Gewinnerideen

Gewinnerideen

Wir präsentieren Ihnen hier die 10 Gewinnerideen, die im Januar 2021 von einer Expertenjury bestimmt wurden. Die Gewinnerinnen und Gewinner erhalten eine Förderung für die Erarbeitung der Zielbilder und gegebenenfalls für eine anschließende Umsetzung erster Maßnahmen sowie die Möglichkeit, sich mit anderen innovativen Kommunen und Teilnehmenden zu vernetzen.

Der Schweriner Lieferverkehr der Zukunft – nachhaltig, automatisiert, kunden- und serviceorientiert (SNAcKS)

Die mecklenburg-vorpommerische Landeshauptstadt Schwerin (LHS) mit knapp 98.000 Einwohnerinnen und Einwohnern ist das Oberzentrum Westmecklenburgs und weist einen hohen Anteil an Dienstleistungs- und Handelsunternehmen auf (circa 80 Prozent der IHK-zugehörigen Unternehmen entstammen diesen beiden Branchen) und hat es sich zum Ziel gesetzt, Teile der Altstadt in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufnehmen zu lassen. Der Verkehr der LHS wird vom privaten Pkw dominiert, der ÖV ist im deutschlandweiten Vergleich unterdurchschnittlich genutzt. Allerdings besteht große Zufriedenheit mit dem ÖV. Schwerin weist circa doppelt so viele Einpendler wie Auspendler auf. Durch den in Summe entstehenden hohen Nutzerdruck in der Innenstadt wirken sich ordnungswidrig parkende Lieferfahrzeuge stark negativ auf die Aufenthaltsqualität in der Altstadt aus – was zentralen Zielbildern der Nachhaltigkeit zuwider läuft: Flächenverbrauch, Luft- und Lärmemissionen durch Verbrennerfahrzeuge, Verkehrsstockungen, Zeit- und Lieferdruck auf die Fahrer et cetera.

Es gilt daher neue Wege zu suchen, wie der Lieferverkehr einerseits außerhalb der Kernstadt (und darüber hinaus) umgelenkt werden kann, ohne die Erreichbarkeit der Empfänger und die Zuverlässigkeit der Sendungen einzuschränken. Andererseits sollen neue innovative und digitale Lieferkonzepte die lokalen Dienstleistungs- und Handelsunternehmen dabei unterstützen, ihr Angebot zu attraktivieren und somit Arbeitsplätze zu sichern. Entsprechend des Lärmaktionsplans der LHS stellt die Verringerung von Emissionen ein übergeordnetes Ziel dar. Das Klimaschutzkonzept der LHS weist zudem im Handlungsfeld Verkehr daraufhin, dass der Energieverbrauch und die CO2-Emissionen von motorisierten Fahrzeugen zu verringern sind und eine Erhöhung des Anteils der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel angestrebt wird. Dies ist nicht zwingend nur auf den Personenverkehr zu beziehen, sondern kann prinzipiell auch auf den Lieferverkehr ausgeweitet werden. Zudem kann in der Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel auch explizit der Pendlerverkehr adressiert werden. Zum Klimaschutz kann ein ökologischerer Lieferverkehr einen Teil beitragen (zum Beispiel Elektrifizierung von Lieferfahrzeugen oder verstärkte Nutzung des Radverkehrs, Paketstationen in Quartieren). Abschließend spielt auch das Thema Verkehrssicherheit eine Rolle; die Anzahl der Gefährdungen (insbesondere für den Radverkehr) durch falsch parkende Lieferfahrzeuge, vor allem auf Radwegen, wird mit einem zunehmenden Lieferverkehrsaufkommen ebenfalls steigen.

Aus den vorgestellten Gründen möchte die LHS in einem partizipativen Prozess mit lokalen Akteuren, Unternehmen, Multiplikatoren und den Bürgern ein Zielbild des Lieferverkehrs für das Zieljahr 2035 entwickeln. Die Schwerpunkte sollen dabei auf einer nachhaltigen Lieferung legen, die einen verstärkten Grad an Automatisierung aufweist, gleichzeitig aber sowohl kunden- als auch serviceorientiert ist. Hieraus wurde der vorliegende Projektantrag "Der Schweriner Lieferverkehr der Zukunft – nachhaltig, automatisiert, kunden- und serviceorientiert (SNAcKS)" konzipiert. Ein Alleinstellungsmerkmal von SNAcKS ist die große Bandbreite an kommunalen und wirtschaftlichen Akteuren, die bereits zur Skizzenerstellung ihre Bereitschaft zur Teilnahme bekundet haben.

