mobilwandel2035

Über den Wettbewerb

Im Kontext der Klimaschutz-Debatte wird so intensiv wie noch nie über nachhaltige Mobilität diskutiert. Der Wettbewerb #mobilwandel 2035 soll Innovation in der Mobilität auf kommunaler und regionaler Ebene fördern. Auf dieser Seite erhalten Sie alles Wissenswerte rund um den Wettbewerb.

Hintergründe und Ziele

Wir begreifen die neuen Anforderungen an Mobilität als Chance: Unser Ziel ist es, neue Impulse für eine umwelt- und sozialverträgliche Mobilität, für positive Nachhaltigkeitswirkungen auf Klima und Umwelt sowie Mensch und Gesellschaft und damit insgesamt mehr Lebensqualität für alle zu schaffen. Mit dem Wettbewerb möchte das BMU die partizipative Erarbeitung von Zielbildern für eine nachhaltige Mobilität im Jahr 2035 sowie die Umsetzung konkreter Maßnahmen zur Erreichung des Zielbildes unterstützen. Die Zielbilder erlauben einen langfristigen Blick in die Zukunft. Ausgehend davon werden die Schritte geplant und umgesetzt, die unternommen werden müssen, um das Ziel zu erreichen.

Hintergrund des Wettbewerbs sind die aktuellen Entwicklungen und zukünftigen Herausforderungen im Verkehr: Zuzug in Ballungsräume und gleichzeitig in manchen Regionen Abwanderung aus dem ländlichen Raum, technologische Entwicklungen (Antriebstechnik, Buchungssysteme, Logistik, Digitalisierung, automatisiertes Fahren et cetera), stärkere Stadt-Umland-Verflechtungen (unter anderem mit steigenden Pendelverkehren) sowie der demographische Wandel mit der Veränderung der Altersstruktur in der Gesellschaft.

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Herausforderungen und Chancen der aktuellen Corona-Pandemie für eine zukunftsfähige Mobilität

Das individuelle Mobilitätsverhalten, die Verkehrsmittelwahl sowie der individuelle Bedarf an Mobilität hat sich in den vergangenen Wochen bei vielen Bürgern und Bürgerinnen stark verändert. Homeoffice und Telearbeit im Beruf wie auch der häufigere Umstieg auf das Fahrrad für private Erledigungen sind nur zwei Beispiele für unseren veränderten Lebensalltag. Innovative Mobilitätskonzepte wie auch neue digitale Geschäftsmodelle sind mehr denn je gefragt, um aus den Erfahrungen der Krise zu lernen und resiliente Verkehrssysteme für eine nachhaltige Mobilität von morgen zu entwickeln. Das sind Themen auch für den Wettbewerb.

Wer wählt aus?

Die eingereichten Projektskizzen stehen untereinander im Wettbewerb. Die finale Auswahl-Entscheidung trifft eine interdisziplinäre Jury aus Fachexpertinnen/Fachexperten. In der ersten Stufe werden bis zu zehn und in der zweiten Stufe bis zu fünf Gewinnerinnen/Gewinnern ausgewählt. Circa zwei Monate nach Ende der Einreichungsfrist wird Ihnen in der Regel das Auswahlergebnis schriftlich mitgeteilt.

Die förmlichen Förderanträge werden hinsichtlich der detaillierten Vorhabenbeschreibungen einschließlich Arbeitsplänen, Finanzierungs- sowie Verwertungsplänen für jedes Teilvorhaben geprüft. Anschließend entscheidet das BMU auf Grundlage der verfügbaren Haushaltsmittel und den im Kapitel 3 beschriebenen Voraussetzungen sowie inhaltlichen Kriterien (Gegenstand der Förderung) durch Bescheid über die Bewilligung der vorgelegten Anträge. 

Prämierung und Gewinnerideen

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  • Wir präsentieren Ihnen hier die 10 Gewinnerideen, die im Januar 2021 von einer Expertenjury bestimmt wurden. Die Gewinnerinnen und Gewinner erhalten eine Förderung für die Erarbeitung der Zielbilder und gegebenenfalls für eine anschließende Umsetzung erster Maßnahmen sowie die Möglichkeit, sich mit anderen innovativen Kommunen und Teilnehmenden zu vernetzen.

Schweriner Lieferverkehr der Zukunft (Schwerin, MV)

Die Landeshauptstadt Mecklenburg-Vorpommerns sucht Wege, den lokalen Lieferverkehr klimaschonender zu gestalten. Mit lokalen Akteurinnen und Akteuren der Innovations- und Logistikbranche soll hierfür ein tragfähiges Konzept entwickelt werden, welches einen hohen Innovations-, Automatisierungs- und Servicegrad aufweist und gleichzeitig die Herausforderungen der Corona-Pandemie berücksichtigt. (Einreichende Institution: Landeshauptstadt Schwerin)


Digital_Logistics @ LHS (Stuttgart, BW)

