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16.04.2018

Stickstoffdioxid – Behauptungen im Faktencheck

Schlechte Luft in unseren Städten – der Autoverkehr und insbesondere die bestehende Diesel-Flotte sind Kern dieses Problems. Wir müssen die Stickstoffdioxid-Belastung deutlich reduzieren. Gängige Behauptungen im Faktencheck.

Schlechte Luft in unseren Städten – der Autoverkehr und insbesondere die bestehende Diesel-Flotte sind Kern dieses Problems. Um die Luftqualität zu verbessern, Fahrverbote zu vermeiden und vor allem die Gesundheit der Menschen zu schützen, müssen wir die Stickstoffdioxid-Belastung deutlich reduzieren. Gängige Behauptungen im Faktencheck. 

Die gesundheitliche Gefahr von Stickstoffdioxid wird übertrieben.

Antwort: Nein. Stickstoffdioxid ist ein ätzendes Reizgas, es schädigt das Schleimhautgewebe im gesamten Atemtrakt. In der Folge können Atemnot, Husten, Bronchitis, steigende Anfälligkeit für Atemwegsinfekte sowie Lungenfunktionsminderung auftreten. Besonders Asthmatiker und Menschen mit vorgeschädigten Atemwegen sind betroffen.

Die Standorte für die Stickstoffdioxid-Messungen sind willkürlich ausgewählt.

Antwort: Es ist ein Märchen, dass die Messstationen nicht sachgerecht aufgestellt sind. Die Positionierung folgt klaren europarechtlichen Regeln. Dabei muss immer auch an den am meisten belasteten Orte gemessen werden. Nur so wissen wir, welchen hohen Konzentration an Schadstoffen Menschen ausgesetzt sind. Wie die Luftqualität gemessen und bewertet wird, ist in der Europäischen Union einheitlich geregelt. Die Richtlinie für Luftqualität bildet dafür die rechtliche Grundlage.

Der Grenzwerte für Stickstoffdioxid ist für Arbeitsplätze viel höher als für die Außenluft.

Antwort: Der EU-Grenzwert für die Konzentration in der Außenluft beträgt 40 Mikrogramm je Kubikmeter – der Arbeitsplatz-Grenzwert für Arbeitende an Industriearbeitsplätzen und im Handwerk, bei denen aufgrund der Verwendung oder Erzeugung bestimmter Arbeitsstoffe eine erhöhte Stickstoffdioxid-Belastung zu erwarten ist, ist mit 950 Mikrogramm je Kubikmeter wesentlich höher. Dafür gibt es auch Gründe: Denn ein Arbeitsplatz-Grenzwert ist ein Wert für die zeitlich begrenzte Belastung gesunder Arbeitender, während durch Stickstoffdioxid in der Außenluft auch empfindliche Personen betroffen sein können, also auch Kinder, chronisch Kranke, ältere Personen – und Personen, die dem Schadstoff rund um die Uhr ausgesetzt sind, zum Beispiel weil sie an einer vielbefahrenen Straße wohnen. Für Büroarbeitsplätze sowie Privaträume findet der Arbeitsplatz-Grenzwert keine Anwendung.

Das wahre Problem sind nicht Diesel-PKW, sondern dreckige Fracht- und Kreuzfahrtschiffe.

Antwort: Die Hauptquelle für hohe Stickstoffdioxid-Belastungen in Innenstädten sind Diesel-Fahrzeuge. In einigen Städten hat auch der Schiffsverkehr einen Anteil an der Stickstoffdioxid-Belastung – allerdings selbst in den besonders belasteten Bereichen einen nachgeordneten. Welt- und europaweit wurden zudem strenge Grenzwerte für neue See- und Binnenschiffsmotoren beschlossen, die in den nächsten Jahren in Kraft treten werden. Darüber hinaus wurden Stickstoffemissions-Überwachungsgebiete (NOx emission control areas, auch NECA) ausgewiesen, in denen für Schiffsneubauten besonders strenge Abgaswerte einzuhalten sind. Dies betrifft bereits heute die bestehenden NECA vor der Küste Nordamerikas und der US-Karibik und ab 2021 auch die Nord- und Ostsee. Die Ausweisung der NECA wird Meeresumwelt und menschliche Umwelt durch die Erhöhung der Luftqualität besser schützen. Außerdem fördert die Bundesregierung auch die Nachrüstung alter Schiffsmotoren und will die Versorgung von Schiffen in Häfen mit Landstrom vorantreiben. 

16.04.2018 | Meldung Luftreinhaltung