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21.11.2019

BMU startet Förderprogramm gegen Meeresvermüllung in Asien und Afrika

Ein neues Förderprogramm zum Aufbau von Entsorgungs- und Recyclingstrukturen in Asien und Afrika konzentriert sich auf Länder und Flussregionen, aus denen die größten Müllmengen in die Meere gelangen.

Internationale RETech-Konferenz bietet Plattform für internationale Projekte zur Abfallvermeidung und Recycling

Das Bundesumweltministerium legt ein neues Förderprogramm zum Aufbau von Entsorgungs- und Recyclingstrukturen in Asien und Afrika auf. Es konzentriert sich auf Länder und Flussregionen, aus denen weltweit gesehen, die größten Müllmengen in die Meere gelangen. Diese liegen in Asien und Afrika. Darüber hinaus sollen Projekte in küstennahen Regionen und Inselstaaten durchgeführt werden, wo die Haupteinträge der Abfälle unmittelbar von Land aus erfolgen. Das Programm wird im Rahmen der dritten Internationalen RETech-Konferenz in Berlin vorgestellt, bei der sich ab heute Fachleute über Projekte und Initiativen zum Aufbau umweltgerechter und nachhaltiger Abfallentsorgungssystemen zum weltweiten Schutz von Küsten und Meeren – hier insbesondere für Plastik – austauschen. Der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesumweltministerium, Florian Pronold, eröffnet die Konferenz.

Pronold: "Wir alle kennen die bedrückenden Bilder von Flussläufen, deren Oberfläche‎, Grund und Ufer mit großen Mengen an Plastikmüll verunreinigt sind. Diese werden oft über große Strecken weitergetragen und reichern sich mit neuen Müllteilen an. Mit unserem Förderprogramm setzen wir nun an der Quelle an und helfen mit unserem Wissen. Wir wollen dazu beitragen, umweltgerechte Entsorgungs- und Recyclingstrukturen in den Hotspots des Plastikmülls aufzubauen und aktiv zur Abfallvermeidung beitragen. Bereits in diesem Jahr steigen wir in die Förderung von insgesamt drei Projekten in Vietnam und Indien ein. Deutschland setzt damit einen wichtigen Baustein des G20-Aktionsplans gegen Meeresmüll um."

Die Projekte, die langfristig eine Reduzierung von Abfalleinträgen in die Flüsse Mekong und Ganges bewirken sollen, zielen auf die Veränderung von Konsumgewohnheiten, Produkt- und Materialdesign, den Ausbau umweltfreundlicher Lieferketten und die Etablierung eines nachhaltigen Abfallmanagements ab, bei dem ein Markt für recycelte, sekundäre Rohstoffe entsteht. Ganges und Mekong gehören weltweit zu den zehn Flüssen, aus denen die meisten Abfälle in die Weltmeere eingetragen werden – neben den afrikanischen Flüssen Niger und Nil sowie den asiatischen Flüssen Amur, Hai He, Huang Ho, Indus, Jangtsekiang und Perifluss.

90% der Plastikmülls, das vom Landesinneren über Flüsse in die Weltmeere gelangt, stammt von zehn großen Flussregionen in Afrika und Asien.
BMU|Hintergrundbild: Rich Carey/Shutterstock, Karte: asartsog/stock.adobe.com

Anfang 2020 wird das Bundesumweltministerium einen Aufruf für das Förderprogramm zur Einreichung von Projektvorschlägen starten.

Um weltweit Projekte zur Vermeidung von Meeresmüll zu unterstützen, führen die German RETech Partnership und das Bundesumweltministerium unter der Schirmherrschaft von Bundesumweltministerin Svenja Schulze am 21. und 22. November eine internationale Konferenz zur Kreislaufwirtschaft durch. Sie führt Politik, Verwaltung, Wirtschaft sowie Repräsentanten betroffener Staaten zusammen. Die Konferenz soll den internationalen Erfahrungsaustausch stärken, Impulse für neue Projekte setzen und den aktuellen Wissenstand beim Aufbau umweltgerechter Entsorgungs- und Recyclingstrukturen zusammentragen.

Armin Vogel, Vorstandsvorsitzender RETech: "Gelingen kann die Reduzierung der Meeresvermüllung nur, wenn alle Akteure daran gemeinsam arbeiten, die Rahmenbedingungen für eine funktionierende Stadtreinigung und Kreislaufwirtschaft in den betroffenen Ländern in den Blick zu nehmen. Erforderlich sind hierbei neben dem Aufbau der technischen Infrastruktur sowie der Ausbildung von Fachkräften die Etablierung eines Rechtsrahmens, die Sicherstellung der Finanzierung auch durch die Einbindung der Produzenten und nicht zuletzt die Umweltbildung. Zur Lösung dieser Fragen können auch Akteure der Kreislaufwirtschaft aus Deutschland mit ihrem Wissen, Ihren Erfahrungen sowie bewährten Techniken und Verfahren einen wichtigen Beitrag leisten."

Die Konferenz wird im Rahmen der Exportinitiative Umwelttechnologien gefördert und in Kooperation mit dem WWF und dem EZ-Scout Programm der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) durchgeführt.

Hintergrund

German RETech Partnership e. V. – das Netzwerk deutscher Unternehmen und Institutionen der Entsorgungs- und Recyclingbranche für den Export von innovativen Technologien und für den Know-how Transfer. RETech vereint Unternehmen, Wissenschaft und Institutionen aus dem gesamten Bereich der Entsorgungs- und Recyclingbranche unter einem Dach und ist zentraler Ansprechpartner für Entscheidungsträger aus dem Ausland.

21.11.2019 | Pressemitteilung Nr. 212/19 | Meeresumweltschutz
Gemeinsame Pressemitteilung mit der German RETech Partnership