Das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation entwickelt gemeinsam mit der Stadt Stuttgart ein Citylogistik-Konzept, welches innerstädtischen Warentransport für Stadt, Wirtschaft und Bürgerinnen sowie Bürger klimafreundlich gestalten soll. Hierzu sollen insbesondere Warenströme erkannt und digital verfolgt werden, um optimale Lösungen für die Bedarfe der Region zu entwickeln. (Einreichende Institution: Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation)


Lebensqualität steigern durch #mobilwandel2035 (Bad Honnef, NW)

Die Stadt Bad Honnef verfolgt mit ihrem Vorhaben das Ziel, klimafreundliche Alternativen im Mobilitätsbereich für die stark vom Pendlerverkehr gekennzeichnete Stadt aufzuzeigen. In einem innovativen partizipativen Prozess soll die Einbindung unterschiedlicher Konzepte wie Sharing-Angebote oder Coworking-Spaces mit Bürgerinnen und Bürgern erarbeitet werden, um Bad Honnef in eine Stadt der kurzen Wege und flexiblen Arbeitsmöglichkeiten zu transformieren. (Einreichende Institution: Stadt Bad Honnef)


Leitbild nachhaltige Mobilität 2035 in Berliner Nord-Westen (Berlin, BE)

Das Projekt ist in das Stadtentwicklungsprojekt Siemensstadt 2.0 eingebunden, bezieht aber noch weitere Entwicklungsgebiete im Berliner Nordwesten ein. Ziel ist die Schaffung neuartiger digitaler Angebote in den neu entstehenden Stadtteilen im Rahmen von innovativen Mobilitäts- und Logistikkonzepten. Geplant sind unter anderem fahrerlose Shuttles oder lokale Logistik-Hubs. In einem Zielbild für 2035 sollen konkrete Einsatzszenarien unterschiedlicher Technologien partizipativ erarbeitet werden. (Einreichende Institution: Siemens Mobility GmbH)


mobil ans #werk – gemeinsam mit Unternehmen mobil (Burgwedel, NI)

In der Stadt Burgwedel in der Region Hannover ist ein Konzept zur klimafreundlichen Ausgestaltung des Einpendlerverkehrs geplant. Viele große Unternehmen und Logistikdienstleister sind in Burgwedel angesiedelt, welche aktiv in den Prozess eingebunden werden. Ziel ist es, Anwendungsmöglichkeiten für Arbeits- und Mobilitätsangebote zu erarbeiten, welche eine Alternative zur Anreise mit dem Auto darstellen. (Einreichende Institution: Technische Universität Dortmund)


Mobiles Arbeiten / CarSharing Schwalm-Eder-Kreis (Schwalm-Eder-Kreis, HE)

Zusammen mit dem Schwalm-Eder-Kreis und Akteurinnen und Akteuren vor Ort soll ein Zielbild 2035 für klimafreundliche Mobilität im ländlich geprägten Kreis entstehen. Anspruch ist es, Alternativen zum derzeit stark vorherrschenden Pendeln mit dem Pkw zu schaffen, indem beispielsweise Carsharing-Optionen oder verbesserte Möglichkeiten zum Arbeiten aus der Ferne angeboten werden. (Einreichende Institution: EcoLibro GmbH)


MOVE – Mehr Mobilität mit weniger Verkehr (Solingen, NW)

Die Stadt Solingen sieht sich als "kleine Großstadt" besonders starkem Pendlerverkehr mit dem Auto ausgesetzt. In einem Zielbild 2035 für die Stadt soll breit angelegt und partizipativ ermittelt werden, welche zukünftigen Mobilitätsbedarfe in Stadt und Umland entstehen, und wie diese mit weniger Verkehr erfüllt werden können. Mit einer umfangreichen wissenschaftlichen Begleitung sollen konkrete Maßnahmen identifiziert werden. (Einreichende Institution: Neue Effizienz GmbH)


Reallabor Nordhessen (Trendelburg, HE)

Die Universität Kassel kooperiert für die Entwicklung eines Zielbild 2035 mit der nordhessischen ländlichen Stadt Trendelburg und dem Nordhessischen Verkehrsverbund. Ziel ist es, Alternativen für die Abhängigkeit vom eigenen Auto auf dem Land zu finden. In einem partizipativen Prozess sollen Einsatzfelder für entsprechende Alternativen wie On-Demand-ÖPNV oder digitale Mitfahrerbänke als neue Form der Mitfahrgelegenheit identifiziert werden. (Einreichende Institution: Universität Kassel)


Smarter Marktplatz für die Mobilität der Zukunft (Bredstedt unter anderem, SH)

Traditionell ist der Marktplatz der Treffpunkt einer Stadt. Die Stadt Bredstedt sowie die Gemeinden Breklum, Struckum und Vollstedt in Schleswig-Holstein wollen dieses Konzept ins 21. Jahrhundert übertragen und auf Mobilität im ländlichen Raum anwenden. In Zusammenarbeit mit den Bürgerinnen und Bürgern sollen neue Mobilitäts- und Logistikangebote auf dem Marktplatz im Ortszentrum gebündelt werden. Dies schafft nicht nur eine Alternative zum Pkw, sondern trägt auch zur Revitalisierung des Ortszentrums bei. (Einreichende Institution: Stadt Bredstedt, Gemeinden Breklum, Struckum, Vollstedt)


