Kampagnen zur Weltklimakonferenz COP 23

Bereit für die Zukunft

Klimaschutz ist zu einer globalen Bewegung geworden. Klimaschutz ist facettenreich, erfolgreich und essenziell. Uns allen sichert er die Lebensgrundlage: unsere Erde. In Afrika schafft er unter anderem Arbeitsplätze. Den Bewohnern von Inselstaaten sichert er die Heimat. Er ebnet uns den Weg für eine vielfältige Mobilität. Alle diese Aspekte des Klimaschutzes rückte die Kampagne "Bereit für die Zukunft" mit greifbaren Projektbeispielen in den Blickpunkt.

Collage aus Bildern eines Regenwaldes, eines Solarparks, einer Imbißbude und einer Fahrradkolonne mit den Texten: Klimaschutz ist Leben, Klimaschutz ist Strom, Klimaschutz ist Unabhängigkeit, Klimaschutz ist Antrieb

Klimaschutz ist ...

Leben: Die Initiativen "REDD+" und "Bonn Challenge"
Nebel steigt im Regenwald auf

Darum geht es:

Wälder sichern unser aller Lebensraum. Darum schützen wir sie weltweit. Mit unserer Förderung der Initiativen REDD+ (Reducing Emissions from Deforestation and forest Degradation) und "Bonn Challenge" setzen wir uns für den Wiederaufbau von Wäldern in Lateinamerika ein, zum Beispiel in Guatemala, in Brasilien, Kolumbien und Peru. Darüber hinaus unterstützen wir die Partnerländer dabei, die Abholzung von Wäldern bei der Produktion landwirtschaftlicher Produkte zu vermeiden und nachhaltige Geschäftsmodelle zum Waldschutz zu entwickeln.

Das bewirkt es:

Durch die im Jahr 2011 ins Leben gerufene Initiative "Bonn Challenge" werden bis 2020 weltweit 150 Millionen Hektar an entwaldeten und zerstörten Waldflächen wiederhergestellt. Das entspricht vier mal der Fläche Deutschlands. Die Waldfläche, die in Guatemala wiederaufgebaut wird, ist beinahe so groß wie das Saarland.

Die neuen Geschäftsmodelle mit dem Privatsektor verhindern nicht nur die Abholzung, sondern verbessern auch die Lebenssituation der Menschen in der Region. In Modellprojekten werden beispielsweise Wertschöpfungsketten für landwirtschaftliche Produkte aufgebaut, die der Bevölkerung Nebeneinkünfte ermöglichen.

Unsere Förderung:

119.182.925 Euro (2008-2017)

Weitere Informationen:


Strom: Das solarthermische Kraftwerk "India One"
Solarkraftwerk vor einem Berg in Indien

Darum geht es:

Mit 300 Sonnentagen im Jahr ist Indien eines der sonnenreichsten Länder der Welt. Das solarthermische Kraftwerk "India One" in Rajasthan macht sich diese Begebenheit zunutze: 770 Parabolspiegel, jeweils 60 Quadratmeter groß, sorgen für ein Megawatt elektrische Leistung. Kombiniert mit einem innovativen Speichersystem ermöglicht es die Bereitstellung von Elektrizität, warmes Wasser und Energie für 25.000 Menschen rund um die Uhr.

Das bewirkt es:

Solarenergie galt lange als zu teuer für ein Land wie Indien, in dem mehr als 300 Millionen Menschen unterhalb der Armutsgrenze leben. Einen erheblichen Teil seines Energiebedarfs deckt das Land mit Kohle ab. Doch sinkende Preise für Solaranlagen haben in den vergangenen Jahren ein Umdenken bewirkt. Deutschland unterstützt Indien dabei, den Markt für Solarenergie in Ballungsräumen und Industriezentren weiterzuentwickeln. So bringen wir eine Energiegewinnung ohne Treibhausgase voran – in Indien und für die ganze Welt.

Unsere Förderung:

6 Millionen Euro

Weitere Informationen:


Unabhängigkeit: Verbreitung von Solarkiosken in Afrika
Beleuchteter Kiosk in der Nacht mit sitzenden Mensch im Vordergrund

Darum geht es:

Die Solarkioske des Berliner Start-Ups SOLARKIOSK AG ermöglichen eine klimaneutrale und autonome Energieversorgung in den ländlichen Regionen Afrikas. Jeder Kiosk hat ein kleines Solarkraftwerk mit ein bis vier Kilowatt peak (kWp) Leistung in ein modulares und erweiterbares Gebäude aus Leichtbauweise integriert. Dank der Solarzellen auf seinem Dach kann der Solarkiosk genügend Strom produzieren, um Mobiltelefone aufzuladen, Getränke oder Medikamente zu kühlen sowie um Fernsehen und Internet anzubieten. Es werden auch Solarlichtprodukte, solarbetriebene Fernseher, Klimaanlagen und CO2-effiziente Kochherde vertrieben.

