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22.06.2015

INSPIRE Konferenz 2015: Geodaten, Karten und Politik

Mikrofon im Sitzungssaal
Seit dem Jahr 2007 findet in jedem Jahr eine europäische INSPIRE Konferenz statt. Sie ist das zentrale Forum für das europäische INSPIRE‑Netzwerk aus Verwaltung, Wissenschaft und Wirtschaft.

Seit dem Jahr 2007 findet in jedem Jahr eine europäische INSPIRE Konferenz statt. Sie ist das zentrale Forum für das europäische INSPIRE‑Netzwerk aus Verwaltung, Wissenschaft und Wirtschaft.

Die diesjährige Konferenz fand vom 25. bis 29. Mai 2015 in Lissabon statt, zum ersten Mal im globalen Maßstab als gemeinsame Veranstaltung mit dem "Geospatial World Forum", einer ebenfalls jährlich stattfindenden mehrtägigen Diskussionsplattform der Geoinformationsindustrie. Insgesamt nahmen mehr als 1.700 Delegierte und Veranstalter beziehungsweise Aussteller aus mehr als 100 Staaten an der Konferenz teil. Über die gesamte Dauer von fünf Tagen fanden täglich große Plenarsitzungen mit hochkarätigen Referenten aus Politik und Wirtschaft statt. Im Rahmen des Eröffnungsplenums zeigte der Bewerber der Demokraten für die Präsidentschaftskandidatur in den Vereinigten Staaten, Martin O’Malley, in einer beeindruckenden Rede den Delegierten auf, wie er als Gouverneur des Bundesstaates Maryland und als Bürgermeister von Baltimore Sicherheits-, Bevölkerungs- und Sozialpolitik mit moderner (Geo-) Datentechnik und Karten zur Entscheidungsunterstützung erfolgreich gestalten konnte. Neben den großen Plenarsitzungen wurden viele Vortragsblöcke und Workshops rund um das Thema Geoinformationstechnologie und -infrastruktur angeboten. Neu und erfolgreich wurde außerdem ein großer Ausstellungsbereich mit Messecharakter in den Rahmen der Konferenz integriert.

Umsetzung von INSPIRE in Deutschland

Wie in jedem Jahr mussten die Mitgliedstaaten im Rahmen des INSPIRE Monitoring bis zum 15. Mai 2015 Auskunft über den Aufbau und den Betrieb ihrer Geodateninfrastruktur geben.

Das Monitoring umfasst eine Liste der Geodatensätze und -dienste, die unter die 34 Themen der INSPIRE‑Richtlinie fallen, sowie eine Evaluierung des Aufbaus und der Nutzung der GDI‑DE anhand definierter Kennzahlen. In Deutschland fallen derzeit über 11.000 Geodatensätze unter die INSPIRE‑Richtlinie, die über mehr als 15.000 Dienste zugänglich sind. Gemäß dem Fahrplan der EU müssen seit Ende 2013 alle INSPIRE‑relevanten Geodatensätze mit INSPIRE‑Metadaten beschrieben und über einen Darstellungs- und einen Downloaddienst zugänglich sein. Dieses Ziel konnte in Deutschland bisher nicht vollständig erreicht werden. Die INSPIRE‑Umsetzung ist in den Bundesländern und in den Bundesbehörden aufgrund verschiedener rechtlicher und organisatorischer Rahmenbedingungen unterschiedlich weit fortgeschritten. Insgesamt sind 96 Prozent der Datensätze und Dienste mit INSPIRE-Metadaten beschrieben und in der GDI‑DE über den Geodatenkatalog.de recherchierbar. Mehr als drei Viertel der Datensätze sind über einen Darstellungsdienst zugänglich, also zum Beispiel im Geoportal.de visualisierbar, mehr als zwei Drittel können über einen Downloaddienst heruntergeladen werden.

22.06.2015 | Meldung Umweltinformation