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23.02.2018

Bundesbauministerium fördert 555 Vario-Wohnungen für Studierende und Azubis in Thüringen

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Bundesbauministerium fördert Vario-Wohnungen

Hendricks zeichnet 20 Modellvorhaben zum "Variowohnen" aus

Bundesbauministerium fördert Vario-Wohnungen
Die Universitätsstadt Jena wird mit 1,8 Millionen Euro gefördert. Für Erfurt stellt das BMUB 867.000 Euro Fördermittel bereit. Gera erhält 1,1 Millionen Euro.

Hendricks überreicht Förderurkunden für Wohnheime in Jena, Erfurt und Gera

Flexibel, nachhaltig und nicht teurer als 280 bis 300 Euro Warmmiete: Mit dem Programm "Variowohnen" fördert das Bundesbauministerium preiswerten Wohnraum für Studierende und Auszubildende in Deutschland. Heute hat Bundesbauministerin Barbara Hendricks auf der Baufachmesse bautec in Berlin 20 Modellvorhaben der Öffentlichkeit vorgestellt, die mit 37 Millionen Euro aus dem Zukunftsinnovationsprogramm der Bundesregierung gefördert werden. Förderkunden über fast 7,4 Millionen Euro überreichte Hendricks heute für 555 nachhaltige und bezahlbare Wohnungen für Studierende und Auszubildende in Jena, Erfurt und Gera.

Hendricks: "Wir brauchen mehr Wohnungen, die flexibel nutzbar sind und deren Warmmiete auch mit geringen Einkommen bezahlt werden kann. Wir denken dabei langfristig. Wir brauchen jetzt viele kleinere Wohneinheiten für junge Leute in der Ausbildungsphase, in zehn Jahren brauchen wir wahrscheinlich mehr Wohnungen für Senioren. In unserem Förderprogramm kombinieren wir beides. Wir fördern innovative Wohnraumkonzepte, die schnell gebaut werden können, nachhaltig sind und intelligente Lösungen für den demografischen Wandel bieten. Die Wohnungen sollen für zukünftige Nutzungen flexibel bleiben -deshalb auch der Name Variowohnen."

© BMUB/Sascha Hilgers

In der Universitätsstadt Jena fördert das Bundesbauministerium 148 neue, barrierefreie Wohnplätze des Studierendenwerks Thüringen mit 1,8 Millionen Euro. Der Neubau des Wohnheims wird im Spitzweidenweg auf einer Industriebrache am ehemaligen Fernbahnhof und heutigem Kulturdenkmal Saalbahnhof entstehen. Das unweit gelegene Hauptgebäude der Friedrich-Schiller-Universität ist zu Fuß oder mit dem Fahrrad schnell erreichbar. Das Wohnheim soll in Stahlbetonbauweise unter Nutzung von Halbfertigteilen in verkürzter Bauzeit errichtet werden.

© BMUB/Sascha Hilgers

Interessante Denkanstöße zur Wiederbelebung von innerstädtischen Industrieflächen und Nachnutzung von Verwaltungsgebäuden geben gleich zwei Projekte des Thüringer Studierendenwerks in der Erfurter Innenstadt. Für die Umnutzung des ehemaligen Blutspendezentrums in ein neues Studierendenwohnhaus mit 58 Variowohnungen stellt das Bundesbauministerium 867.000 Euro Fördermittel bereit. Durch den Umbau der ehemaligen Zahnklinik werden 247 Wohnungen entstehen, die mit 3,5 Millionen Euro gefördert werden. Beide Bestandsgebäude befinden sich innerstädtisch in direkter Nähe zu Grundstücken, die von der Stadt Erfurt innerhalb der nächsten Jahre zum Eingangsbereich für die BUGA 2021 umgestaltet werden sollen.

© BMUB/Sascha Hilgers

Am Rande des Geraer Stadtzentrums plant die Projekt De-Smidt-Straße GmbH & Co. KG die Umnutzung eines seit über 15 Jahren leerstehenden 6-geschossigen Bürogebäudes in Plattenbauweise. Durch minimale Eingriffe in die Bestandsstruktur des Gebäudes, wie den Einbau von französischen Fenstern und Wanddurchbrüche der Wandschotten, sollen das Gebäude instand gesetzt und 102 Variowohnungen geschaffen werden. Dafür überreichte Bundesbauministerin Hendricks heute eine Förderurkunde über 1,1 Millionen Euro. Durch kluge Eingriffe in die Bestands- und erneuerte Haustechnikstruktur ergibt sich ein durchdachtes Konzept zur Nutzungsflexibilität und Zusammenschaltbarkeit von Wohnungen. Eine spätere Umnutzung in Zwei-Zimmer-Apartments wird durch diese Eingriffe mit geringen Aufwendungen ermöglicht. Der Abriss von Nebengebäuden, die Entsiegelung des Grundstücks und Umgestaltung in eine Grünanlage führen zu einer Aufwertung der Außenbereiche und tragen zur Aufwertung des Stadtquartiers bei.

Die Nachfrage nach kostengünstigen, kleinen und variablen Wohnungen wächst insbesondere in stark wachsenden und studentischen Regionen. Vor diesem Hintergrund fördert das Bundesbauministerium bis Ende 2019 Modellvorhaben zum nachhaltigen und bezahlbaren Bau von Variowohnungen.

Die Modellvorhaben entstehen in zehn Bundesländern und werden Wohnraum für rund 2.600 junge Menschen in Neubauten und durch Umbaumaßnahmen schaffen. Im Rahmen der Forschungsinitiative Zukunft Bau werden dabei deutschlandweit zukunftsweisende Wohnkonzepte für Studierende und Auszubildende erprobt und erforscht. Die Variowohnungen sollen schnell und mit möglichst geringen Kosten bei gleichzeitig anspruchsvoller Architektur und Raumgestaltung realisiert werden. Die Warmmiete für einen unmöblierten Wohnplatz darf zum Zeitpunkt der Bewilligung der Modellvorhaben 280 Euro nicht überschreiten, in besonders nachgefragten Städten 300 Euro.

Dabei reicht die Bandbreite der Modellvorhaben von kleineren innerstädtischen Baulückenschließungen mit rund 20 Wohneinheiten bis hin zur Komplettsanierung eines Plattenbaus mit mehr als 300 Wohnungen. Die innovativen Schwerpunkte der Projekte liegen in der Erprobung von besonderen Lösungen zur Bauzeitverkürzung, Senkung der Betriebskosten, Bereitstellung und Qualität gemeinschaftlich nutzbarer Flächen, Vorbereitung für das barrierefreie Wohnen sowie für flexible Nachnutzungskonzepte.

Bis Ende 2019 werden die Erfahrungen der 20 Modellvorhaben in unterschiedlichen Austauschformaten zusammengetragen und ausgewertet. Die Umsetzung wird wissenschaftlich begleitet, um Erkenntnisse für ähnliche Vorhaben in der Zukunft zu gewinnen. Als Ergebnis wird nach Abschluss der Projekte ein Handlungsleitfaden erstellt und Interessenten kostenfrei zur Verfügung gestellt.

Die 37 Millionen Euro Fördermittel aus dem Zukunftsinvestitionsprogramm der Bundesregierung zur Umsetzung der Modellvorhaben werden zusätzliche Investitionen in Höhe von rund 175 Millionen Euro auslösen. Die Modellvorhaben Variowohnungen werden durch die Bewilligungsbehörde Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) betreut.

23.02.2018 | Berlin