BMU Website

Navigation

Von hier aus koennen Sie direkt zu folgenden Bereichen springen:

https://www.bmu.de/PM7956
20.06.2018

Bundeskabinett beschließt Eckpunkte für Aktionsprogramm zum Insektenschutz

Die Bundesregierung hat auf Vorschlag von Bundesumweltministerin Svenja Schulze Eckpunkte für ein "Aktionsprogramm Insektenschutz" beschlossen.

Die Bundesregierung hat heute auf Vorschlag von Bundesumweltministerin Svenja Schulze Eckpunkte für ein "Aktionsprogramm Insektenschutz" beschlossen. Auf Basis der Eckpunkte wird das Bundesumweltministerium das Aktionsprogramm nach einer breiten öffentlichen Diskussion bis 2019 fertigstellen und anschließend unverzüglich mit den Maßnahmen beginnen. Als Sofortmaßnahme stellt Bundesumweltministerin Schulze fünf Millionen Euro pro Jahr aus dem "Bundesprogramm Biologische Vielfalt" für den Insektenschutz bereit.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze: "Wir wissen längst nicht alles über das Insektensterben. Aber wir wissen genug, um schnell zu handeln. Darum war es mir wichtig, dass das Kabinett diese Eckpunkte schon in den ersten 100 Tagen meiner Amtszeit beschließt. Das Insektensterben aufzuhalten ist eine der zentralen Herausforderung unserer Zeit. Wir sind uns in der Bundesregierung nun einig, in welchen Bereichen wir handeln werden, um das Insektensterben zu stoppen. Dazu gehört ein grundsätzlich restriktiverer Umgang mit Pestiziden, nicht nur mit Glyphosat. Wir brauchen zudem mehr Vielfalt in der Landschaft: Hecken und blütenreiche Wiesen statt Monokulturen sind überlebenswichtig für Insekten, Vögel und viele andere Tierarten."

Aktionsprogramm Insektenschutz

Mit dem Aktionsprogramm Insektenschutz sollen Maßnahmen in folgenden Bereichen ergriffen werden:

  • Förderung von Insektenlebensräumen und der Strukturvielfalt in der Agrarlandschaft,
  • Wiederherstellung und Vernetzung von Insektenlebensräumen in anderen Landschaftsbereichen,
  • Stärkung von Schutzgebieten als Lebensräume für Insekten,
  • Minderung der Anwendung von Pestiziden,
  • Reduktion von Nähr- und Schadstoffeinträgen in Böden und Gewässer,
  • Reduktion der Lichtverschmutzung.

Außerdem soll das Aktionsprogramm dazu beitragen, bestehende Wissenslücken über das Insektensterben zu schließen und ein bundesweit einheitliches Insektenmonitoring einzuführen. Auch Wirtschaftsverbände und Unternehmen, Forschung und Bildung sowie zivilgesellschaftliche Akteure bis hin zur einzelnen Bürgerin und zum einzelnen Bürger sollen angesprochen, informiert und dazu angeregt werden, aktiv zu werden.

Das Bundesumweltministerium hat heute im Rahmen des "Bundesprogramms Biologische Vielfalt" zudem dazu aufgerufen, Praxisprojekte zur Förderung von Insekten und ihrer Artenvielfalt einzureichen. Für diese Projekte werden fünf Millionen Euro im Jahr bereitgestellt. Über die nächsten sechs bis acht Jahre können so insgesamt 30 bis 40 Millionen Euro aus dem BMU-Förderprogramm in den Insektenschutz fließen.

Bundesumweltministerin Schulze: "Sowohl die Gesamtmenge der Insekten als auch die Vielfalt der Insektenarten ist in Deutschland in den vergangenen Jahrzehnten dramatisch zurückgegangen. Das Insektensterben droht die Natur aus dem Gleichgewicht zu bringen. Mit den Insekten verschwinden nicht nur Vögel, Fledermäuse und andere Tiere. Was den Insekten schadet, schadet letztlich auch uns Menschen: Verloren gehen auch wertvolle Leistungen, die Insekten für die Menschen erbringen – von der Bestäubung, über die natürliche Schädlingsbekämpfung, die Gewässerreinigung bis hin zur Erhaltung fruchtbarer Böden."

20.06.2018 | Pressemitteilung Nr. 126/18 | Artenschutz