Institution

Landeshauptstadt Schwerin

Digital_Logistics@LHS: Eine Citylogistik-Plattform zur Generierung nachhaltiger und raumeffizienter Warenströme in der Region Stuttgart

Mit der kreativen und kooperativen Erarbeitung des Zielbildes "Digital_Logistics@LHS" legt die Landeshauptstadt Stuttgart gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO die Grundlage zur Entwicklung einer datenbasierten Citylogistik-Plattform. Diese soll es ermöglichen, Warenströme über unterschiedliche Transportdienstleister hinweg zu lenken und datenbasiert zu optimieren. Im Fokus des Projektes steht die Fragestellung, wie eine datenbasierte Citylogistik-Plattform zur Gestaltung nachhaltiger und raumeffizienter Warenströme im Großraum Stuttgart konzipiert werden muss, damit sowohl die Stadtverwaltung als auch Wirtschaft und Bürgerschaft gleichermaßen von einer solchen Plattform profitieren können. Um dieses Ziel zu erreichen, werden neben der Analyse kommerzieller Warenströme und Lieferungen zu Endkunden ebenso innerstädtische Flächenpotenziale analysiert. Im Fokus stehen hierbei die unterschiedlichen Interessen potenzieller Stakeholder, die im Projekt tiefgreifend betrachtet und synoptisch aufbereitet werden. Anschließend wird aufbauend auf dieser Stakeholderidentifikation und unter Einbezug aller relevanten Akteure in einem explorativen Szenarioprozess das Zielbild "Digital_Logistics@LHS" entwickelt. Zweck dieses Zielbildes ist es, aufzuzeigen, wie digital gesteuerte Warenströme unter Berücksichtigung aller Akteursinteressen genutzt werden können, um innerstädtische Logistikprozesse zu optimieren und nachhaltiger zu gestalten.

Institution

Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO

Mitwirkende Gebietskörperschaft

Landeshauptstadt Stuttgart

Lebensqualität steigern durch #mobilwandel2035

Die Stadt Bad Honnef möchte mit #mobilwandel2035 das stadtgesellschaftliche Leben nachhaltig, neu und zukunftsfähig gestalten. Ziel ist es gemeinsam mit der Bad Honnefer Bevölkerung und anderen institutionellen Akteuren ein inklusives, hybrides Lösungskonzept zu erarbeiten, um den im Pendlerverkehr zwei großen miteinander korrelierenden Herausforderungen Mobilität und Arbeitswandel zu begegnen. Dazu werden die entsprechenden Interessensgruppen mithilfe von innovativen Beteiligungsformaten an einen Tisch gebracht, um kreative Lösungen für eine Mobilität in der Arbeitswelt von morgen zu entwickeln. So sollen Fragen wie "Muss jeder Arbeitnehmende ins Büro fahren? Und wenn ja, fünf Tage die Woche oder würden auch drei Arbeitstage ausreichen? Lohnt sich die Fahrt für einen Teilzeitarbeitnehmenden? Muss das Unternehmen überhaupt noch Platz für neue Bürogebäude schaffen oder teilen sich mehrere Personen einen Platz?" gemeinsam neu gedacht werden.

Ein "Tag der Mobilität" macht, begleitet von einer aufmerksamkeitsgewinnenden Kampagne, den Auftakt. Eingebettet in ein Fahrradfestival in Bad Honnef bietet der "Tag der Mobilität" die Grundlage zur Akquise erster Teilnehmender der im späteren Verlauf geplanten Workshops. Außerdem soll er, gemeinsam mit der Kampagne, den Bürger und die Bürgerin verstärkt für den Umbruch im Pendlerverkehr sensibilisieren.

