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23.02.2018

Bundesbauministerium fördert 308 Vario-Wohnungen für Studierende und Azubis in Sachsen-Anhalt

Altstadt von Halle
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Bundesbauministerium fördert Vario-Wohnungen

Hendricks zeichnet 20 Modellvorhaben zum "Variowohnen" aus

Bundesbauministerium fördert Vario-Wohnungen
Am 23. Februar überreichte Barbara Hendricks auf der Baufachmesse bautec in Berlin eine Förderurkunde über 4,2 Millionen Euro für 308 nachhaltige und bezahlbare Wohnungen für Studierende und Auszubildende in Halle an der Saale.

Hendricks überreicht Förderurkunde für Wohnheim in Halle an der Saale

Flexibel, nachhaltig und nicht teurer als 280 bis 300 Euro Warmmiete: Mit dem Programm "Variowohnen" fördert das Bundesbauministerium preiswerten Wohnraum für Studierende und Auszubildende in Deutschland. Heute hat Bundesbauministerin Barbara Hendricks auf der Baufachmesse bautec in Berlin 20 Modellvorhaben der Öffentlichkeit vorgestellt, die mit 37 Millionen Euro aus dem Zukunftsinnovationsprogramm der Bundesregierung gefördert werden. Eine Förderurkunde über 4,2 Millionen Euro überreichte Hendricks heute für 308 nachhaltige und bezahlbare Wohnungen für Studierende und Auszubildende in Halle an der Saale.

Hendricks: "Wir brauchen mehr Wohnungen, die flexibel nutzbar sind und deren Warmmiete auch mit geringen Einkommen bezahlt werden kann. Wir denken dabei langfristig. Wir brauchen jetzt viele kleinere Wohneinheiten für junge Leute in der Ausbildungsphase, in zehn Jahren brauchen wir wahrscheinlich mehr Wohnungen für Senioren. In unserem Förderprogramm kombinieren wir beides. Wir fördern innovative Wohnraumkonzepte, die schnell gebaut werden können, nachhaltig sind und intelligente Lösungen für den demografischen Wandel bieten. Die Wohnungen sollen für zukünftige Nutzungen flexibel bleiben -deshalb auch der Name Variowohnen."

Das Vorhaben in Halle an der Saale sieht den Umbau eines asbestbelasteten Hochhauses in Halle Neustadt vor, das seit dem Jahr 2000 leer steht. Die Scheibe C gehört zu einem Ensemble von fünf Ost/West-orientierten Hochhaus-Scheiben, die 1970-1975 als Bestandteil des neuen Stadtzentrums vom Architekten Richard Paulick erbaut wurden und die bekannte Silhouette von Halle Neustadt prägen. Die 308 Variowohnungen werden in Form von vorgefertigten Raumzellen vorbereitet, komplett einschließlich der Nasszellen und Balkonplatten angeliefert und in die vorhandene Schottenstruktur eingeschoben. So soll die Bauzeit im Vergleich zu einer konventionellen Modernisierung nahezu halbiert werden. Zur Senkung der Betriebskosten sollen die Nutzer über ihren individuellen Energieverbrauch informiert und in Form von hausinternen Wettbewerben zur Verbrauchsreduktion animiert werden. Für dieses innovative Gesamtkonzept wird das Projekt mit 4,2 Millionen Euro aus dem Programm Variowohnen gefördert.

© BMUB/Sascha Hilgers

Die Nachfrage nach kostengünstigen, kleinen und variablen Wohnungen wächst insbesondere in stark wachsenden und studentischen Regionen. Vor diesem Hintergrund fördert das Bundesbauministerium bis Ende 2019 Modellvorhaben zum nachhaltigen und bezahlbaren Bau von Variowohnungen.

Die Modellvorhaben entstehen in zehn Bundesländern und werden Wohnraum für rund 2600 junge Menschen in Neubauten und durch Umbaumaßnahmen schaffen. Im Rahmen der Forschungsinitiative Zukunft Bau werden dabei deutschlandweit zukunftsweisende Wohnkonzepte für Studierende und Auszubildende erprobt und erforscht. Die Variowohnungen sollen schnell und mit möglichst geringen Kosten bei gleichzeitig anspruchsvoller Architektur und Raumgestaltung realisiert werden. Die Warmmiete für einen unmöblierten Wohnplatz darf zum Zeitpunkt der Bewilligung der Modellvorhaben 280 Euro nicht überschreiten, in besonders nachgefragten Städten 300 Euro.

Dabei reicht die Bandbreite der Modellvorhaben von kleineren innerstädtischen Baulückenschließungen mit rund 20 Wohneinheiten bis hin zur Komplettsanierung eines Plattenbaus mit mehr als 300 Wohnungen. Die innovativen Schwerpunkte der Projekte liegen in der Erprobung von besonderen Lösungen zur Bauzeitverkürzung, Senkung der Betriebskosten, Bereitstellung und Qualität gemeinschaftlich nutzbarer Flächen, Vorbereitung für das barrierefreie Wohnen sowie für flexible Nachnutzungskonzepte.

Bis Ende 2019 werden die Erfahrungen der 20 Modellvorhaben in unterschiedlichen Austauschformaten zusammengetragen und ausgewertet. Die Umsetzung wird wissenschaftlich begleitet, um Erkenntnisse für ähnliche Vorhaben in der Zukunft zu gewinnen. Als Ergebnis wird nach Abschluss der Projekte ein Handlungsleitfaden erstellt und Interessenten kostenfrei zur Verfügung gestellt.

Die 37 Millionen Euro Fördermittel aus dem Zukunftsinvestitionsprogramm der Bundesregierung zur Umsetzung der Modellvorhaben werden zusätzliche Investitionen in Höhe von rund 175 Millionen Euro auslösen. Die Modellvorhaben Variowohnungen werden durch die Bewilligungsbehörde Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) betreut.

23.02.2018 | Berlin