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24.08.2018

Bundesumweltministerium fördert innovatives Verfahren zur rohstoffeffizienten Bohrgutnutzung

Die Förderung aus dem Umweltinnovationsprogramm investiert das Unternehmen in den Umbau einer Anlage für eine ressourcenschonende Aufbereitung von Tunnelausbruchmaterial.

Rita Schwarzelühr-Sutter, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, hat heute der Kies und Beton Baden Baden & Co. Holding KG in Durmersheim einen Zuwendungsbescheid über 500.000 Euro überreicht. Die Förderung aus dem Umweltinnovationsprogramm investiert das Unternehmen in den Umbau einer Anlage für eine ressourcenschonende Aufbereitung von Tunnelausbruchmaterial. Mit dem innovativen Verfahren sollen Tunnelausbruchmaterialien fast vollständig zu höchstwertigen Bauprodukten aufbereitet werden.

Rita Schwarzelühr-Sutter: "Ich freue mich, dass sich die Kies und Beton Baden-Baden GmbH & Co. Holding KG für dieses innovative und umweltfreundliche Verfahren entschieden hat. Damit leistet das Unternehmen einen bewussten Beitrag zum Ressourcenschutz. Dieses Demonstrationsvorhaben, das auch Pilotprojekt für die ganze Branche sein kann, unterstützten wir deshalb gerne mit Mitteln aus dem Umweltinnovationsprogramm."

Beim Bau von Tunnel-Röhren im Lockergestein werden Sand-und Kiesschichten durchbohrt. Das erbohrte Material wird in der Regel als Abfall auf Deponien entsorgt. Es ist stark verunreinigt, weil die Bohrungen einerseits meist auch durch Tonschichten verlaufen und durch das Bohren mit einem Hydroschild Ton-Suspensionen in das Erdreich vor der Bohrmaschine gepresst werden. Durch diese tonigen Feinanteile ist der eigentlich hochwertige Rohstoff nicht verwertbar. Somit wurde aufgrund dieser so mitgewonnenen Feinanteile das Bohrgut bisher als Verfüllmaterial entsorgt.

Die Aufbereitungsanlage eines bestehenden Kieswerkes soll so umgebaut und erweitert werden, dass während des Aufbereitungsprozesses die für den Einsatz als Bauprodukt schädlichen Bestandteile abgewaschen werden können. In einem zweiten Aufbereitungsprozess werden diese Störstoffe wieder aus dem Waschwasser entfernt. Ziel des Projektes ist es, die Tunnelausbruchmaterialien nahezu komplett zu hochwertigsten genormten Bauprodukten gemäß EU-Bauproduktenverordnung aufzubereiten, so dass die hierdurch entstehenden Sande und Kiese zum Beispiel im Transportbeton oder im Asphalt Anwendung finden können. Mit dem Vorhaben können am ausgewählten Standort der Kies und Beton Baden-Baden & Co. Holding KG circa 1,5 Millionen Tonnen Abfall und 700.000 m³ Deponierauminanspruchnahme vermieden werden. Von den 1,5 Millionen Tonnen an Tunnelausbruchmaterial werden rund 1,4 Millionen Tonnen in den Baustoffkreislauf geführt. Damit kann diese Menge an Primärrohstoffen eingespart werden. Mit dem Vorhaben soll zugleich der Frischwasserverbrauch für und bei der Aufbereitung deutlich reduziert werden.

Mit dem Umweltinnovationsprogramm wird die erstmalige, großtechnische Anwendung einer innovativen Technologie gefördert. Das Vorhaben muss über den Stand der Technik hinausgehen und sollte Demonstrationscharakter haben.

24.08.2018 | Meldung Förderung | Berlin