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20.09.2007

Gleneagles-Dialog

Die Energie- und Umweltminister aus den 20 Ländern mit dem größten Energieverbrauch trafen sich vom 9. bis 11 September 2007 in Berlin zum dritten "Gleneagles-Dialog".

Dritte Konferenz der Energie- und Umweltminister vom 9. bis 11. September 2007 in Berlin

Die Energie- und Umweltminister aus den 20 Ländern mit dem größten Energieverbrauch trafen sich vom 9. bis 11 September 2007 in Berlin zum dritten "Gleneagles-Dialog". Der G8-Gipfel in Gleneagles 2005 hatte den Dialog über "Klimawandel, saubere Energie und nachhaltige Entwicklung" angestoßen. Im Zentrum stand dabei die durch den Klimawandel gebotene Umwandlung unserer Energiesysteme als strategische Herausforderung. Mit dem Dialog sollen Fortschritte bei den UN Klimaverhandlungen unterstützt werden.

Am Gleneagles-Dialog nahmen die Energie- und Umweltminister aus den G8-Staaten einschließlich der EU-Kommission, sowie aus China, Indien, Südafrika, Brasilien, Mexiko, Australien, Indonesien, Nigeria, Polen, Spanien und Südkorea teil. Eingeladen waren außerdem die multilateralen Entwicklungsbanken, die Internationale Energieagentur und das UN-Klimasekretariat.

Die Auftaktveranstaltung des Gleneagles-Dialogs fand in London im November 2005 statt, die zweite Ministerkonferenz vom 2. bis 4. Oktober 2006 in Monterrey/Mexiko. Im September 2007 standen die Verbreitung klimafreundlicher Technologien, Investitionen in den Klimaschutz sowie die dazu erforderlichen politischen Rahmenbedingungen auf der Tagesordnung. Nach dem Treffen in Berlin wird es im Frühjahr 2008 eine weitere Konferenz in Japan geben. Über die Ergebnisse des Gleneagles-Dialogs wird auf dem G8-Gipfel 2008 unter japanischem Vorsitz berichtet.

1. Technologien

Beim Berliner Gleneagles-Dialog wurde deutlich, dass Klimaschutz-Technologien, aber auch finanzielle Mittel in breitem Umfang zur Verfügung stehen. Für die Lösung der globalen Klima- und Energiefrage kommt es entscheidend auf die Mobilisierung von Investitionen und Technologien durch die Vorgaben und Strukturen auf internationaler, nationaler und lokaler Ebene an. Der Ausbau des internationalen Kohlenstoffmarktes, den die Mechanismen des Kyoto-Protokolls und das europäische Emissionshandelssystem geprägt haben, wird Investitionen in klimafreundliche Technologien weiter vorantreiben. Hierzu gehören ein gemeinsames langfristiges Klimaschutzziel, anspruchsvolle Reduktionsverpflichtungen für alle Industrieländer und angemessene Beiträge insbesondere der Schwellenländer.

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2. Investitionen

Maßnahmen gegen Klimawandel und eine klimafreundliche Umgestaltung unserer Energiesysteme müssen finanziert werden. Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, sowohl den öffentlichen als auch den privaten Finanzsektor zu mobilisieren und Investitionen in nachhaltige Energietechnologien zu fördern. Nach einer aktuellen UN-Studie wird der Privatsektor bei den Investitionen mit einem Anteil von weit über 80 Prozent die entscheidende Rolle spielen. Der Investitionsbedarf ist groß – aber nicht nur ein Kostenfaktor, sondern eine Chance. Der Markt für Technologien im Bereich erneuerbare Energien und Energieeffizienz ist weltweit ein wachsender Zukunftsmarkt. Seine Erschließung lohnt sich, vor allem für private Investoren. Der Abbau von Investitionshemmnissen, Anreize für nationale und internationale Klimaschutz-Investitionen und die entsprechende Ausgestaltung unterschiedlicher Finanzierungsinstrumente waren daher der zweite Themenschwerpunkt der Gleneagles-Konferenz.

Framework for Clean Energy Investment – Fortschrittsberichte der multilateralen Entwicklungsbanken: 


3. Internationale Rahmenbedingungen

Ohne eine zügige Fortentwicklung der internationalen Vereinbarungen wird das globale Problem des Klimawandels nicht zu lösen sein. Bei der Dialogkonferenz wurde deutlich, dass für die Fortentwicklung der internationalen Klimaarchitektur unter der Klimarahmenkonvention und dem Kyoto-Protokoll die Aktivitäten in vier zentralen Feldern verstärkt werden müssen: Minderung der Treibhausgasemissionen, Anpassung an die Folgen des Klimawandels, Technologiezusammenarbeit und Finanzierungsfragen. Diese Bereiche werden eine zentrale Rolle bei der Aushandlung einer internationalen Nachfolgeregelung für die Zeit nach 2012 sein, wenn die erste Verpflichtungsperiode des Kyoto-Protokolls ausläuft.

Für Fortschritte im internationalen Klimaschutzprozess kommt es entscheidend auf die Schaffung von Vertrauen im Verhältnis zwischen Industrie- und Entwicklungsländern an. Ein künftiges Klimaschutzabkommen wird nur dann für alle Staaten akzeptabel sein, wenn es von ihnen als fairer Interessenausgleich wahrgenommen wird. Dafür können die Ergebnisse des Gleneagles-Dialogs eine wichtige Basis sein.

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20.09.2007 | Meldung Internationale Umweltpolitik