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07.01.2020

Kohlenstoffdioxid-Emissionen in Deutschland sinken

Der CO<sub>2</sub>-Ausstoß in Deutschland ist im vergangenen Jahr deutlich gesunken. Das geht aus der Jahresauswertung der Denkfabrik Agora Energiewende hervor.

Der CO2-Ausstoß in Deutschland ist im vergangenen Jahr deutlich gesunken. Das geht aus der Jahresauswertung der Denkfabrik Agora Energiewende hervor.

Nach ersten Schätzungen der Agora Energiewende sind die CO2-Emissionen in Deutschland 2019 um mehr als 50 Millionen Tonnen gesunken. Das entspricht einem Rückgang von 7 Prozent gegenüber 2018 und von 35 Prozent im Vergleich zu 1990. Die amtliche Schätzung zu den CO2-Emissionen wird Mitte März vom Umweltbundesamt vorgelegt. Das sind die Zahlen, die für dann maßgeblich sind.
Als Ziel für das laufende Jahr 2020 hatte sich die Bundesregierung einen Minus von 40 Prozent gegenüber 1990 gesetzt. Bis 2030 sollen die Emissionen um 55 Prozent zurückgehen – dieses Ziel wurde auch im Klimaschutzgesetz erstmals gesetzlich festgeschrieben.
Vor allem im Energiesektor sanken die Emissionen: 2019 kam deutlich weniger Strom aus Braun- und Steinkohle, Erneuerbare Energien deckten dagegen fast 43 Prozent der Stromnachfrage (5 Prozent mehr als im Vorjahr). Erstmals haben in Deutschland Wind-, Wasserkraft, Solarstrom- und Biogasanlagen mehr Strom erzeugt als Kohle- und Kernkraftwerke zusammen.
Dazu erklärt Bundesumweltministerin Svenja Schulze: "Beim Klimaschutz im Energiesektor macht Deutschland jetzt schon im zweiten Jahr in Folge Fortschritte. Das ist nicht von allein geschehen: Mit der Sicherheitsbereitschaft hat die Bundesregierung in den vergangenen Jahren erste Braunkohleblöcke aus der regulären Stromproduktion genommen. Mit der Reform des europäischen Emissionshandels hat die Politik Kohlestrom teurer und klimafreundlichere Alternativen attraktiver gemacht. Und mit den erneuerbaren Energien wurden die Alternativen zur fossilen Stromproduktion aufgebaut, die jetzt zum Tragen kommen. Das macht Mut für die nächsten Schritte beim Klimaschutz. Denn es zeigt: Politisches Gestalten lohnt sich. Jetzt kommt es darauf an, dass die Koalition die gesetzlichen Weiterentwicklungen zum Ausbau der Wind und Sonnenergie schafft. Es macht mir Sorge, dass wir hier schon zu viel Zeit verloren haben und damit Chancen im Klimaschutz, aber auch Arbeitsplätze in der Windbranche gefährden. Denn nur mit einem deutlich stärkeren Ausbau der Erneuerbaren werden wir diese positive Entwicklung sinkender CO2-Emissionen weiter verstärken können. Andere Bereiche wie der Verkehrssektor stagnieren nach wie vor. Das, was die Politik im Energiebereich bereits geschafft hat, müssen wir auch im Verkehrssektor hinbekommen."

Mit dem Klimaschutzgesetz legt das BMU für deshalb jeden Bereich ab 2020 verbindliche, jährliche CO2-Budgets fest, die nicht überschritten werden dürfen. Wenn doch, schreibt das Gesetz sofortige Gegenmaßnahmen vor. Mit schärferen CO2-Grenzwerten für PKW, gezielten Förderprogrammen und einer CO2-Bepreisung wird die Bundesregierung dafür sorgen, dass auch im Verkehrs- und Gebäudebereich die Emissionen in den nächsten Jahren deutlich sinken.

07.01.2020 | Meldung Klimaschutz