Ziel ist es, den Zugang zu nachhaltigen Energielösungen für ländliche Gebiete in Afrika zu verbessern, unter anderem durch den Aufbau von lokalen Fertigungskapazitäten zur Kioskherstellung. Mit den Fördermitteln wurde in Ghana bereits eine lokale Fertigung für Solarkioske mit einem lokalen Partner aufgebaut. Die Maßnahmen beinhalteten außerdem den hierfür benötigten Kapazitätsaufbau zum Bau und Betrieb der Kioske. Darüber hinaus wurden mehrere Workshops und Weiterbildungen zu den Themen Technik und Produktion sowie Betrieb und Verkauf durchgeführt. Der lokale Fertigungspartner wurde im Bereich Konstruktion, Produktion und Qualitätsmanagement regelmäßig unterstützt, so dass ein kontinuierliches "training on the job" und ein umfassender Wissenstransfer stattfand.

Das bewirkt es:

Ein Solarkiosk kann im Jahr bis zu 62,5 Tonnen umweltschädliches Kohlenstoffdioxid einsparen. Jeder neue Kiosk bringt Kleinhändlern auch in entlegenen Regionen einen dauerhaften Job, oft für Frauen oder Menschen mit Behinderung, die als Kiosk-Operatoren erstmals die Chance bekommen, gutes Geld zu verdienen.
Die Solarkiosk AG ist derzeit in neun Ländern aktiv (Äthiopien, Ghana, Jordanien, Kambodscha, Kenia, Ruanda, Sambia, Tansania, Vietnam). In fünf Ländern hiervon mit eigenen Kiosken bzw. Niederlassungen und in vier weiteren Ländern ist das Solarkiosk-Modell durch Partner implementiert. Insgesamt sind derzeit 232 Kioske der Firma Solarkiosk in Betrieb. Das Foto für die BMU-Plakatkampagne zeigt einen Solarkiosk in Äthiopien. Im Jahr 2013 wurde die Solarkiosktechnologie mit dem Bundespreis Eco-Design des BMU ausgezeichnet. Zudem erhielt das Unternehmen 2016 den Bloomberg New Energy Pioneer Award.

Unsere Förderung:

160.273 Euro

Weitere Informationen:


Antrieb: Bundesweite Radverkehrsprojekte
Dutzende Menschen fahren auf zwei Spuren einer Schnellstraße

Darum geht es:

Im Rahmen des Bundeswettbewerbs "Klimaschutz durch Radverkehr" können modellhafte, investive Projekte zur Verbesserung der Radverkehrssituation in konkret definierten Gebieten gefördert werden. Ziel ist es, Treibhausgasemissionen einzusparen, die Lebensqualität vor Ort zu verbessern sowie bundesweit zur Nachahmung anzuregen.

Eines dieser Projekte ist der Veloring: Zukünftig werden sich sieben Kilometer Radschnellweg im Halbkreis um die Innenstadt von Friedrichshafen spannen. Damit wird das Radwegenetz erweitert und die fahrradgerechte Infrastruktur der Stadt bereichert – ein großer Schritt im Energie- und Klimaschutzkonzept von Friedrichshafen.

Das bewirkt es:

Der Ausbau von Radschnellwegen und -verbindungen macht die Fahrradnutzung auch über längere Distanzen attraktiv. Mit dem Ausbau des Velorings trägt die Stadt Friedrichshafen somit dazu bei, den Radverkehrsanteil zu steigern. Dies wiederum verringert den CO2-Ausstoß in der Stadt und ist ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz vor Ort.

Unsere Förderung:

70 Millionen Euro für bisher 250 Radverkehrsprojekte aus den Mitteln der Nationalen Klimaschutzinitiative

Weitere Informationen:


Technik: Solare Industriekühlung in Jordanien
Kühlaggregate vor einer Wüstenstadt

Darum geht es:

In der jordanischen Wüstenstadt Petra scheint die Sonne im Durchschnitt sieben bis zehn Stunden pro Tag bei Temperaturen von über 40 Grad Celcius. Kein Wunder, dass der Bedarf an Klimaanlagen in der Region hoch ist. Die Initiative der Internationalen Klimaschutzinitiative ist so überraschend wie einleuchtend: Sonnenenergie kühlt die jordanischen Gewerbegebäude. Dazu kommen Absorptionskälteanlagen, die sogenannte "Hummel" und ihre kleine Schwester "Biene", zum Einsatz. Vier private und öffentliche Gebäude wurden bereits mit solarbetriebenen Klimaanlagen ausgestattet. Wird es im Winter kälter, können sie praktischerweise auch heizen.