Es folgen ein digitaler Schul- beziehungsweise Studierendenwettbewerb, eine Online Umfrage und ein Online-Pendlertagebuch. All diese Formate dienen neben der Ansprache möglicher Partner für die Workshops natürlich auch der Gewinnung erster Erkenntnisse, auf die im späteren Verlauf – während der Durchführung der Workshops – aufgebaut werden soll.

Ein eigens für den Förderzeitraum angemieteter Pop-Up Co-Working Space setzt im Folgenden die räumlichen Rahmenbedingungen für vier Workshops. Außerdem bietet er allen Interessierten die Möglichkeit, alternative Lösungen für die Herausforderungen Mobilität und Arbeit zu testen. In diesem kreativen Umfeld, abseits von strikten Strukturen, sollen die beteiligten Zielgruppen (Schülerinnen und Schüler, Pendlerinnen und Pendler, Investoren, Verwaltung und so weiter) freie und unabhängige Ideen entwickeln, die in ein entsprechendes Lösungskonzept mit einfließen. Der "Personas-Workshop" bezieht zum Beispiel Schülerinnen und Schüler sowie Berufspendlerinnen und Berufspendler oder auch Selbständige mit ein, die Zukunftsbilder anhand eines Perspektivwechsels – einer Art Rollenspiel – entwickeln. Daran knüpft der "Interaktive Workshop" an, zu dem noch, zusätzlich zu den Teilnehmenden des "Personas Workshops", Expertinnen und Experten rund um die Themen Klimaschutz und Digitalisierung eingeladen werden. Ziel ist die Entwicklung eines Modells für eine ideale, klimaneutrale und digitale Arbeitswelt. Zuletzt schließen sich zwei "Visioning Workshops" an, die zum einen mit Investoren, Eigentümerinnen und Eiegentümer oder auch Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber und zum anderen mit der städtischen Verwaltung und auch der lokalen Politik durchgeführt werden. Hier gilt es konkrete Maßnahmen anhand der zuvor entwickelten Thesen und Erkenntnisse aus Umfragen und vorangegangenen Workshops zu erarbeiten.

Die Stadt wird dabei über die im Wettbewerb geforderten Lösungen für soziale und ökologische Nachhaltigkeit hinausgehen und die ökonomische Komponente im Hinblick auf die Innenstadtentwicklung mit einbeziehen, um einen ganzheitlich nachhaltigen Ansatz zu verfolgen.

Institution

Stadtverwaltung Bad Honnef

Leitbild nachhaltige Mobilität 2035 für die neuen Stadtquartiere im Berliner Nordwesten: Siemensstadt 2.0, Urban Tech Republic, Das Neue Gartenfeld und Waterkant

Die Projektskizze fokussiert auf die Erstellung eines Leitbilds nachhaltiger Mobilität 2035 für den europaweit einzigartige Entwicklung von vier, eng zusammenhängenden Stadtquartieren im Berliner Nord-Westen: Siemenstadt 2.0, Urban Tech Republic, Das neue Gartenfeld und Waterkant. Die vier Stadtquartiere, deren parallel Entwicklung in den nächsten 10 Jahren zu einer Renaissance des Berlin Nord-Westen führen, haben eine gemeinsame Vision: nachhaltiges urbanes Leben.

Unsere Vision in ein anforderungsgerechtes, innovatives, aber auch machbares Leitbild nachhaltiger Mobilität 2035 übersetzen, ist Ziel des Projektes. Dabei wird sowohl die Mobilität zwischen den vier Quartieren als auch die Anbindung an die Berliner Verkehrsknotenpunkte betrachtet.

Im Fokus des Partizipationsprozesse steht neben der Integration von Bürgern und Gebietskörperschaften insbesondere der Aufbau einer einzigartigen Partnerschafts-Plattform mit führenden deutschen Mobilitätsunternehmen, die neben einem innovativen Leitbild für die vier Stadtquartiere auch die Basis für ein Berliner Reallabor und einen Blueprint für Deutschland bietet.

