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23.02.2018

Bundesbauministerium fördert 162 Vario-Wohnungen für Studierende und Azubis in Berlin

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Bundesbauministerium fördert Vario-Wohnungen

Hendricks zeichnet 20 Modellvorhaben zum "Variowohnen" aus

Bundesbauministerium fördert Vario-Wohnungen
Das Studierendenwerk Berlin erhält für sein Neubauprojekt 690.000 Euro aus dem Förderprogramm Variowohnen. Die Degewo erhält für das Modellvorhaben Junges Wohnen in Marzahn 1,7 Millionen Euro Bundesmittel.

Hendricks überreicht Förderurkunden für Wohnheime in Marzahn und Grunewald

Flexibel, nachhaltig und nicht teurer als 280 bis 300 Euro Warmmiete: Mit dem Programm "Variowohnen" fördert das Bundesbauministerium preiswerten Wohnraum für Studierende und Auszubildende in Deutschland. Heute hat Bundesbauministerin Barbara Hendricks auf der Baufachmesse bautec in Berlin 20 Modellvorhaben der Öffentlichkeit vorgestellt, die mit 37 Millionen Euro aus dem Zukunftsinnovationsprogramm der Bundesregierung gefördert werden. Förderurkunden über 2,4 Millionen Euro überreichte Hendricks heute für 162 nachhaltige und bezahlbare Wohnungen für Studierende und Auszubildende in Berlin-Marzahn und Berlin-Grunewald.

Hendricks: "Wir brauchen mehr Wohnungen, die flexibel nutzbar sind und deren Warmmiete auch mit geringen Einkommen bezahlt werden kann. Wir denken dabei langfristig. Wir brauchen jetzt viele kleinere Wohneinheiten für junge Leute in der Ausbildungsphase, in zehn Jahren brauchen wir wahrscheinlich mehr Wohnungen für Senioren. In unserem Förderprogramm kombinieren wir beides. Wir fördern innovative Wohnraumkonzepte, die schnell gebaut werden können, nachhaltig sind und intelligente Lösungen für den demografischen Wandel bieten. Die Wohnungen sollen für zukünftige Nutzungen flexibel bleiben -deshalb auch der Name Variowohnen."

BMUB/Sascha Hilgers

Das Projekt "Neubau Wohnhaus für Studierende" des Studierendenwerks Berlin verdichtet behutsam eine denkmalgeschützte studentische Wohnanlage von 1960 in Berlin-Grunewald mit einem Neubau für 50 Variowohnungen. Bei einer späteren Nutzungsänderung können jeweils zwei Appartements mit einfachen Mitteln zu einer größeren Wohneinheit zusammengelegt werden. Das Studierendenwerk Berlin erhält für sein Neubauprojekt 690.000 Euro aus dem Förderprogramm Variowohnen.

BMUB/Sascha Hilgers

Die Degewo Marzahner Wohnungsgesellschaft mbH realisiert mit dem Modellvorhaben Junges Wohnen in Marzahn einen Neubau für 112 Studentinnen und Studenten und erhält dafür 1,7 Millionen Euro Bundesmittel. Durch eine kompakte Gebäudeform, einheitliche Bäder sowie eine durchgängige Trag- und Haustechnikstruktur sollen Planungs- und Bauzeiten optimiert werden. Ein wichtiger Forschungsschwerpunkt des Projekts liegt darin, die Bewohnerinnen und Bewohner zur Senkung der Betriebskosten zu motivieren. Über einen Bildschirm im Eingangsbereich wird der Verbrauch von Strom, Wasser und Heizung ständig angezeigt. Hausinterne Wettbewerbe sowie monatliche Informationsveranstaltungen im Haus zu Energieeinsparung und Klima sollen die Motivation der Nutzer zusätzlich steigern.

Die Nachfrage nach kostengünstigen, kleinen und variablen Wohnungen wächst insbesondere in stark wachsenden und studentischen Regionen. Vor diesem Hintergrund fördert das Bundesbauministerium bis Ende 2019 Modellvorhaben zum nachhaltigen und bezahlbaren Bau von Variowohnungen.

Die Modellvorhaben entstehen in zehn Bundesländern und werden Wohnraum für rund 2600 junge Menschen in Neubauten und durch Umbaumaßnahmen schaffen. Im Rahmen der Forschungsinitiative Zukunft Bau werden dabei deutschlandweit zukunftsweisende Wohnkonzepte für Studierende und Auszubildende erprobt und erforscht. Die Variowohnungen sollen schnell und mit möglichst geringen Kosten bei gleichzeitig anspruchsvoller Architektur und Raumgestaltung realisiert werden. Die Warmmiete für einen unmöblierten Wohnplatz darf zum Zeitpunkt der Bewilligung der Modellvorhaben 280 Euro nicht überschreiten, in besonders nachgefragten Städten 300 Euro.

Dabei reicht die Bandbreite der Modellvorhaben von kleineren innerstädtischen Baulückenschließungen mit rund 20 Wohneinheiten bis hin zur Komplettsanierung eines Plattenbaus mit mehr als 300 Wohnungen. Die innovativen Schwerpunkte der Projekte liegen in der Erprobung von besonderen Lösungen zur Bauzeitverkürzung, Senkung der Betriebskosten, Bereitstellung und Qualität gemeinschaftlich nutzbarer Flächen, Vorbereitung für das barrierefreie Wohnen sowie für flexible Nachnutzungskonzepte.

Bis Ende 2019 werden die Erfahrungen der 20 Modellvorhaben in unterschiedlichen Austauschformaten zusammengetragen und ausgewertet. Die Umsetzung wird wissenschaftlich begleitet, um Erkenntnisse für ähnliche Vorhaben in der Zukunft zu gewinnen. Als Ergebnis wird nach Abschluss der Projekte ein Handlungsleitfaden erstellt und Interessenten kostenfrei zur Verfügung gestellt.

Die 37 Millionen Euro Fördermittel aus dem Zukunftsinvestitionsprogramm der Bundesregierung zur Umsetzung der Modellvorhaben werden zusätzliche Investitionen in Höhe von rund 175 Millionen Euro auslösen. Die Modellvorhaben Variowohnungen werden durch die Bewilligungsbehörde Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) betreut. 

23.02.2018 | Berlin