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29.11.2019

Bundesumweltministerium fördert energieeffizientes Verfahren im Maschinenbau

Metallregler
Aus dem Umweltinnovationsprogramm wird eine neue Wärmekammer gefördert, die Stahl und Kohlenstoffdioxid einsparen kann.

Für die Umsetzung des Pilotvorhabens erhält das Unternehmen knapp 70.000 Euro aus dem Umweltinnovationsprogramm

Die Carl Krafft & Söhne GmbH & Co. KG aus Düren in Nordrhein-Westfalen plant, eine neue Wärmekammer zum Aufheizen der Außenmäntel von Doppelmantelwalzen zu implementieren. Mit dem Vorhaben können gegenüber dem bisherigen Verfahren jährlich 85 Prozent Energie und 5 Prozent Stahl eingespart und insgesamt jährlich 20 Tonnen CO2 gemindert werden.

Doppelmantelwalzen bestehen aus einem zylindrischen Innenkörper, einer darauf aufgebrachten Leitspirale zur Führung des Wärmeträgers und einem zylindrischen Außenmantel. Bei der Herstellung der Walze wird der Außenmantel auf den Innenkörper aufgeschrumpft, dazu wird bei diesem Fertigungsschritt der Außenmantel erwärmt.

Ziel des Projektes ist es, spezielle Wärmekammern für die Herstellung der Doppelmantelwalzen einzusetzen. Zukünftig soll damit der Außenmantel in einer geschlossenen und isolierten Wärmekammer bis zu 350 Grad aufgeheizt werden. Die Abwärme soll der Umluft der Wärmekammer erneut zugeführt werden. Die konstante Temperatur in der Wärmekammer ermöglicht zudem ein gleichmäßiges Aufheizen des Materials, was entscheidend für die spätere Schrumpfverbindung und daraus folgend für die Funktion beziehungsweise Qualität der Walze ist.

Weiteres und integrales Kernstück des Vorhabens ist ein im Hallenbereich und in der Wärmekammer auf Schienen rollender und speziell konstruierter Ofenwagen (SMP). Dies ermöglicht ein präzises Aufschrumpfen, da der Außenmantel jeweils exakt in der gewünschten Position liegt. Zum Fügen wird der in einer definierten Position an einem Kran hängende Innenkörper passgenau und schnell abgesenkt.

Mit dem Vorhaben können gegenüber dem bisherigen Verfahren jährlich 85 Prozent Energie und 5 Prozent Stahl eingespart werden. Insgesamt ergibt sich daraus eine CO2-Minderung von 20 Tonnen pro Jahr.

Mit dem Umweltinnovationsprogramm wird die erstmalige, großtechnische Anwendung einer innovativen Technologie gefördert. Das Vorhaben muss über den Stand der Technik hinausgehen und sollte Demonstrationscharakter haben.

29.11.2019 | Pressemitteilung Nr. 224/19 | Energieeffizienz