mobilwandel2035

Jury des Wettbewerbs #mobilwandel2035

Die hier vorgestellte Jury aus 8 Expertinnen und Experten unter Vorsitz von Bundesumweltministerin Svenja Schulze gab, ihr Votum über die zehn besten Beiträge des Wettbewerbs #mobilwandel2035 ab. Alle eingereichten Projektideen wurden zuvor einer formellen Prüfung durch die ifok GmbH unterzogen und durch das Öko-Institut fachlich vorbewertet.

  • Svenja Schulze (Vorsitz)

    Svenja Schulze
  • Wer sind Sie? 

    Svenja Schulze ist seit 2018 Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit.

    Was darf in Ihrer Vision für einen Mobilwandel2035 auf keinen Fall fehlen und warum?

    Die Mobilität der Zukunft muss als Beitrag zu mehr Lebensqualität in den Städten und auf dem Land sozial gerecht und umweltfreundlich sein. Die Digitalisierung auch im Verkehr bietet dafür große Chancen.

  • Katja Diehl

    Wer sind Sie? 

    Katja Diehl ist Inhaberin von She Drives Mobility, einer Hamburger Kommunikations- und Beratungsagentur mit Schwerpunkten in Mobilität, Diversität und neuen Arbeitsformen. In Teilzeit ist sie beim Technologieunternehmen door2door in Berlin tätig. Sie setzt sich für klimagerechte Mobilität und kinderfreundliche Städte ein und hat zu dieser Vision einen Podcast etabliert. 

    Was darf in Ihrer Vision für einen Mobilwandel2035 auf keinen Fall fehlen und warum?

    Wir brauchen barrierefreie, inklusive, sozial gerechte und klimapositive Mobilität als Grundrecht für alle. Jedem Menschen sollte es wahlfrei möglich sein, die Mobilität, die ihm:ihr hilft, zur Verfügung zu haben. Wenn wir hier konsequent agieren, bekommen wir kinderfreundliche Städte, Raum, gute Luft und Ruhe auch in Ballungsgebieten. Alle haben Recht auf ein gutes Leben, gerade die kommenden Generationen. Diese Zukunft zu gestalten, das müssen wir JETZT gemeinsam beginnen. Ich freue mich auf die Ideen zu diesem Wandel.

  • Katja Diehl
  • Dr. Tina Wagner

    Dr. Tina Wagner
  • Wer sind Sie? 

    Dr. Tina Wagner ist Abteilungsleiterin Verkehrsentwicklung in der Behörde für Verkehr und Mobilitätswende der Freien und Hansestadt Hamburg. Sie verantwortet mit Ihrem Team Strategien, Konzepte und Maßnahmen für eine stadt- und umweltverträgliche Mobilität und eine intakte Verkehrsinfrastruktur in Hamburg. Dies beinhaltet die Bereiche Intelligente Verkehrssysteme, Datenmanagement, Verkehrs- und Infrastrukturentwicklung sowie Verkehrsbelange in der Stadtentwicklung.

    Was darf in Ihrer Vision für einen Mobilwandel2035 auf keinen Fall fehlen und warum?

    Der Mensch muss beim Mobilwandel 2035 im Mittelpunkt stehen. Der mobile Mensch, der sich auch zukünftig komfortabel, schnell, aktiv und sicher fortbewegen möchte. Und der Mensch, der möglichst unbeeinträchtigt von Lärm und Schadstoffemissionen wohnen, arbeiten, lernen, spielen, flanieren, sporttreiben et cetera möchte.

  • Prof. Dr. Stephan Rammler

    Wer sind Sie? 

    Prof. Dr. Stephan Rammler ist seit 2018 wissenschaftlicher Direktor des IZT – Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung. Aktuell forscht er zum Zusammenhang von Digitalisierung und Nachhaltigkeit, so ist er Co-Autor der Studie "Der blinde Fleck der Digitalisierung: Wie sich Nachhaltigkeit und digitale Transformation in Einklang bringen lassen" (2018). Auch ist Stephan Rammler als Professor für Transportation Design & Social Sciences der Hochschule für Bildende Künste (HBK) Braunschweig tätig. Zum Thema Mobilität erschienen zuletzt seine Bücher "Volk ohne Wagen" (2017) und "Schubumkehr" (2015).

    Was darf in Ihrer Vision für einen Mobilwandel2035 auf keinen Fall fehlen und warum?

    Das "Telependeln" wird in den kommenden Jahren zu massiven Veränderungen der Berufs- und Ausbildungsverkehrsdynamik beitragen, auch zur Klimaneutralität der Mobilität, insbesondere in ländlichen und suburbanen Räumen. Voraussetzung dafür ist ein flächendeckender Ausbau leistungsfähiger Datenbahnen in Kombination mit neuen Modellen hybrider Organisationsentwicklung für Unternehmen und Bildungsinstitutionen.

  • Prof. Dr. Stephan Rammler
  • Marion Tiemann

    Marion Tiemann
  • Wer sind Sie? 