Institution

Siemens Mobility GmbH

mobil ans #werk – gemeinsam mit Unternehmen mobil

Prosperierende Kommunen im suburbanen Raum mit stark frequentierten Gewerbegebieten stehen vor der Aufgabe, ihre Unternehmen als attraktive Arbeitswelt für das digitale Zeitalter neu zu erfinden. Dabei verändern sich individuelle Mobilitätsmuster gleichzeitig mit den Ansprüchen an die Wege von und zur Arbeitsstelle, ein erhebliches Potenzial für ein nachhaltiges Mobilitätssystem. Konkret beinhaltet dies nicht nur Pendelströme und betriebsinterne Mobilitätskonzepte, sondern geht weit darüber hinaus, um die Zukunft der Mobilität eng mit den Vorstellungen künftiger Arbeit zu entwickeln und räumlich weiterzudenken. Für diese Aufgabe müssen viele Akteure ihre Arbeit koordinieren: Unternehmen, Kommune, Politik, Verkehrsbetriebe, Wissenschaft und Praxis. Zeit, die Zukunft der Mobilität gemeinsam aktiv zu gestalten – gemeinsam ans #werk zu gehen!

Ziel des Zukunftsbilds 2035 ist es, gemeinsam mit der Stadtverwaltung der Einpendler-Stadt Burgwedel und den dort ansässigen Unternehmen tragfähige Lösungen nicht nur für einzelne Unternehmen zu finden, sondern darüber hinaus Optionen für die gesamte Stadt und ihre Bewohnerinnen und Bewohnern zu entwickeln. Ausgehend von den Vorstellungen eines nachhaltigen Mobilitätssystems der Stadtverwaltung liegt der Fokus auf Unternehmen und ihren Zukunftsvisionen sowie den Bedürfnissen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern. Insgesamt werden eine digitalbasierte Umfrage der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Unternehmen (arbeits#werk) und der Arbeitgeber in Burgwedel sowie zwei Workshops (mobil#werk und #werkstadt) mit unterschiedlichen Zielgruppen durchgeführt. Der erste Workshop "mobil#werk" mit Vertreterinnen und Vertreter der Stadtverwaltung über sektorale Aufgabenbereiche hinweg dient der Erarbeitung neuer Mobilitätslösungen für die Stadt Burgwedel allgemein. Der zweite Workshop #werkstadt richtet sich an Unternehmen, Verwaltung, Politik und Verkehrsbetriebe, um gemeinsam ein Zielbild für ein nachhaltiges Mobilitätssystem in 2035 zu entwickeln. Die Ergebnisse der digitalbasierten Umfrage und der Telefoninterviews in Unternehmen werden in den zweiten Workshop integriert. Gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung der Stadt Burgwedel bilden die TU Dortmund mit dem Fachgebiet Räumliche Transformation im digitalen Zeitalter sowie das Büro plan zwei Stadt und Architektur das Leitungsteam des gemeinsamen Prozesses.

Institution

TU Dortmund, Wirtschaftsförderung der Stadt Burgwedel, plan zwei Stadtplanung und Architektur

Mobiles Arbeiten in wohnortnahen Satellitenbüros und CarSharing für Pendelfahrten im Schwalm-Eder-Kreis

Die Zahl der Pendlerinnen und Pendler, deren Arbeitsstätte außerhalb der Wohngemeinde liegt, sowie die Länge des täglichen Arbeitsweges wachsen in Deutschland seit Jahren kontinuierlich. Während es im Jahr 2000 14,9 Millionen Pendler gab, waren es 2018 bereits 19,3 Millionen. Aus dem Schwalm-Eder-Kreis pendelten bis Ende 2019 täglich knapp 9.000 Berufstätige nach Kassel, Bad Hersfeld und Marburg. Dabei legten sie pro Jahr circa 154 Millionen Kilometer zurück, emittierten mehr als 20.000 Tonnen CO2, gaben circa 60 Millionen Euro dafür aus und verbrachten ungefähr 2 Millionen Stunden auf der Straße oder in der Bahn.

Weil es sich bei einem überdurchschnittlichen Anteil der Arbeitsplätze in Kassel und Marburg um Büroarbeitsplätze handelt, haben im Jahr 2020 pandemiebedingt viele dieser Pendler einen großen Teil der Arbeitstage im Homeoffice verbracht, obwohl dies längst nicht für jeden eine gute Lösung darstellt. Neben Problemen wie Platzmangel oder einer schlechten Internetverbindung können zu Hause Störungen durch Kinder oder andere Haushaltsangehörige oft nicht ausgeschlossen werden. Anderen wiederum droht Vereinsamung aufgrund des ausbleibenden sozialen Kontakts.

