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30.10.2000

Bundesumweltminister Jürgen Trittin startet Projekt "Tausend Umwelttaxis für Berlin"

Erdgasfahrzeuge sorgen für saubere Luft in der Stadt

Erdgasfahrzeuge sorgen für saubere Luft in der Stadt

Bundesumweltminister Jürgen Trittin hat heute im Rahmen der Berliner Automesse aaa 2000 gemeinsam mit dem Berliner Senat und der deutschen Gaswirtschaft ein Umweltpilotprojekt zur Förderung erdgasbetriebener Fahrzeuge in der Hauptstadt gestartet. Unter dem Motto: "Tausend Umwelttaxis für Berlin" (TUT) sollen in den nächsten Jahren die Anschaffung und der Betrieb erdgasbetriebener Taxis und Fahrschulfahrzeuge sowie der Ausbau des Tankstellennetzes mit insgesamt 22,5 Millionen DM gefördert werden. Das Bundesumweltministerium beteiligt sich an diesem Projekt mit rund 8,1 Millionen, die Gaswirtschaft mit rund 14,4 Millionen DM.

Bundesumweltminister Trittin bezeichnete dieses Projekt als einen bedeutenden Beitrag zum Klimaschutz und zur notwendigen Senkung des Schadstoffausstoßes im Verkehr. "Ich bin sicher, dass sich unter den Taxiunternehmern und Fahrschullehrern der Hauptstadt genügend Bereitwillige finden, die der Berliner Luft wieder zu ihrer sprichwörtlichen Qualität verhelfen wollen. Denn mit Erdgasmotoren werden die gültigen Abgasgrenzwerte deutlich unterschritten. Die Bundesregierung hat günstige Rahmenbedingungen zur Markteinführung von Erdgasfahrzeugen geschaffen, u.a. im Rahmen der ökologischen Steuerreform durch die Mineralölsteuerbegünstigung für Erdgas als Kraftstoff bis Ende 2009."

Mit diesem Umweltprojekt soll beispielhaft auch für andere Großstädte und Ballungsräume in Deutschland gezeigt werden, dass umweltfreundliche Mobilität mit dem alternativen Kraftstoff Erdgas machbar und zugleich wirtschaftlich ist. Dazu werden im Rahmen des Projekts der Erwerb entsprechender Fahrzeuge mit bis zu 6000 DM und kostenloser Kraftstoff im Wert von bis zu 3000 DM je Neuwagen gefördert. Darüber hinaus beabsichtigt die GASAG, den Abgabepreis für Erdgas als Kraftstoff an den betreffenden Tankstellen bis Ende 2004 mindestens 30 Prozent unter dem durchschnittlichen Preis für Diesel in Berlin zu halten, so dass sich der Umstieg auf Erdgas auch ohne Fördermittel rechnet. Da Erdgasfahrzeuge im Verhältnis zum herkömmlichen Dieselfahrzeug nicht teurer sein müssen, lohnt sich die Anschaffung vom ersten gefahrenen Kilometer an. Bis Ende 2001 sollen zudem zu den bestehenden zwei Erdgas-Tankstellen in der Hauptstadt weitere 10 hinzukommen.

Bundesumweltminister Trittin appellierte an die auf der "aaa 2000" vertretenen Automobilhersteller, ihre Angebote an preiswerten erdgasbetriebenen Fahrzeugen möglichst rasch zu erweitern. Die Nutzung von Erdgas sei ein konkreter und wichtiger Schritt hin zur künftigen Nutzung von Wasserstoff und Brennstoffzelle. Bundesumweltministerium und Umweltbundesamt haben in den vergangenen Jahren den Einsatz alternativer Antriebe, vor allem auf Erdgasbasis, mit rund 40 Millionen DM unterstützt.

30.10.2000 | Pressemitteilung 219/00