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30.11.2004

Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) hat vorbildlich gehandelt

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit teilt mit:

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit teilt mit:

Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) hat vorbildlich gehandelt

Vor dem Hintergrund der festgestellten Grenzwertüberschreitungen bei Transporten mit bestrahlten Brennelementen hat das Bundesumweltministerium das Bundesamt für Strahlenschutz gebeten, über etwaige Vorkommnisse bei der Anlieferung von schwach- und mittelradioaktiven Abfällen in das Endlager Morsleben seit dessen Übernahme 1990 zu berichten.

Bei ca. 86.000 Abfallgebinden, die seit 1990 angeliefert und eingelagert worden sind, wurde in einem Fall am 27. Januar 1998 eine Überschreitung des Grenzwertes von 4 Bq/cm² an einem Gebinde festgestellt. Es handelte sich um einen Betonbehälter aus dem Kernkraftwerk Würgassen. Das BfS hat umgehend die erforderlichen Maßnahmen ergriffen und den Absender zur Stellungnahme aufgefordert. Dieser hat daraufhin mitgeteilt, mit welchen Maßnahmen zukünftig ein solches Ereignis vermieden werden kann. Die Grenzwertüberschreitung wurde in die Kategorie N eingestuft. Dies bedeutet, daß das Bundesumweltministerium und das sachsen-anhaltinische Umweltministerium über den Monatsbericht des Betriebes informiert worden sind.

Die Anlieferung der Abfälle erfolgt im Endlager Morsleben ausschließlich durch Lkw. Die Fahrzeuge werden nach Entladung freigemessen. Bei vier Fahrzeugen waren die vorgeschriebenen Grenzwerte geringfügig überschritten. Da die Kontaminationen ausschließlich auf äußeren Oberflächen gemessen wurden, sind sie vermutlich auf eine Düngemittelstaubwolke auf dem Transportweg zurückzuführen. Die Fahrzeuge wurden vor Verlassen des Endlagergeländes dekontaminiert. Diese Ereignisse waren nicht meldepflichtig.

In Deutschland gibt es jährlich rund 400.000 Transporte mit radioaktivem Material aus Medizin und Technik. Hinweise darauf, daß es über Einzelfälle hinaus Grenzwertüberschreitungen gegeben hat oder gibt, liegen auch nach Untersuchungen der Länderbehörden in den letzten Wochen nicht vor.

30.11.2004 | Meldung Strahlenschutz | Bonn