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15.06.2015

Tatort: Von Windkraft, Vögeln und Schweinswalen

Im ARD-Tatort aus Bremen konnte man verfolgen, wie Konflikte um Offshore-Windkraft eskalieren können. Das meiste an diesem Tatort ist Fiktion – aber ein Spannungsverhältnis zwischen Klimaschutz und Naturschutz gibt es auch in der Realität.

Am Sonntag, den 14. Juni 2015, konnte man im ARD-Tatort aus Bremen verfolgen, wie Konflikte um Offshore-Windkraft eskalieren können. Aus der Sorge um Schweinswale und Vogelschlag wird da ein dreifacher Mord begangen. Das meiste an diesem Tatort ist Fiktion – aber ein Spannungsverhältnis zwischen Klimaschutz und Naturschutz gibt es auch in der Realität. Aufgabe der Umweltpolitik ist, beide Anliegen miteinander in Einklang zu bringen: mehr erneuerbare Energien auf der einen Seite und den Schutz von Schweinswalen und Vögeln auf der anderen. Auch im Bundesumweltministerium hat es dazu intensive Debatten gegeben – mit konstruktiven Ergebnissen.

"Mit Forschung und klugen Regeln lässt sich die Energiewende naturverträglich organisieren. Für den Ausbau der erneuerbaren Energien brauchen wir Lösungen, die den Naturschutz frühzeitig mitdenken und damit mögliche Probleme von vornherein vermeiden helfen", sagt Bundesumweltministerin Barbara Hendricks. 

Ein Beispiel dafür ist das Schutzkonzept für Schweinswale vor Baulärm, der bei der Errichtung von Offshore-Windrädern entsteht. Wer in der Nordsee einen Windpark bauen will, muss sich an diese Vorgaben halten – sonst erteilt das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) keine Freigabe.

In den vergangenen Jahren hat das Bundesumweltministerium zudem Wissenschaftler dabei unterstützt, Methoden zur Schallminderung beim Rammen der Fundamente zu entwickeln (Blasenschleier).

Aktuell werden die vom Umweltbundesamt empfohlenen Grenzwerte nicht nur eingehalten sondern auch deutlich unterschritten. Durch Lärm verletzte oder getötete Wale konnten bisher nicht beobachtet werden. Auch mit Blick auf die Vögel braucht die Energiewende Regeln zur Naturverträglichkeit. Zum Schutz der Seevögel hat das Umweltministerium 2009 ein Positionspapier veröffentlicht, das als Grundlage für die Genehmigungsbehörden dient. Hierin ist festgelegt, dass über die bestehenden Schutzgebiete hinaus bestimmte Bereiche der Nordsee nicht bebaut werden dürfen, damit den Seevögeln auch künftig ausreichend Rastplätze in der Nordsee zur Verfügung steht.

Während des Vogelzuges kann es bei schlechtem Wetter zu Kollisionen mit den Windrädern kommen. Um diese Kollisionen zu vermeiden oder zumindest zu minimieren, fördert das BMUB gegenwärtig eine Anzahl von Forschungsvorhaben. Neben der Überwachung des Betriebes der Windparke werden hier auch Technologien zur Vorhersage und Minderung des Vogelschlages entwickelt. Denn wenn man genauer vorhersagen könnte, wann der Vogelzug stattfindet und wie die Wetterbedingungen sind, könnten die Windräder in diesen kurzen Zeiträumen vorsorglich abgeschaltet werden.

15.06.2015 | Meldung Artenschutz | Berlin