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23.02.2018

Bundesbauministerium fördert 689 Variowohnungen für Studierende und Azubis in Nordrhein-Westfalen

Skyline von Bochum
23.02.2018 |

Bundesbauministerium fördert Vario-Wohnungen

Hendricks zeichnet 20 Modellvorhaben zum "Variowohnen" aus

3,3 Millionen Euro gehen nach Bochum. Die Stadt Meschede erhält Bundesmittel in Höhe von 553.000 Euro. 1,9 Millionen Euro Fördermittel gibt es für Wuppertal. In Heiligenhaus wird mit 562.000 Euro unterstützt.

Hendricks überreicht Förderurkunden für Wohnheime in Wuppertal, Bochum, Heiligenhaus und Meschede

Flexibel, nachhaltig und nicht teurer als 280 bis 300 Euro Warmmiete: Mit dem Programm "Variowohnen" fördert das Bundesbauministerium preiswerten Wohnraum für Studierende und Auszubildende in Deutschland. Heute hat Bundesbauministerin Barbara Hendricks auf der Baufachmesse bautec in Berlin 20 Modellvorhaben der Öffentlichkeit vorgestellt, die mit 37 Millionen Euro aus dem Zukunftsinnovationsprogramm der Bundesregierung gefördert werden. Förderurkunden über 9 Millionen Euro überreichte Hendricks heute für 689 nachhaltige und bezahlbare Wohnungen für Studierende und Auszubildende in Wuppertal, Bochum, Heiligenhaus und Meschede.

Hendricks: "Wir brauchen mehr Wohnungen, die flexibel nutzbar sind und deren Warmmiete auch mit geringen Einkommen bezahlt werden kann. Wir denken dabei langfristig. Wir brauchen jetzt viele kleinere Wohneinheiten für junge Leute in der Ausbildungsphase, in zehn Jahren brauchen wir wahrscheinlich mehr Wohnungen für Senioren. In unserem Förderprogramm kombinieren wir beides. Wir fördern innovative Wohnraumkonzepte, die schnell gebaut werden können, nachhaltig sind und intelligente Lösungen für den demografischen Wandel bieten. Die Wohnungen sollen für zukünftige Nutzungen flexibel bleiben - deshalb auch der Name Variowohnen."

BMUB/Sascha Hilgers

Nordrhein-Westfalen konnte sich im Auswahlverfahren mit den meisten Projekten durchsetzen und erhält rund 9 Millionen Euro aus dem Förderprogramm für 689 Variowohnungen. 3,3 Millionen Euro gehen an das Akademische Förderungswerk, A. ö. R., das an zwei Bochumer Standorten 258 Variowohnungen realisieren wird. Die drei geplanten Gebäude überzeugten das Auswahlgremium u.a. durch die variablen Anpassungsmöglichkeiten über die gesamte Nutzungszeit.

BMUB/Sascha Hilgers

Auf dem Campus Velbert in Heiligenhaus wird die Errichtung eines neuen Wohnheims für Studierende der Hochschule Bochum mit 562.000 Euro aus dem Förderprogramm Variowohnungen unterstützt. 42 jungen Menschen wird hier ein attraktives Zuhause gegeben.

© BMUB/Sascha Hilgers

Interessante Denkanstöße zur Wiederbelebung von innerstädtischen Industrieflächen und die Nachnutzung von Verwaltungsgebäuden zeichnet das Projekt in Meschede aus. Das leerstehende frühere Arbeitsamt Meschede wird im Rahmen eines Umbaus durch die DS Vario GmbH zu einem Wohngebäude mit 33 Variowohnplätzen umgenutzt. In der Stadt besteht unter anderem durch die stark steigenden Studierendenzahlen an der Fachhochschule Südwestfalen ein hoher Bedarf an bezahlbaren Wohnungen für junge Menschen. Das ehemalige Arbeitsamt wird südlich des Stadtzentrums zukünftig zur Entspannung des Wohnungsmarktes beitragen. Dafür erhält das Projekt in der Stadt Meschede Bundesmittel in Höhe von 553.000 Euro.

