Vereinigte Königreich eindringlich alle Länder, ihre Klimaziele vor dem Gipfel zu erhöhen, aber wir erkennen an, dass einige von ihnen Unterstützung benötigen, um dies zu erreichen. Aus diesem Grund leistet Großbritannien einen weiteren Beitrag von 63 Millionen Pfund für die neue Ambition Initiative der NAMA-Fazilität, und wir laden andere ein, sich uns und Deutschland bei diesem Vorstoß anzuschließen, um Klimalösungen für alle zugänglicher zu machen."

Die Staaten der Welt haben sich zu Recht auf die Eindämmung der Corona-Pandemie konzentriert, doch gleichzeitig darf die Bedrohung durch den Klimawandel nicht ignoriert werden. Die Ambition Initiative der NAMA-Fazilität unterstützt Länder, die sich vor der COP26 zu erhöhten Klimaschutzbeiträgen (National Determined Contributions, NDCs) verpflichten und sich auf den Weg zur Klimaneutralität begeben. In der bisher größten Finanzierungsrunde der NAMA-Fazilität haben die deutsche und die britische Regierung jeweils 100 bzw. 68 Millionen Euro für die Ambition Initiative zur Förderung einer klimaneutralen Entwicklung zugesagt. Die Initiative steht weiteren externen Partnern offen, die sich mit entschlossenen Klimaschutzmaßnahmen als Beitrag zum Pariser Klimaschutzabkommen beteiligen wollen.

Ab Dezember 2020 können sich Projekte auf eine Kombination aus technischer Unterstützung und Klimafinanzierung bewerben. So sollen Partnerländer in die Lage versetzt werden, ihre verbesserten NDCs umzusetzen und gleichzeitig ihre Wirtschaft und Widerstandsfähigkeit zu stärken. Bereits jetzt führt die NAMA-Fazilität ehrgeizige Klimaschutzmaßnahmen in einer Vielzahl von Ländern und Sektoren durch – von der Elektromobilität über Kaffeeproduktion und klimafreundliche Landwirtschaft bis hin zum energieeffizienten Wohnungsbau. Die Projekte der NAMA-Fazilität zeigen, dass Klimaschutz und Wirtschaftswachstum miteinander vereinbar sind. So unterstützt beispielsweise ein kürzlich in Thailand durchgeführtes Projekt Reisbauern dabei, klimafreundliche Technologien einzuführen, mit denen sie ihren Gewinn um 157 Prozent steigern konnten. Der klimafreundliche Reisanbau soll dazu beitragen, die Treibhausgasemissionen innerhalb des Sektors bis 2028 um 20 Prozent zu mindern.

Die NAMA-Fazilität verfügt mit acht Jahren Erfahrung in erfolgreicher Umsetzung von 34 innovativen Projekten in 27 Ländern über beste Voraussetzungen, um die neue Ambition Initiative umzusetzen. Bis 2024 werden durch die NAMA-Fazilität voraussichtlich 23,5 Millionen Menschen von klimafreundlichen Lösungen wie sauberen, zuverlässigen Energiequellen profitieren und der Kohlenstoffdioxidausstoß um 15,3 Megatonnen CO2-Äquivalente gemindert. Zum Vergleich: Dies entspricht den Emissionen von 3,3 Millionen Personenfahrzeugen innerhalb eines Jahres.

Andrea Meza, Umweltministerin von Costa Rica, sagte im Jahr 2019 zur NAMA-Fazilität: "Das NAMA-Unterstützungsprojekt war der Schlüssel zur Förderung des transformativen Wandels, den wir im Kaffeesektor erreichen wollen. Für mich ist es faszinierend zu sehen, welche Fortschritte wir von der Identifizierung der größten Treibhausgasquellen bis zur Einführung der notwendigen klimafreundlichen Technologien gemacht haben. Eine Tasse klimafreundlich hergestellten Kaffees kann man ganz anders genießen, wenn man weiß, welche Arbeit darin steckt."

24.09.2020 | Pressemitteilung Nr. 157/20 | Internationale Umweltpolitik
Gemeinsame Pressemitteilung mit dem Department for Business, Energy and Industrial Strategy (BEIS) und der NAMA-Facility