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03.12.2018

Erfahrungsaustausch motiviert deutsche und polnische Kommunen zu aktivem Klimaschutz

Zwischen deutschen und polnischen Kommunen ist in den letzten Jahren ein reger Austausch zu klimapolitischen Erfahrungen entstanden. Hierzu gibt es zahlreiche gute Beispiele, wie Klimaschutz aktiv und erfolgreich umgesetzt wird.

Es gibt bereits zahlreiche gute Beispiele dafür, wie Klimaschutz aktiv und erfolgreich umgesetzt wird. Städte und Kommunen tragen dabei eine ganz besondere Verantwortung. Gerade zwischen deutschen und polnischen Kommunen ist in den letzten Jahren ein reger Austausch zu klimapolitischen Erfahrungen entstanden. Dieser wurde im Rahmen des BMU Beratungshilfeprogramms gefördert.

Teilnehmende Kommunen an der deutsch-polnischen Kooperation im Klimaschutz und zur Luftreinhaltung in Städten (2015 bis 2018)
Teilnehmende Kommunen an der deutsch-polnischen Kooperation im Klimaschutz und zur Luftreinhaltung in Städten (2015 bis 2018) - adelphi research gemeinnützige GmbH

Neuer Radschnellweg in Częstochowa und Bieława

Die zweitgrößte Stadt Schlesiens entdeckte bei einem bilateralen Workshop zur nachhaltigen Mobilität das Potenzial des Fahrrads als alltagstaugliches Verkehrsmittel neu. Wie? Die Delegation stieg selbst aufs Fahrrad und fuhr auf einer Teilstrecke des Radschnellwegs Ruhr RS1 in Essen. Nun plant die Stadtverwaltung die Entwicklung eines ähnlichen Radschnellwegs zwischen Częstochowa und den Nachbarkommunen. Diese Maßnahme soll das bereits bestehende städtische Radwegenetz von 80 Kilometern ergänzen und schrittweise bei der Erneuerung von nationalen und kommunalen Straßen umgesetzt werden.

Die Stadt ist zudem dabei, intermodale Knotenpunkte zu entwickeln. Inspiriert wurde dieses Projekt von Essens erster Mobilitätsstation, die im Juli 2017 eingeweiht wurde. Drei intermodale Mobilitätsstationen sollen in Częstochowa Bus- und Tramhaltestellen mit einem Fahrradverleih kombinieren. Darüber hinaus sucht die Stadt nach Investoren, um ein e-Car-Sharing-System einzuführen und dieses ebenfalls an den Mobilitätsstationen anzubieten.

Mehr Radwege in Bieława (Niederschlesien): Auch der Vizebürgermeister von Bieława kam begeistert vom Mobilitäts-Workshop in Essen zurück. Die Stadtverwaltung möchte nun den Radverkehr stärken und das Radwegenetz ausbauen. Ziel ist es, eine echte Alternative zum Pkw zu schaffen und den nachhaltigen Tourismus zu fördern.

Energetische Quartierssanierung

Den Bürgermeister Leszek Tabor der polnischen Kommune Sztum (Pommern) inspirierte die Besichtigung der früheren Zechensiedlung, welche gemeinsam von Herten und Gelsenkirchen auf einen modernen energetischen Stand gebracht wird. Die Kommunen wollen Anreize für die Sanierung des gesamten Gebäudebestands schaffen und dabei die Wahrung eines homogenen Erscheinungsbilds der historischen Siedlung sicherstellen. Sztum hat seitdem ein eigenes Pilotprogramm zur Quartierssanierung aufgesetzt. Es geht dabei nicht nur darum, Energie einzusparen und die Feinstaubbelastung aus den alten Kohleöfen zu reduzieren, sondern auch darum, langfristig die Energiearmut zu bekämpfen.

Gleichzeitig hat Sztum die deutsche Partnerkommune im niedersächsischen Ritterhude angeregt das Thema Stadtsanierung und Wärmewende ebenfalls anzugehen. So entschieden die beiden Partnerkommunen gemeinsam, in kurzer Zeit ähnliche Ziele zu verfolgen und auf dem Weg dorthin Wissen und Erfahrungen miteinander zu teilen. Derzeit wird ein Antrag zur Förderung eines integrierten Quartierssanierungskonzepts und eines Sanierungsmanagements durch die KfW vorbereitet.

03.12.2018 | Meldung Klimaschutz