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03.06.2021

Studie zur Standortwahl für die Erzeugung von grünem Stahl in Deutschland veröffentlicht

Die Wahl des geeigneten Standorts von Windparks zur grünen Stromerzeugung, von Elektrolyseanlagen zur Herstellung von grünem Wasserstoff sowie Direktreduktionsanlagen zur Primärstahlerzeugung.

Studie zur Standortwahl für die Erzeugung von grünem Stahl in Deutschland veröffentlicht

Welche technologischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind erforderlich, um künftig grünen Stahl in Deutschland herzustellen? Das ist die zentrale Frage einer Studie des Stahlherstellers Arcelor Mittal in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW), die das BMU mit rund 50.000 Euro unterstützt hat. Ziel der 5-monatigen Kurzstudie mit dem Titel "Erarbeitung und Bewertung von Konzepten zur Nutzung von Windstrom zur Stahlerzeugung" war es, Erkenntnisse über die bestmögliche Standortwahl in der Kette Stromerzeugung, Wasserstoffgewinnung und Stahlherstellung unter dem Gesichtspunkt von EE-Erzeugungspotenzialen und Netzkapazitäten zu gewinnen.

Die Wahl des geeigneten Standorts von Windparks zur grünen Stromerzeugung, von Elektrolyseanlagen zur Herstellung von grünem Wasserstoff sowie Direktreduktionsanlagen zur Primärstahlerzeugung hat einen großen Einfluss auf die Kosten der Herstellung von CO2-armem oder CO2-freiem ("grünen") Stahl und somit auf die Wettbewerbsfähigkeit. Die HAW hat mehrere Varianten bezogen auf eine Jahresproduktionsmenge von 1 Million Tonnen Stahl untersucht.

Im Ergebnis zeigt sich, dass für eine schrittweise Dekarbonisierung der Stahlerzeugung die Herstellung von DRI (Direktreduziertes Eisen) in Küstennähe, das heißt in der Nähe der Offshore-Windkraftanlagen, mit Weitertransport zu Stahlstandorten im Binnenland am besten geeignet ist. Dadurch können erhebliche CO2-Einsparungen zu überschaubaren Kosten realisiert werden.

ArcelorMittal hat angekündigt, dass die Ergebnisse der Studie in die Transformationsstrategie des Unternehmens einfließen werden. Darüber hinaus kann die Studie für die Zukunft der Stahlbranche in Deutschland insgesamt von Interesse sein.

03.06.2021 | Meldung Klima · Energie