    Marion Tiemann und setzt sich als Klima- und Verkehrskampaignerin bei Greenpeace für die Verkehrswende ein. Zu ihren Schwerpunkten gehören CO2-freie Mobilität, der Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor und die Mobilitätswende.

    Was darf in Ihrer Vision für einen Mobilwandel2035 auf keinen Fall fehlen und warum?

    In meiner Vision von 2035 ist Mobilität CO2-frei, sozial gerecht und sicher, denn nur so kann sie einen angemessenen Beitrag zur Begrenzung der Erderhitzung auf 1,5 Grad leisten und gleichzeitig die Lebensqualität von allen verbessern. Abgase, SUVs und Verkehrstote gehören der Vergangenheit an. Insgesamt gibt es deutlich weniger Autos, denn Bus, Bahn und Sharingangebote sind so attraktiv, dass ein Leben ohne eigenes Auto auch auf dem Land problemlos möglich ist. Die Autos, die es noch braucht, sind klein, leicht und elektrisch, Verbrennungsmotoren findet man nur noch im Museum. Der Platz in Städten wurde neu verteilt: öffentlicher Raum ist kein Abstellplatz mehr für Autos, sondern größtenteils autofrei und an den Bedürfnissen von Kindern und älteren Menschen ausgerichtet.

  • Niklas Veltkamp

    Wer sind Sie? 

    Niklas Veltkamp ist seit Oktober 2014 Mitglied der Geschäftsleitung des Bitkom und verantwortet dort den Geschäftsbereich Digitalisierung & Innovation. Wichtiger Teil seiner Arbeit ist es, gemeinsam mit seinem Team die Digitalisierung am Standort Deutschland und insbesondere die Digitalisierung der deutschen Leitbranchen voranzutreiben.

    Was darf in Ihrer Vision für einen Mobilwandel2035 auf keinen Fall fehlen und warum?

    Die Corona-Pandemie hat viele Anbieter innovativer Mobilitätslösungen hart getroffen, doch die Krise lehrt uns vor allem, dass wir alle Lebensbereiche noch viel stärker digitalisieren müssen. Bis zum Jahr 2035 muss uns die Verkehrswende hin zu einer intermodalen, digital vernetzten und ressourcenschonenderen Mobilität gelingen. Dazu benötigen wir eine vollständig digitalisierte Verkehrsinfrastruktur und funktionierende Standards für den Datenaustausch zwischen Verkehrsmitteln und Verkehrsteilnehmern und Datenplattformen. Aber es geht nicht nur um Technologie, die wichtigste Veränderung findet im Kopf statt: Wir müssen Mobilität völlig neu denken. Die Zukunft der Mobilität ist digital, vernetzt und autonom.

  • Niklas Veltkamp
  • Dirk Binding

    Wer sind Sie? 

    Dirk Binding ist seit Januar 2016 Leiter des Bereichs "Digitale Wirtschaft, Infrastruktur und Regionalpolitik" beim Deutschen Industrie- und Handelskammertag. Im Fokus seines Verantwortungsbereichs stehen dabei Tourismus, Handel, Verkehr und Dienstleistungen sowie die Entwicklung regionalpolitischer Leitlinien. Im Schwerpunkt vertritt der Diplom-Volkswirt und -Kaufmann die Interessen der gewerblichen Wirtschaft im Bereich der Digitalisierung, wie zum Beispiel der Datensicherheit, Industrie 4.0 und Breitbandversorgung.

  • Dirk Binding
  • Dr.-Ing. Melanie Herget

    Dr.-Ing. Melanie Herget
  • Wer sind Sie? 

    Dr.-Ing. Melanie Herget ist Diplom-Umweltwissenschaftlerin und promovierte in der Integrierten Verkehrsplanung an der TU Berlin. Als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Kassel begleitet und evaluiert sie derzeit die rund 40 LandMobil-Projekte des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft. Zuvor war sie u.a. für das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie, die Volkswagen AG Zukunftsforschung, das Innovationszentrum für Mobilität und gesellschaftlichen Wandel (InnoZ) und das Thünen-Institut für Ländliche Räume tätig.

    Was darf in Ihrer Vision für einen Mobilwandel2035 auf keinen Fall fehlen und warum?

    Zukunftsvisionen sollten stets das Zusammenspiel der verschiedenen Raumtypen im Blick behalten, denn Kernstädte und ländliche Räume sind untrennbar miteinander verflochten - nicht nur, aber eben auch verkehrlich. Außerdem ist mir wichtig, nicht nur Ansätze zur Verkehrsverlagerung und Effizienzsteigerung zu betrachten, sondern auch Chancen (und Grenzen) der Verkehrsvermeidung. Da es um einen "Mobilwandel" gehen soll, braucht es auch den Blick auf die Anreizsysteme, insbesondere auf das Thema "mehr Kostenwahrheit im Verkehr". Und schließlich kann auch eine Art "Genderverträglichkeitsprüfung" der formulierten Visionen oder die Arbeit mit verschiedenen "Personas" helfen, unterschiedliche Erfahrungsbereiche mit zu berücksichtigen.