https://www.bmu.de/ME9201
03.09.2020

Grenzüberschreitendes UVP-Verfahren zur geplanten Laufzeitverlängerung des AKW Loviisa in Finnland

Flagge von Finnland
Das BMU wurde vom finnischen Umweltministerium über die Einleitung einer grenzüberschreitenden Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) hinsichtlich einer Laufzeitverlängerung des AKW Loviisa unterrichtet.

Das Atomkraftwerk (AKW) Loviisa wurde von 1971 bis 1980 auf der Insel Hästholmen, etwa 12 Kilometer (km) vom Zentrum der Stadt Loviisa entfernt, errichtet. Die Entfernung vom AKW nach Helsinki beträgt etwa 100 km. Das AKW besteht aus zwei Druckwasserreaktorblöcken, Loviisa 1 und Loviisa 2 mit jeweils circa 500 MW elektrischer Leistung, sowie den zugehörigen Gebäuden und Lagereinrichtungen, die für die Entsorgung von Kernbrennstoff und radioaktivem Abfall erforderlich sind. Loviisa 1 nahm seinen kommerziellen Betrieb 1977 auf, Loviisa 2 1980. Die derzeitige Betriebsgenehmigung der finnischen Regierung für Loviisa 1 ist bis Ende 2027 gültig, die Betriebsgenehmigung für Loviisa 2 bis Ende 2030.

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) wurde vom finnischen Umweltministerium mit untenstehender Notifizierung über die Einleitung einer grenzüberschreitenden Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) gemäß Espoo-Konvention hinsichtlich einer Laufzeitverlängerung des AKW Loviisa unterrichtet. Das BMU informierte hierüber die zuständigen Landesministerien sowie das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE). Mecklenburg-Vorpommern und Rheinland-Pfalz haben Beteiligungsinteresse erklärt, Mecklenburg-Vorpommern übernimmt die Federführung.Unter dem untenstehenden Link des Ministeriums für Inneres und Europa des Landes Mecklenburg-Vorpommern sind weitere Informationen zu finden. Auch das Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten des Landes Rheinland-Pfalz hat das Vorhaben auf seiner Website veröffentlicht. Darüber hinaus haben Mecklenburg-Vorpommern und Rheinland-Pfalz die untenstehenden Stellungnahmen im Rahmen des Verfahrens gegenüber den zuständigen finnischen Behörden abgegeben.

Zu den für dieses Projekt im Rahmen der UVP geprüften Implementierungsoptionen gehören die Verlängerung des Kraftwerksbetriebs um maximal etwa 20 Jahre (VE1) und zwei verschiedene Optionen ohne Laufzeitverlängerung (VE0 und VE0+). Alle drei Optionen umfassen in verschiedenen Kombinationen auch mit dem Betrieb und/oder dem endgültigen Rückbau der Anlagenteile verbundene Abfallentsorgungsmaßnahmen sowie teilweise auch die Möglichkeit, zusätzlich geringe Mengen schwach- und mittelradioaktiver Abfälle, die an anderen Stellen in Finnland anfallen, entgegenzunehmen, zu konditionieren, zwischenzulagern und in am Standort bereits bestehenden Endlagern endzulagern. Nähere Einzelheiten zu dem Projekt und den verschiedenen Optionen sind in der untenstehenden Zusammenfassung des Programms der Umweltverträglichkeitsprüfung für die internationale Anhörung beschrieben.

Finnland gibt der deutschen Öffentlichkeit bis zum 02. November 2020 Gelegenheit zur Stellungnahme. Weitere Informationen zum Ablauf des UVP-Verfahrens und insbesondere zur Möglichkeit, eine Stellungnahme bei der zuständigen finnischen Behörde einzureichen, können den unten angegebenen finnischen Dokumenten entnommen werden.

Auf dieser Webseite werden Sie über das weitere Verfahren informiert.

03.09.2020 | Meldung Umweltprüfungen UVP/SUP
Aktualisierungsdatum:03.11.2020