Das bewirkt es:

In einem Jahr produzieren Klimaanlagen in jordanischen Gewerbegebäuden so viel CO2 wie 120.000 Autos, nämlich 600.000 Tonnen. Durch die solarbetriebenen Anlagen werden diese Emissionen gemindert. Gleichzeitig wird Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen reduziert und der Weg zur Selbstversorgung geebnet. Mit dem Aufbau eines nachhaltigen Industriezweiges schafft das Projekt zudem Arbeitsplätze in Jordanien. Die beteiligten privatwirtschaftlichen Unternehmen können sich in dem neuen Sektor positionieren und wichtige Referenzen für ähnliche Projekte in der Region schaffen.

Unsere Förderung:

3.727.000 Euro

Weitere Informationen:


Heimat: Schutz der Ökosysteme von Inselgruppen im Südpazifik
Eine Gruppe von Schülern auf dem Weg nach Hause

Darum geht es:

Im Jahr 2016 zerstörte der tropische Wirbelsturm Winston große Teile der Fidschi-Inseln. Für die Gemeinden hat jetzt der Wiederaufbau ihrer Häuser Priorität, aber auch die Wiederherstellung des Ökosystems. Die Internationale Klimaschutzinitiative unterstützt Projekte auf Fidschi, den Salomonen und Vanuatu beim Umweltschutz, nachhaltigem Management und dem Wiederaufbau von Ökosystemen. Dazu gehören die Wiederaufforstung, Korallenanpflanzung, Agroforstwirtschaft und die Schaffung natürlicher Erholungsgebiete.

Das bewirkt es:

Der Einsatz der Gemeinden am Projekt ist groß. Denn sie wissen, wie wichtig es ist, ihre Wassereinzugsgebiete und Wälder zu renaturieren: Der Schutz natürlicher Ressourcen bedeutet eine Anpassung an den Klimawandel, die Sicherung der Qualität von Wasser und Nahrung sowie Unterkünfte und Einkommen.

Unsere Förderung:

4.945.625 Euro

Weitere Informationen:


Fortschritt: Bundesweiter Einsatz von LED-Technologie
Licht und verschwommene Personen im Laufen

Darum geht es:

LED-Technologie sorgt nicht nur für eine bessere Lichtqualität, sondern schont die Umwelt, spart Energie und Stromkosten. Vor diesem Hintergrund wurde 2008 die LED-Leitmarktinitiative ins Leben gerufen: Sie unterstützt die breite Markteinführung der Technologie durch die Identifizierung und den Abbau von Markthemmnissen, die Entwicklung von Standards und Pilotprojekten, der Stärkung von Forschung und Entwicklung und den Informations- und Erfahrungsaustausch.

Das bewirkt es:

Wer herkömmliche Leuchten gegen LED-Leuchten austauscht und den Lichteinsatz effizient steuert, kann CO2-Einsparungen von bis zu 80 Prozent erzielen. In Städten und Gemeinden macht allein die Außenbeleuchtung circa 40 Prozent des gesamten kommunalen Stromverbrauchs aus – und birgt damit ein enormes Energiesparpotenzial.

Die Aktivitäten aller in der Leitmarktinitiative vertretenen Partner haben dazu geführt, dass LED in Deutschland zwar noch nicht flächendeckend, aber immer häufiger eingesetzt werden. Davon profitieren alle: Kommunen, Unternehmen, Wissenschaft und nicht zuletzt der Klimaschutz.

Unsere Förderung:

490.000 Euro aus den Mitteln der Nationalen Klimaschutzinitiative

Weitere Informationen: 


Gemeinschaft: Klimaschutzgenossenschaften in Deutschland
Frauen, Kinder und Männer in einem Feld

Darum geht es:

Mit Hilfe von Energiegenossenschaften können Bürgerinnen und Bürger an Energieprojekten vor Ort teilhaben – und sich so für die Energiewende starkmachen. Die 200.000 Mitglieder sind bereits zu einer großen Bewegung geworden.

Das Projekt klimaGEN geht noch einen Schritt weiter und fördert die Genossenschaften dabei, über ihr bisheriges Engagement hinaus den Klimaschutz in der Region zu stärken.

Das bewirkt es:

klimaGEN setzt daran an, Menschen zu überzeugen und Strukturen aufzubauen, die es leichtmachen, das Klima zu schützen. Die Zusammenarbeit mit Energiegenossenschaften bietet dafür gute Voraussetzungen, denn sie engagieren sich mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien bereits für den Klimaschutz. Sie sind bürgernah und verbinden unternehmerisches Engagement mit gesellschaftspolitischen Anliegen.

