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11.10.2021

Chemikalien in Gewässern reduzieren

19.03.2019 | Themen

Ergebnisse der Phase 2 des Stakeholder-Dialogs

zur Umsetzung von Maßnahmen für die Reduktion von Spurenstoffeinträgen in die Gewässer

Ergebnisse der Phase 2 des Stakeholder-Dialogs
Arzneimittel, Waschmittel, Pestizide: Chemikalien belasten unsere Gewässer. Die Spurenstoffstrategie des Bundes soll die Chemikalieneinträge in die Gewässer vermindern.

Zwischenbilanz zur Spurenstoffstrategie

Arzneimittel, Waschmittel, Pestizide: Chemikalien belasten unsere Gewässer. Die Spurenstoffstrategie des Bundes soll die Chemikalieneinträge in die Gewässer vermindern. Für die Umsetzung wurde das Spurenstoffzentrum des Bundes am UBA gegründet. Am 7. Oktober 2021 haben BMU, UBA und die beteiligten Stakeholder eine Zwischenbilanz gezogen.

In den letzten fünf Jahren hat das BMU gemeinsam mit Stakeholdern aus Wirtschaft, Umweltschutz, Wasserwirtschaft und mit den Ländern die Grundpfeiler einer Spurenstoffstrategie entwickelt und zur Umsetzung gebracht.

Zur weiteren Verstetigung und zur Intensivierung der Bearbeitung der Spurenstoffproblematik baut das BMU am UBA das Spurenstoffzentrum des Bundes auf. Dieses wurde am UBA direkt bei der Vizepräsidentin verankert, damit die Expertise abteilungsübergreifend gebündelt werden kann.

Die Leitung des Spurenstoffzentrums übernimmt Herr Prof. Dr.-Ing. Adolf Eisenträger. Er kennt den Prozess der Spurenstoffstrategie bestens und hat durch seine langjährige Arbeit im UBA zu Chemikalien, Arzneimitteln und Pestiziden fundierte Erfahrungen, die er in das neu gegründete Zentrum einbringen kann. Die vielfältigen Tätigkeitsfelder der Spurenstoffstrategie werden nun zunehmend durch das Spurenstoffzentrum des Bundes in Dessau unterstützt und vorangetrieben. Dies sind unter anderem:

  • Die Identifizierung von relevanten Spurenstoffen unter den zahlreichen in Gewässern nachgewiesenen Chemikalien. Diese Relevanzprüfung wird in den nächsten Jahren deutlich intensiviert.
  • Weitere Informationskampagnen und -materialien werden geprüft oder selbst entwickelt. Stakeholder können dafür weiterhin das Logo der UN-Wasserdekade für ihre Beiträge beantragen.
  • Die Anwendung des Orientierungsrahmens zum Ausbau mit der vierten Reinigungsstufe. Hierzu müssen Erfahrungen mit und zwischen den Ländern ausgetauscht werden.
  • Weitere Maßnahmen, die gemeinsam mit den betroffenen Stakeholdern entwickelt und umgesetzt werden müssen.
  • Die Runden Tische zur Herstellerverantwortung. Diese müssen in ihrer Arbeit unterstützt und deren Erfolge kontrolliert werden.

Der Fokus der Aufmerksamkeit liegt dabei insbesondere auf diesen Runden Tischen. Die Hersteller von Produkten und Stoffen kennen ihre Erzeugnisse am besten und sie wissen genau, wer wieviel wovon kauft und verwendet. Die Runden Tische helfen auch, die Probleme für jeden einzelnen Spurenstoff besser zu verstehen. Spurenstoffeinträge in Gewässern lassen sich am effizientesten mindern, wenn die entsprechenden Substanzen weniger eingesetzt und demnach auch weniger hergestellt werden müssen. Dies spart zudem auch Ressourcen. Daher ist das zentrale Ziel der Runden Tische die Entwicklung und Umsetzung von Maßnahmen zur Eintragsminderung.

Die bestehenden Runden Tische zu iodierten Röntgenkontrastmitteln, zu Diclofenac und zu Benzotriazol haben erste mögliche Maßnahmenvorschläge herausgearbeitet. Weitere Runde Tische werden in den nächsten Monaten auf Grundlage der Relevanzeinstufungen des nach der Pilotphase neu zu berufenden Expertengremiums eingerichtet.

Der Erfolg der Spurenstoffstrategie liegt aber auch in den Händen der Wasserwirtschaft, der Umweltverbände, der Länder und Kommunen. Alle Stakeholder müssen sich weiterhin aktiv mit substanziellen Beiträgen engagieren, damit den zukünftigen Generationen saubere Gewässer und intakte Ökosysteme zur Verfügung stehen.

Die Spurenstoffstrategie des Bundes gründet auf einem seit 2016 von BMU und UBA initiierten Dialog mit Stakeholdern aus Industrie, Wasserwirtschaft, Umwelt-NGOs und Ländern. Ziel ist es, auf Grundlage von freiwilligen Vereinbarungen die Einträge von Spurenstoffen in Gewässer zu verringern. Seit Anfang 2021 wird am UBA das Spurenstoffzentrum des Bundes aufgebaut, welches die Arbeit zukünftig stärker bündeln und vorantreiben soll.

Der Prozess zur Spurenstoffstrategie wird unterstützt durch Fraunhofer ISI und den IKU Dialoggestaltern.

11.10.2021 | Meldung Chemikalien