Da jedoch davon auszugehen ist, dass auch nach Überwindung der Pandemie solche Beschäftigte nicht mehr jeden Tag, sondern vielleicht nur noch an zwei bis drei Tagen pro Woche in die Firmenzentrale zur Arbeit fahren werden, soll ein Zielbild entworfen und im Verlauf des Projekts konkretisiert werden, welches diesen neuen Bedingungen gerecht wird. Das Zielbild soll als wesentlichen Aspekt die Initiierung von wohnortnahen Satellitenbüros im ganzen Landkreis beinhalten, die als dritte Arbeitsplatzoption neben Homeoffice und Firmenzentrale gemeinschaftlich gegenüber den größeren Arbeitgebern der großräumigen Region vermarktet werden sollen.

Unter diesen Rahmenbedingungen werden viele Zweit- und Drittwagen deutlich seltener genutzt werden. Über ein attraktives Sharing-Angebot (Pkw, Pedelec, übertragbare ÖPNV-Tickets), sowohl für die selteneren Arbeitswege als auch für sonstige Privat- und Dienstfahrten sowie die strukturierte Vermittlung von Fahrgemeinschaften insbesondere auf den Arbeitswegen, soll die Abschaffung gering genutzter Pkw unterstützt werden. Alle im Sharing befindlichen Ressourcen (Fahrzeuge, Tickets, Fahrgemeinschaften, Büroarbeitsplätze und Besprechungsräume in den Satellitenbüros sowie gegebenenfalls auch in den Firmenzentralen) sollen über eine zentrale Buchungsplattform verwaltet werden.

Insgesamt sollen mit den geplanten Maßnahmen vielfältige Verbesserungen erreicht werden. Durch die Entstehung von Satellitenbüros lassen sich Arbeitswege verkürzen und werden dementsprechend klimaschonender und für die Beschäftigten bequemer sowie kostengünstiger. Die neuen, gemeinschaftlich genutzten Büros ermöglichen ein effektives, wohnortnahes Arbeiten in einer ansprechenden und professionellen Umgebung. ArbeitgeberInnen profitieren, da sie nicht mehr in teure, zentral gelegene Büroflächen in Ballungsräumen investieren müssen. Ländliche Räume steigern ihre Attraktivität als Wohn-, Arbeits- und Lebensorte, denn Satellitenbüros bieten die Möglichkeit zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf, können zur regionalen Wertschöpfung beitragen und sind Innovations-Hubs. Das ergänzende ganzheitliche, intelligente, innovative und klimaschonende Mobilitätskonzept mit besonderem Fokus auf Sharing-Angebote wird die Mobilitätsanforderungen der Beschäftigten abdecken und darüber hinaus umliegende Wohnorte und Gewerbestandorte mit einem attraktiven Verkehrsangebot versorgen.

Institution

EcoLibro GmbH

Mitwirkende Gebietskörperschaften

Projektpartner: Schwalm-Eder-Kreis, Stadt Homberg, CoWorkLand eG, Regionalmanagement Nordhessen, Universität Kassel (Fachgebiet Verkehrsplanung und Verkehrssysteme), Regio.Mobil Deutschland GmbH

"MOVE Solingen 2035" Mehr MObilität mit weniger VErkehr – Das Solinger Zielbild für nachhaltige Mobilität

Die Stadt der Zukunft unterliegt einem Systemwandel von enormer Tragweite und bedarf deswegen völlig neuer Stadtentwicklungsansätze. Solingen verfolgt bereits einen ganzheitlichen Ansatz, der die lebenswerte Zukunft der Menschen ihrer Stadt in den Mittelpunkt stellt. Dies geschieht über verschiedene Aktivitäten, die mit ihren Zielen und Ergebnissen greifbar sind und schon jetzt sowie in den kommenden Jahren handfeste Verbesserungen erzeugen. Hier sind beispielhaft die Smart-City-Strategie (Modellstadt gefördert durch das BMI), die eng abgestimmt mit dem Nachhaltigkeitsprozess (Global Nachhaltige Kommune) umgesetzt wird oder der Batterie-Oberleitungsbus BOB (gefördert durch das BMVI) zu nennen.

