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20.11.2019

Compact with Africa-Fazilität der G20 unterstützt grüne Unternehmen

Luftbild eines Dorfs in Madagaskar
Ziel ist unter anderem die Schaffung eines investitionsfreundlichen Umfelds und die Mobilisierung von Investitionen des Privatsektors zur Förderung klimabezogener Aktivitäten kleiner und mittlerer Unternehmen in CwA-Ländern.

Deutschland und die Weltbank gründen Fazilität zur Steigerung von Investitionen des Privatsektors in grüne Unternehmen in Afrika

Bei der zweiten hochrangigen Konferenz zum G20 Compact with Africa (CwA), die gestern abend auf Einladung von Bundeskanzlerin Angela Merkel stattfand, haben Deutschland und die Weltbank den Startschuss für eine neue Fazilität zur Förderung privatwirtschaftlicher Investitionen in grüne Unternehmen und zur Mobilisierung von Finanzmitteln für Klimaschutz- und Anpassungsmaßnahmen in Afrika gegeben. Ziel der Fazilität ist die Mobilisierung von Investitionen des Privatsektors zur Förderung klimabezogener Aktivitäten kleiner und mittlerer Unternehmen in CwA-Ländern. Die Fazilität wird mit drei Instrumenten darauf hinarbeiten, ein investitionsfreundliches Umfeld zu schaffen: 1) politischer Dialog und Schaffung günstiger Rahmenbedingungen; 2) Kapazitätsaufbau und technische Unterstützung; 3) Gestaltung von Blended-Finance-Instrumenten für den Privatsektor.

Svenja Schulze, Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU), kommentierte: "Wir sehen Umwelt- und Klimaaspekte als zentralen Bestandteil des G20 Compact with Africa und begrüßen die Einrichtung der neuen Fazilität. Private Investitionen in die Entwicklung einer klimafreundlichen Wirtschaft – etwa in erneuerbare Energien oder eine nachhaltige und klimaresiliente Landwirtschaft – können Grundpfeiler für eine nachhaltige Entwicklung in unseren afrikanischen Partnerländern sein. Alle Investitionen sollten ehrgeizigen Umwelt- und Sozialstandards entsprechen. Als Beitrag hierzu wird mein Ministerium gemeinsam mit der Weltbank eine neue Fazilität einrichten, die Klimafinanzierung für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) in CwA-Ländern mobilisieren soll."

Laura Tuck, Vizepräsidentin für nachhaltige Entwicklung bei der Weltbank, sagte: "Die Beteiligung der Privatwirtschaft ist essenziell für nachhaltige Entwicklung und die Bekämpfung des Klimawandels. Afrikas grüne KMU haben das Potenzial zur Entwicklung maßgeschneiderter Lösungen für die lokalen Bedürfnisse, aber sie brauchen einen besseren Zugang zu Finanzmitteln, um wachsen zu können. Wir sind überzeugt, dass die neue Fazilität zur Schaffung eines förderlichen Umfelds beiträgt, in dem lokale Unternehmen, die nachhaltige Lösungen anbieten, Unterstützung finden können."

Deutschland wird insgesamt 20 Millionen Euro bereitstellen. Die Hälfte dieser Summe steht für die Stärkung lokaler Kapazitäten zur Entwicklung von grünen Geschäftsmodellen und Strategien der Klimafinanzierung zur Verfügung. Die Finanzkomponente mit einem Anfangskapital von zehn Millionen Euro wird Blended-Finance-Instrumente für lokale KMU anbieten, die in klimabezogene Maßnahmen investieren. Deutschland und die Weltbank haben andere Geldgeber eingeladen, sich an dieser multilateralen Initiative zu beteiligen.

Deutschlands Beitrag im Rahmen der Internationalen Klimaschutzinitiative ist Teil der umfassenden Bemühungen des BMU, die Zusammenarbeit mit afrikanischen Ländern zu stärken. Diese Bemühungen beruhen vor allem auf der Tatsache, dass das herausragende Naturkapital des afrikanischen Kontinents eine Schlüsselrolle für den globalen Klima- und Biodiversitätsschutz spielt, sowie auf der Überzeugung, dass Niedrigemissionsstrategien zum Katalysator der wirtschaftlichen Entwicklung Afrikas werden können.

Compact with Africa (CwA) und zweite hochrangige Konferenz

Die CwA-Initiative der G20, 2017 unter deutschem G20-Vorsitz ins Leben gerufen, dient der Förderung von privatwirtschaftlichen Investitionen in reformorientierten afrikanischen Ländern. Zwölf Länder nehmen an der Initiative teil: Ägypten, Äthiopien, Benin, Burkina Faso, Côte d'Ivoire, Ghana, Guinea, Marokko, Ruanda, Senegal, Togo und Tunesien. Die CwA-Initiative wird von der Africa Advisory Group (AAG) der G20 gesteuert, deren Vorsitz Deutschland und Südafrika gemeinsam innehaben. Die Gruppe der Afrikanischen Entwicklungsbank, der Internationale Währungsfonds und die Weltbankgruppe koordinieren die Initiative.

Nach der ersten hochrangigen CwA-Konferenz im Oktober 2018 in Berlin hat die Bundeskanzlerin nun zum zweiten Mal die CwA-Länder, internationale Organisationen und G20-Partner eingeladen, um die Umsetzung der CwA-Maßnahmen zu diskutieren. Zwölf afrikanische Staats- und Regierungschefs nahmen an der Konferenz teil.

20.11.2019 | Pressemitteilung Nr. 211/19 | Internationale Umweltpolitik