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14.07.2020

Bundesumweltministerin Schulze prämiert europäische Siegerteams des BMU-Hackathons Code4Green

80 Teilnehmende aus 15 europäischen Ländern entwickelten in 36 Stunden Datenanwendungen und Geschäftsmodelle für den Klimaschutz, zum Schutz der biologischen Vielfalt und zur Stärkung der Kreislaufwirtschaft.

Wie lassen sich Satellitenbilder und lokale Daten zu Plastikmüll miteinander kombinieren und wie können Pestiziddaten beim Bienenschutz helfen? Unter anderem dafür suchten 80 Teilnehmer und Teilnehmerinnen aus 15 europäischen Ländern beim Umweltdaten-Hackathon Code4Green kreative, digitale Lösungen. Sie entwickelten in 36 Stunden Datenanwendungen und Geschäftsmodelle für den Klimaschutz, zum Schutz der biologischen Vielfalt und zur Stärkung der Kreislaufwirtschaft. Der Hackathon des Bundesumweltministeriums fand vom 10. bis 12. Juli statt.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze: "Es ist beeindruckend zu sehen, wie die Teams in kürzester Zeit innovative Anwendungen mit offenen europäischen Daten entwickelt haben. Die Digitalisierung schafft einzigartige Möglichkeiten, Innovation und Nachhaltigkeit in Einklang zu bringen. Und sie ermöglicht neue Formen der Zusammenarbeit. Die Teams haben sich vollständig über das Netz organisiert und gezeigt, wie stark Europa sein kann, wenn wir gemeinsam an einem Strang ziehen. Diesen Spirit brauchen wir für die Präsidentschaft."

Der zweite BMU-Hackathon fand vollständig virtuell statt und stand im Zeichen der deutschen EU-Ratspräsidentschaft: In den kommenden 6 Monaten wird das BMU das Thema "Digitalisierung und Umwelt" neben anderen Themen in den Fokus der Präsidentschaft rücken.

Der Hackathon wurde von der Europäischen Kommission, der Europäischen Umweltagentur, dem Prototype Fund, dem deutschen Digitalverband Bitkom, der Helmholtz Innovation & Data Science Academy sowie der Initiative "Leaders for Climate Action" unter anderem durch Coaching der Teams und Besetzung der hochrangigen Jury unterstützt.

Insgesamt neun Teams stellten am 12. Juli ihre Prototypen vor. Die drei ersten Plätze gingen an die Teams "Greenspector" (Kategorie Klimawandel), "Wellbeeing" (Biodiversität) und "RosAthene" (Kreislaufwirtschaft).

Greenspector präsentierte einen App-Prototypen, der Unternehmen per Produkt- oder Logoscan erkennt und Nachhaltigkeitsberichte aus unterschiedlichen Quellen zu einem transparenten Gesamtergebnis verarbeitet. Die Anwendung soll Konsumenten bei Kaufentscheidungen unterstützen und Transparenz für nachhaltige Investments schaffen.

Wellbeeing soll Imkern und Landwirten beim gegenseitigen Informationsaustausch und bei der Umsetzung des europäischen Umweltrechts unterstützen sowie die Forschung und lokale Verwaltungen bei der Überwachung der Gesundheit und Entwicklung der Bienenpopulationen in Europa stärken.

Mit dem Projekt RosAthene werden lokale Daten zu Plastikmüll mit Satellitenbildern aus dem Europäischen Erdbeobachtungsprogramm Copernicus kombiniert, um den Ursprung und die Anhäufung von Plastikmüll besser zu verstehen und Initiativen zur Säuberung gezielter zu steuern.

Die drei Sieger des Jurypreises teilen sich ein Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro.

Den Publikumspreis gewann die App Wisely, mit der private Haushalte ihren Energieverbrauch an der aktuellen und prognostizierten Verfügbarkeit erneuerbarer Energien ausrichten können. Durch diesen Beitrag zur intelligenten Steuerung des Strombedarfs kann der Ausstoß von CO2 vermieden werden.

Die vier siegreichen Teams erhalten in den kommenden Monaten gezieltes Mentoring zur Weiterentwicklung ihrer Prototypen, die sie beim EU-Umweltministertreffen Ende September in Berlin präsentieren werden.

Gemeinsam mit ihren 26 Amtskollegen hat die Bundesumweltministerin am 13.Juli im Rahmen einer Videkonferenz darüber beraten, wie die EU zum Vorreiter für digitale Lösungen für den Umweltschutz werden kann. Einen Vorgeschmack lieferte eine Paneldiskussion im Rahmen der Hackathon-Preisverleihung: Svenja Schulze diskutierte mit Francesca Bria (Präsidentin des italienischen Innovationsfonds), Hans Bruyninckx (Exekutivdirektor der Europäischen Umweltagentur) und Lukasz Gadowski (Gründer von Team Europe) über die politischen Weichenstellungen für eine nachhaltige Digitalisierung und ein werteorientiertes Tech-Ökosystem in der EU.

Schulze: "Nach der Vorstellung der Umweltpolitischen Digitalagenda im März heben wir das Thema Digitalisierung und Umwelt nun auf die europäische Ebene. In den kommenden Monaten werden wir diskutieren, wie wir in Europa digitale Infrastrukturen energie- und ressourceneffizient aufstellen und Technologien wie Künstliche Intelligenz ganz gezielt für den Schutz von Klima und Natur einsetzen können. Bis zum Ende der Präsidentschaft wollen wir in Europa mit einer gemeinsamen Stimme sprechen."

14.07.2020 | Pressemitteilung Nr. 115/20 | Digitalisierung