Neben den aktuellen Projekten und Ansätzen will sich Solingen jedoch auch mit der etwas entfernteren Zukunft der Stadt auseinandersetzen: Wie sieht die Welt in 15 Jahren aus? Welche Mobilitätsformen werden benötigt, welcher (Pendel-)Verkehr ist dazu noch nötig und an welcher Stelle kann Digitalisierung dabei unterstützen? Wie sieht also die Zukunft der Arbeit und wie die Zukunft der dazu nötigen Mobilität aus?

Mit allen Akteursgruppen einer Stadtgesellschaft wird über partizipative Ansätze ein Zielbild für "Mehr Mobilität mit weniger Verkehr" entwickelt. Ziel des Projektes ist es, ein gemeinsames Verständnis zu erarbeiten, das Wünsche und Bedürfnisse von zukünftigen Mobilitätsnachfragerinnen und Mobilitätsnachfragern – insbesondere induziert durch berufliche Pendelbewegungen – sowie technologische oder digitalbasierte Ideen für Mobilitätsangebote skizziert, um dies als übertragbare Blaupause für Stadtplanung zur Verfügung zu stellen. Dazu werden im Projekt verschiedene Visualisierungsformate sowie typische Nutzerinnencharaktere beziehungsweise Nutzercharaktere (Personas) entwickelt, welche übereinandergelegt die Erlebbarkeit der Vision ermöglichen. Das Gesamtbild dieser Personas und den gezeichneten Angeboten, Wünschen und Bedürfnissen bildet ab, welche Art beruflich induzierter Mobilität 2035 geboten, erstrebenswert und möglich ist. Der Gesamtprozess in der Projektphase wird im Auftrag der Wirtschaftsförderung Solingen durch ein Team aus Transformationsexpertinnen und Transformationsexperten, Raumgestalterinnen und Raumgestalter sowie Verkehrswissenschaftlerinnen und Verkehrswissenschaftler kuratiert und greift auf ein breites Ökosystem von innovationsinteressierten Akteurinnen und Akteuren aus der Stadt, der Region und der ganzen Bundesrepublik zurück. Eine treibende Stadtakteurin ist die Wirtschaftsförderung Solingen, die selbst spannende Formate für kollektive Innovationen sowie den Zugang in die Start-Up Welt einbringt und darüber hinaus das zu entwickelnde Gewerbegebiet "Stöcken 17" als Beispielquartier und Laborraum zur Verfügung stellt.

Mobilität im Jahr 2035: Solingen macht sich gemeinsam auf den Weg!

Institution

Neue Effizienz GmbH, Stadt Solingen

Mitwirkende Gebietskörperschaft

Stadt Solingen

Reallabor Hessen

Die Universität Kassel kooperiert für die Entwicklung eines Zielbild 2035 mit der nordhessischen ländlichen Stadt Trendelburg und dem Nordhessischen Verkehrsverbund. Ziel ist es, Alternativen für die Abhängigkeit vom eigenen Auto auf dem Land zu finden. In einem partizipativen Prozess sollen Einsatzfelder für entsprechende Alternativen wie On-Demand-ÖPNV oder digitale Mitfahrerbänke als neue Form der Mitfahrgelegenheit identifiziert werden.

Institution

Universität Kassel

Mitwirkende Gebietskörperschaft

Stadt Trendelburg

Smarter Marktplatz für die Mobilität der Zukunft

Traditionell ist der Marktplatz der Treffpunkt einer Stadt. Die Stadt Bredstedt sowie die Gemeinden Breklum, Struckum und Vollstedt in Schleswig-Holstein wollen dieses Konzept ins 21. Jahrhundert übertragen und auf Mobilität im ländlichen Raum anwenden. In Zusammenarbeit mit den Bürgerinnen und Bürgern sollen neue Mobilitäts- und Logistikangebote auf dem Marktplatz im Ortszentrum gebündelt werden. Dies schafft nicht nur eine Alternative zum Pkw, sondern trägt auch zur Revitalisierung des Ortszentrums bei.