Verbindungen stärken, Trennung überwinden (Hamburg, HH)

Im Bezirk Hamburg-Altona soll der Umbau einer stau- und unfallträchtigen Hauptstraße erreicht werden, um eine klimafreundliche Mobilität zu fördern. Zusammen mit Anwohnerinnen sowie Anwohnern und anderen Betroffenen soll der künftige Zuschnitt der Straße diskutiert werden und ein Zielbild für die Umgestaltung entstehen. Die Erkenntnisse aus diesem Prozess können auch vielen anderen Straßen und Städten in Ballungsräumen der ganzen Republik von Nutzen sein. (Einreichende Institution: Freie und Hansestadt Hamburg, Bezirk Altona)


Der Ablauf im Detail

Die Infografik zeigt den Ablauf im Detail
Erweiterte Bildbeschreibung der Infografik "Der Ablauf im Detail"

Von der Projektskizze von Juni bis November 2020 geht es in die erste Auswahl und Antragsphase von November 2020 bis Mai 2021. Dann von der Entwicklung des Zielbildes mit der Förderphase I von Juni 2021 bis März 2022 in die zweite Auswahl- und Antragsphase von April 2022 bis August 2022. Schließlich folgt die Umsetzung des Zielbildes in der Förderphase II von September 2022 bis August 2024. In den Bereich "Projektskizze" fällt "Infoveranstaltung zur Bewerbung im Juni und September 2020" und "Projektskizze über Online-Portal einreichen". In den Bereich "Erste Auswahl und-Antragsphase" fallen "Bescheid über Förderung enthalten" und "Zuwendungsantrag stellen (nach Aufforderung)" sowie "Auswahl von 5 bis 10 Beiträgen". In den Bereich "Entwicklung Zielbild" fallen "Zielbild partizipativ entwickeln" und "Mit Zielbild und Umsetzungs-Skizze bewerben. In den Bereich "Zweite Auswahl- und Antragsphase" fallen "Bescheid über Förderung enthalten" und "Zuwendungsantrag stellen (nach Aufforderung)" sowie "Auswahl von fünf Beiträgen". In den Bereich "Umsetzung Zielbild" fällt "Backcasting: Maßnahmen zur Umsetzung realisieren".


Der Wettbewerb teilt sich in zwei aufeinander aufbauende Förderphasen auf, die jeweils auf eine der beiden Auswahlstufen folgen. In der ersten Förderphase wird die partizipative Erarbeitung von Zielbildern 2035 gefördert (Dauer bis zu 10 Monate). Die zweite Förderphase widmet sich der Umsetzung des Zielbildes mittels eines Backcasting-Ansatzes (Dauer bis zu 24 Monate). Möchten Sie an der Informationsveranstaltung zum Förderwettbewerb am 30. Juni oder im September teilnehmen? Dann kontaktieren Sie das Wettbewerbsbüro per E-Mail.

Erste Wettbewerbsstufe

  1. Reichen Sie Ihre Projektskizze für die Erarbeitung eines Zielbildes 2035 über unseren Online-Bewerbungsbogen bis zum 15. November 2020 ein.
  2. Die Jury hat sich für Ihre Projektskizze als eine der zehn besten entschieden? Sie wurden schriftlich dazu aufgefordert, einen förmlichen Zuwendungsantrag zu stellen? Herzlichen Glückwunsch! Alle weiteren Informationen, unter anderem wie es mit der Antragstellung weitergeht, erhalten Sie dann zu gegebener Zeit.

Förderphase I

Die erste Förderphase richtet sich an bis zu 10 ausgewählte Projektskizzen und fördert die partizipative Zielbilderarbeitung. Ausgehend von den Zielen nachhaltiger Mobilität für das Jahr 2035 wird darüber hinaus die Planung des Backcastings in Förderphase II skizziert. Außerdem werden erste konkrete Projektideen bzw. Maßnahmen benannt, mit deren Hilfe das Zielbild 2035 erreicht werden kann.

Zweite Wettbewerbsstufe

  1. Sie haben die Zuwendung erhalten und ein Zielbild für 2035 partizipativ erarbeitet? Reichen Sie Ihr Zielbild inklusive einer Umsetzungsskizze, welche die Planung der Organisation des Backcasting-Ansatzes und konkrete Umsetzungsmaßnahmen beschreibt, mithilfe des Online-Bewerbungsbogens auf unserer Webseite ein.
  2. Wir dürfen Ihnen erneut zu einem der fünf überzeugendsten Zielbilder gratulieren? Sie wurden schriftlich dazu aufgefordert, einen förmlichen Zuwendungsantrag zu stellen? Alles Weitere zur Antragsstellung und dem Ablauf der zweiten Förderphase erhalten Sie wieder zu gegebener Zeit.