Unsere Förderung:

rund 734.000 Euro aus den Mitteln der Nationalen Klimaschutzinitiative

Weitere Informationen:


Handwerk: Energetische Stadtsanierung in Deutschland
Handwerker trägt Dämmwolle auf einem Dach

Darum geht es:

Um die Energiewende voranzubringen und unsere ambitionierten Klimaschutzziele zu erreichen, müssen wir auf einen nahezu klimaneutralen Gebäudebestand bis 2050 hinarbeiten. Darum unterstützen wir die Kommunen mit dem Programm der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) „Energetische Stadtsanierung“ bei der energetischen Sanierung und Entwicklung von Quartieren.

Das bewirkt es:

Zwei Pilotprojekte geben die Richtung vor: In Hildesheim Drispenstedt werden die Wohnungen energetisch saniert, sodass der Wärmeverbrauch gesenkt wird. Gleichzeitig wird das Wärmenetz so umgestellt, dass es die Bewohner voraussichtlich ab 2024 mit Solarthermie versorgen kann.

Das energetische Quartierskonzept der Altstadt Prenzlau in Brandenburg wiederum zielt auf eine bedarfsgerechte energetische Gebäudesanierung und die Optimierung des Fernwärmenetzes ab. Inzwischen kann die Fernwärme aus 37 Prozent erneuerbaren Energien produziert werden.

Unsere Förderung:

rund 50 Millionen Euro pro Jahr

Weitere Informationen:


Verantwortung: Gegen die Vermüllung der deutschen Nord- und Ostseeküste
Krabbe nutzt Plastikflasche als Haus

Darum geht es:

Die Verschmutzung der Meere durch Müll hat sich zu einem der drängendsten Umweltprobleme unserer Zeit entwickelt. Durch die Belastung der Strände, der Wassersäule und des Meeresbodens verlieren Nord- und Ostsee zusehends ihre Schutzfunktion fürs Klima. Um dem entgegenzuwirken, unterstützen wir nationale, regionale und internationale Aktionspläne und Initiativen, unter anderem den Runden Tisch Meeresmüll, in dessen Arbeit mittlerweile circa 130 Experten eingebunden sind.

Ein anderes Beispiel ist die Fishing for Litter-Initiative: Allein in Deutschland heben mittlerweile 120 Fischer Abfall aus der Nord- und Ostsee. Sie erhalten dafür große Sammelsäcke, in denen sie den Müll, der sich in den Netzen verfängt, sammeln und in den Hafen transportieren können. Hier stehen Container für die Entsorgung bereit.

Das bewirkt es:

Die Fishing for Litter-Initiative erfreut sich über ständigen Zulauf von mitmachenden Fischern und Häfen. Der Wissenszugewinn über Zusammensetzung und Herkunft der Abfälle hilft zudem auch die Grundursachen der Vermüllung zu bekämpfen.

Erste Erfolge lassen sich auch an anderer Stelle verzeichnen, damit die Meere im Jahr 2020 wieder sauber, gesund und produktiv sind. So konnte eine Reduktion um 82 Prozent der in kosmetischen Mitteln eingesetzten Kunststoffpartikeln aus Polyethylen erreicht werden. Zahnpasten sind mittlerweile generell frei von Mikroplastik.

Unsere Förderung:

1.172.000 Euro (2013-2020)

Weitere Informationen:


Präsentiert wurden beeindruckend große Projekte wie das solarthermische Kraftwerk "India One", das 25.000 Menschen rund um die Uhr mit Strom versorgt. Aber auch kleine dezentrale Ansätze, die in ihrer Vielzahl einen großen Beitrag zum Klimaschutz leisten – zum Beispiel die 200.000 Mitglieder von Energiegenossenschaften in Deutschland. In ihrer Kreativität und Vielfalt gaben die von der Kampagne porträtierten Projekte dem Klimaschutz einen positiven Impuls – und verdeutlichten, weshalb die globale Transformation hin zu einer treibhausgasneutralen Welt in vollem Gange ist.

"Natürlich Bonn" bereitete die Stadt Bonn auf das Großereignis vor

Mit einer Informationskampagne "Natürlich Bonn" wurden gezielt die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Bonn auf das Großereignis eingestimmt. "Klimaschutz und Bonn ist wie Himmel und Äd" hieß es auf einem der Plakate, um die internationale Bedeutung der Bundesstadt für die globale Klimapolitik herauszustellen. Für insgesamt drei Wochen war die Kampagne im Vorfeld der Klimakonferenz auf Großplakatflächen und in Plakatvitrinen im Bonner Stadtgebiet zu sehen. Zudem gab es die Möglichkeit, an verschiedenen Aktionen rund um das Thema Klimaschutz teilzunehmen.

  • Plakat mit einem blühenden Kirschbaum: Natürlich Bonn! Die UN-Klimakonferenz kommt zu uns!
  • Blick auf den Rhein und die Stadt Bonn