© BMUB/Sascha Hilgers

In der Stadt Wuppertal werden gleich zwei Modellvorhaben entstehen. 1,9 Millionen Euro Fördermittel gibt es für den Neubau eines Wohnheims für 132 Studierende des Hochschulwerks Wuppertal. Durch vorgefertigte Bauteile wie Tragkonstruktionen, Badzellen und Fassadenelemente kann die Bauzeit reduziert und die Bauqualität erhöht werden.

© BMUB/Sascha Hilgers

2,7 Millionen Euro aus dem Förderprogramm Variowohnen gehen nach Wuppertal-Elberfeld, wo 224 Wohnungen durch die Lahnstraße Projektentwicklungs GmbH im Rahmen eines Neubau- und Modernisierungsprojektes entstehen werden. Dadurch erfährt das durch Heterogenität und Baulücken geprägte Quartier eine städtebauliche Aufwertung. Energieverbrauchswettbewerbe zwischen den einzelnen Bauabschnitten sollen Anreize zur Energieeinsparung schaffen. Zur Nutzersensibilisierung gibt ein zentraler Monitor Auskunft über die Verbrauchswerte.

Die Nachfrage nach kostengünstigen, kleinen und variablen Wohnungen wächst insbesondere in stark wachsenden und studentischen Regionen. Vor diesem Hintergrund fördert das Bundesbauministerium bis Ende 2019 Modellvorhaben zum nachhaltigen und bezahlbaren Bau von Variowohnungen.

Die Modellvorhaben entstehen in zehn Bundesländern und werden Wohnraum für rund 2.600 junge Menschen in Neubauten und durch Umbaumaßnahmen schaffen. Im Rahmen der Forschungsinitiative Zukunft Bau werden dabei deutschlandweit zukunftsweisende Wohnkonzepte für Studierende und Auszubildende erprobt und erforscht. Die Variowohnungen sollen schnell und mit möglichst geringen Kosten bei gleichzeitig anspruchsvoller Architektur und Raumgestaltung realisiert werden. Die Warmmiete für einen unmöblierten Wohnplatz darf zum Zeitpunkt der Bewilligung der Modellvorhaben 280 Euro nicht überschreiten, in besonders nachgefragten Städten 300 Euro.

Dabei reicht die Bandbreite der Modellvorhaben von kleineren innerstädtischen Baulückenschließungen mit rund 20 Wohneinheiten bis hin zur Komplettsanierung eines Plattenbaus mit mehr als 300 Wohnungen. Die innovativen Schwerpunkte der Projekte liegen in der Erprobung von besonderen Lösungen zur Bauzeitverkürzung, Senkung der Betriebskosten, Bereitstellung und Qualität gemeinschaftlich nutzbarer Flächen, Vorbereitung für das barrierefreie Wohnen sowie für flexible Nachnutzungskonzepte.

Bis Ende 2019 werden die Erfahrungen der 20 Modellvorhaben in unterschiedlichen Austauschformaten zusammengetragen und ausgewertet. Die Umsetzung wird wissenschaftlich begleitet, um Erkenntnisse für ähnliche Vorhaben in der Zukunft zu gewinnen. Als Ergebnis wird nach Abschluss der Projekte ein Handlungsleitfaden erstellt und Interessenten kostenfrei zur Verfügung gestellt.

Die 37 Millionen Euro Fördermittel aus dem Zukunftsinvestitionsprogramm der Bundesregierung zur Umsetzung der Modellvorhaben werden zusätzliche Investitionen in Höhe von rund 175 Millionen Euro auslösen. Die Modellvorhaben Variowohnungen werden durch die Bewilligungsbehörde Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) betreut.

23.02.2018 | Berlin