Institution

Stadt Bredstedt

Mitwirkende Gebietskörperschaften

Gemeinden Brecklum, Struckum Vollstedt

MESHH – Magistrale Luruper Hauptstraße – VErbindungen stärken, Trennung überwinden Freie und Hansestadt Hamburg

Das Projekt "MESHH" erarbeitet Lösungsansätze, wie KFZ dominierte und hochbelastete Pendelkorridore nachhaltig umgestaltet werden. Diese Magistralen sind derzeit durch ihre Funktionalität im Sinne der autogerechten Stadt gekennzeichnet. Diese Pendelkorridore zeichnen sich durch hohe Verkehrsbelastung und damit einhergehende Lärm- und Schadstoffbelastungen aus. Die entsprechenden negativen (Gesundheits-)Folgen, wie Lärm-und Schadstoffe haben Auswirkungen auf die Lebensqualität vor Ort. Die Luruper Hauptstraße im Bezirk Altona ist eine vierspurige Hauptstraße und verbindet die Hamburger Innenstadt mit dem benachbarten Kreis Pinneberg und ist aus Sicht des Kfz-Verkehrs die wichtigste Verbindungsstraße zwischen Hamburg und den nordwestlich angrenzenden Schleswig-Holsteinischen Ortschaften. Der Stadtteil Lurup und seine Anwohnenden sind daher täglich einer starken Belastung durch Pendelverkehre; gerade in der Rush-Hour ausgesetzt.

Im Rahmen des Projekts werden daher flexible und adaptive Infrastrukturen geprüft, um das Ein-und Auspendeln mit dem Kfz zu hemmen. Parallel muss im direkten und angrenzenden Raum nach Konzepten und der Stärkung des Umweltverbundes gesucht werden. Die Förderung der Intermodalität unterstützt die Ziele der Klima- und Mobilitätswende und sichert Aufenthaltsqualitäten in diesen Räumen. Ziel des Projekts ist die Integration unterschiedlichster Stakeholder und Akteure von einem frühen Zeitpunkt an. Dies birgt Herausforderung, wie enge rechtliche StVO-Rahmensetzungen. Gleichzeitig sind diese aber vor dem Hintergrund anstehender Klimaanpassungen stark in Frage zu stellen, wie beispielsweise "Tempo 50" als Standard auf innerstädtischen Hauptverkehrsstraßen.

In dem Pilotprojekt werden Grundlagen erarbeitet, um die Luruper Hauptstraße beispielhaft umzugestalten und auf zukünftige Verkehrsanforderungen anzupassen. Dabei wird prototypisch die ko-kreative Entwicklung einer zukunftsfähigen Verkehrsinfrastruktur angestrebt. Diese soll unter Einbeziehung von Stakeholdern, Nachbarkommunen, Anwohnenden und Gewerbetreibenden in aufeinander abgestimmten Dialogveranstaltungen, Workshops und Onlineformaten (zum Beispiel Webkonferenzen, Umfragen, offenen Ideenboards) organisiert werden. Das Ziel ist, den Straßenraum zwischen den Verkehrsträgern so umzuverteilen, dass es eine klare Priorisierung des Umweltverbunds gibt. Die Reduzierung des motorisierter Individualverkehr und gleichzeitige Beschleunigung des Busverkehrs gehören zu den zentralen Zielen, ebenso wie eine gut entwickelte und sichere Fahrradinfrastruktur, die das komplikationsfreie Befahren mit Lastenrädern sowie das Überholen mit gesetzlichem Mindestabstand ermöglicht. Die Reduzierung der Trennwirkung der Straße und das Queren insbesondere für Zufußgehende werden erleichtert. In einem Reallabor werden die erarbeiteten Lösungen erprobt und in Form temporärer Maßnahmen als Verkehrsversuch angewandt.

Zur Verstetigung des Zielbilds soll eine Integration in den noch bis 2022 laufenden Prozess der gesamtstädtischen Verkehrsentwicklungsplanung sowie in das aktuell in Erstellung befindliche Konzept für klimafreundliche Mobilität für den Bezirk Altona (gefördert im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative) stattfinden.

Institution

Bezirksamt Altona, Freie und Hansestadt Hamburg