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23.02.2018

Bundesbauministerium fördert 314 Variowohnungen für Studierende und Azubis in Baden-Württemberg

unterseite icon 23.02.2018 |

Bundesbauministerium fördert Vario-Wohnungen

Hendricks zeichnet 20 Modellvorhaben zum "Variowohnen" aus

Bundesbauministerium fördert Vario-Wohnungen
2,2 Millionen Euro aus dem Förderprogramm Variowohnen erhält das Collegium Academicum in Heidelberg. Das innovative Konzept in Bruchsal wird mit 2,1 Millionen Euro unterstützt.

Hendricks überreicht Förderurkunden für Wohnheime in Bruchsal und Heidelberg

Flexibel, nachhaltig und nicht teurer als 280 bis 300 Euro Warmmiete: Mit dem Programm "Variowohnen" fördert das Bundesbauministerium preiswerten Wohnraum für Studierende und Auszubildende in Deutschland. Heute hat Bundesbauministerin Barbara Hendricks auf der Baufachmesse bautec in Berlin 20 Modellvorhaben der Öffentlichkeit vorgestellt, die mit 37 Millionen Euro aus dem Zukunftsinnovationsprogramm der Bundesregierung gefördert werden. Förderurkunden über 4,3 Millionen Euro überreichte Hendricks heute für über 300 nachhaltige und bezahlbare Wohnungen für Studierende und Auszubildende in Bruchsal und Heidelberg.

Hendricks: "Wir brauchen mehr Wohnungen, die flexibel nutzbar sind und deren Warmmiete auch mit geringen Einkommen bezahlt werden kann. Wir denken dabei langfristig. Wir brauchen jetzt viele kleinere Wohneinheiten für junge Leute in der Ausbildungsphase, in zehn Jahren brauchen wir wahrscheinlich mehr Wohnungen für Senioren. In unserem Förderprogramm kombinieren wir beides. Wir fördern innovative Wohnraumkonzepte, die schnell gebaut werden können, nachhaltig sind und intelligente Lösungen für den demografischen Wandel bieten. Die Wohnungen sollen für zukünftige Nutzungen flexibel bleiben - deshalb auch der Name Variowohnen."

© BMUB/Sascha Hilgers

2,2 Millionen Euro aus dem Förderprogramm Variowohnen erhält das Collegium Academicum in Heidelberg. Auf der Konversionsfläche des ehemaligen U.S. Hospitals in Heidelberg plant das Collegium die Realisierung eines selbstverwalteten Studierendenwohnheims für 164 Studentinnen und Studenten. Zum zukünftigen Gebäudeensemble gehören zwei Bestandsbauten sowie ein in Holzbauweise errichteter Neubau. Das Gebäude wird als ein Labor verstanden, in dem die einzelnen Bewohner und Wohngemeinschaften den Raumbedarf, die Nutzung und die räumliche Konfiguration der Wohnungen zwischen Individual- und Gemeinschaftsflächen selbst mitverhandeln können. Die Konstruktion ermöglicht es, dass die Innenwände im Selbstbau mit einfachen Mitteln hergestellt und versetzt werden können.

© BMUB/Sascha Hilgers

Bei der Errichtung eines Neubaus in Bruchsal mit 150 Wohneinheiten setzt die StudentenWohnen in Bruchsal KG i.G. auf ein hohes Maß an Vorfertigung. Mit dem Ziel kostengünstig und schnell zu bauen werden beispielsweise die Erschließungsanlagen mit einem modularen Stahlbausystem errichtet. Vor den Laubengängen und Balkonen wird eine Pflanzebene aus schachbrettartig angeordneten Pflanztrögen als Basis für eine intensive Fassadenbegrünung eingebaut. Die Begrünung mit heimischen Pflanzen soll rund die Hälfte der Ansichtsfläche einnehmen. Sie prägt damit nicht nur wesentlich das Erscheinungsbild des Gebäudes sondern wird aktiv gegen innerstädtische Einflüsse wie Feinstaub, Aufhitzung und Lärm. Dieses innovative Konzept in Bruchsal wird mit 2,1 Millionen Euro aus dem Förderprogramm Variowohnen unterstützt.

Die Nachfrage nach kostengünstigen, kleinen und variablen Wohnungen wächst insbesondere in stark wachsenden und studentischen Regionen. Vor diesem Hintergrund fördert das Bundesbauministerium bis Ende 2019 Modellvorhaben zum nachhaltigen und bezahlbaren Bau von Variowohnungen.

Die Modellvorhaben entstehen in zehn Bundesländern und werden Wohnraum für rund 2.600 junge Menschen in Neubauten und durch Umbaumaßnahmen schaffen. Im Rahmen der Forschungsinitiative Zukunft Bau werden dabei deutschlandweit zukunftsweisende Wohnkonzepte für Studierende und Auszubildende erprobt und erforscht. Die Variowohnungen sollen schnell und mit möglichst geringen Kosten bei gleichzeitig anspruchsvoller Architektur und Raumgestaltung realisiert werden. Die Warmmiete für einen unmöblierten Wohnplatz darf zum Zeitpunkt der Bewilligung der Modellvorhaben 280 Euro nicht überschreiten, in besonders nachgefragten Städten 300 Euro.

Dabei reicht die Bandbreite der Modellvorhaben von kleineren innerstädtischen Baulückenschließungen mit rund 20 Wohneinheiten bis hin zur Komplettsanierung eines Plattenbaus mit mehr als 300 Wohnungen. Die innovativen Schwerpunkte der Projekte liegen in der Erprobung von besonderen Lösungen zur Bauzeitverkürzung, Senkung der Betriebskosten, Bereitstellung und Qualität gemeinschaftlich nutzbarer Flächen, Vorbereitung für das barrierefreie Wohnen sowie für flexible Nachnutzungskonzepte.

Bis Ende 2019 werden die Erfahrungen der 20 Modellvorhaben in unterschiedlichen Austauschformaten zusammengetragen und ausgewertet. Die Umsetzung wird wissenschaftlich begleitet, um Erkenntnisse für ähnliche Vorhaben in der Zukunft zu gewinnen. Als Ergebnis wird nach Abschluss der Projekte ein Handlungsleitfaden erstellt und Interessenten kostenfrei zur Verfügung gestellt.

Die 37 Millionen Euro Fördermittel aus dem Zukunftsinvestitionsprogramm der Bundesregierung zur Umsetzung der Modellvorhaben werden zusätzliche Investitionen in Höhe von rund 175 Millionen Euro auslösen. Die Modellvorhaben Variowohnungen werden durch die Bewilligungsbehörde Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) betreut. 

23.02.2018 | Berlin