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16.04.2014

Erdbeobachtung – Wegweiser für eine wirksame Klimapolitik

Am 3. April 2014 wurde der europäische Radarsatellit "Sentinel-1A" erfolgreich gestartet. Die EU markiert mit diesem Ereignis nicht nur einen technologisch bedeutsamen Meilenstein in der europäischen Raumfahrtpolitik.

Am 3. April 2014 wurde der europäische Radarsatellit "Sentinel-1A" erfolgreich gestartet. Die EU markiert mit diesem Ereignis nicht nur einen technologisch bedeutsamen Meilenstein in der europäischen Raumfahrtpolitik. Sie verbucht darüber hinaus einen Erfolg bei der Umsetzung des ehrgeizigen Erdbeobachtungsprogramms "Copernicus". Sentinel-1A ist Teil und Baustein dieses Vorhabens, mit dem über ein globales Netz von Beobachtungssensoren im Weltraum, in der Atmosphäre, in den Ozeanen und auf der Erdoberfläche aktuelle Informationen über den Zustand unserer Umwelt und damit nicht zuletzt auch für eine wirksame Klimapolitik beschafft werden.

Studienergebnisse belegen Klimaentwicklung

Die Bedeutung des Themas "Klimawandel" und die Notwendigkeit einer "wirksamen Klimapolitik" wurde nicht zuletzt durch die Veröffentlichung des dritten Berichts des Weltklimarats "International Panel on Climate Change" (IPCC) unterstrichen. In diesen Kontext reiht sich auch die Veröffentlichung einer Gruppe internationaler Wissenschaftler vom 16. März 2014 in der Fachzeitschrift "Nature Climate Change". Die Studie wurde von vielen deutschen Medien mit dem Titel "Grönlands Nordosten beginnt zu tauen" kommentiert. Sie belegt eindrucksvoll die Entwicklung unseres Klimas, die wir bereits seit vielen Jahren verzeichnen müssen. Die Brisanz der Untersuchung in einer Region Grönlands im Hinblick auf den globalen Klimawandel gewinnt an Bedeutung, wenn man berücksichtigt, dass der Nordosten Grönlands aufgrund seiner geographischen Bedingungen auch in Zeiten einer allgemeinen Erderwärmung bisher als weitgehend stabil galt.

Satellitendaten beweisen Schwund der Eismasse Grönlands

Die Aussagen der Studie basieren sowohl auf Satellitendaten als auch auf einer Reihe terrestrischer Messwerte. Unter anderem wurden auf der Land- beziehungsweise Eisfläche Grönlands installierte Messstationen und deren genaue Lage über viele Jahre beobachtet. Man stellte fest, dass die Stationen jedes Jahr ein wenig höher lagen. Dies wird nicht als Folge eines wachsenden Eispanzers, sondern eines gigantischen Schwunds an schwerer Eismasse gesehen. Der Verlust an geschätzten zehn Milliarden Tonnen Eis, der seit circa 2003 jährlich zu Buche schlägt, führt dazu, dass die unter dem Eis begrabene Landmasse sich langsam hebt.

Dieser Effekt ist neu. Ob die Beschleunigung der Gletscherschmelze andauern wird, lässt sich nicht verlässlich vorhersagen. Es ist außerdem schwierig zu prognostizieren, welche globalen Folgen die zunehmende Eisschmelze in dieser Region Grönlands tatsächlich haben wird. Es gilt als gesichert, dass der Meeresspiegel zusätzlich steigen wird. Auswirkungen auf die Chemie und Physik von Meerwasser und -strömungen, Wind- und Wetterlagen sind wahrscheinlich, lassen sich jedoch im Detail sehr schwer einschätzen. Hierdurch wird deutlich, welche enorme Bedeutung die Erdbeobachtung für eine wirksame Umwelt- und Klimapolitik hat. Erdbeobachtung dient der Gesellschaft und Politik, indem sie Indikatoren über den Zustand unseres Planeten aufbereitet und als verständliche Information für Entscheidungen und Maßnahmen zur Verfügung stellt. Copernicus leistet hierfür einen wesentlichen Beitrag. Mit Copernicus stehen zukünftig mehr und bessere Informationen über unsere Erde, ihren Zustand und dessen Veränderung zur Verfügung.

16.04.2014 | Meldung Bildung · Beteiligung