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29.10.2018

Atomkraft – Behauptungen im Faktencheck

Spätestens am 31.12.2022 werden die letzten Atomkraftwerke in Deutschland abgeschaltet. Gängige Behauptungen im Faktencheck.

Spätestens am 31.12.2022 werden die letzten Atomkraftwerke in Deutschland abgeschaltet. Dieses Enddatum wurde als Teil des im breiten Konsens beschlossenen schrittweisen Atomausstiegs nach der Reaktorkatastrophe in Fukushima im Jahr 2011 im Atomgesetz festgelegt. Damit wird in Deutschland die Stromproduktion aus Atomkraftwerken Geschichte sein. Gängige Behauptungen im Faktencheck.  

"Atomkraft hilft beim Klimaschutz."

Atomstrom ist keineswegs CO2-neutral. Atomkraftwerke verursachen im Betrieb zwar keine CO2-Emissionen, betrachtet man aber den gesamten Lebensweg (Uranabbau, Brennelemente-Herstellung, Kraftwerksbau, Endlagerung), so ist ein hoher Energieaufwand nötig, wobei Treibhausgase emittiert werden. Atomkraft verursacht deutlich weniger CO2-Emissionen als Kohlekraftwerke, aber mehr als die erneuerbaren Energien. Wer auf Atomkraft setzt, blockiert in erster Linie den notwendigen Wandel zu einer sicheren und nachhaltigen Energieversorgung. 

"Dann muss Deutschland eben Atom-Strom aus Nachbarländern importieren."

Wie alle Länder in Europa steht Deutschland im Stromaustausch mit seinen Nachbarn. Dies hilft allen am Verbundnetz Beteiligten, Versorgungssicherheit auf effizientere und kostengünstigere Art und Weise sicherzustellen. Derzeit produziert Deutschland Strom im Überfluss. Von den rund 655 Terawattstunden (TWh) Strom, die (brutto) im Jahr 2017 in Deutschland produziert wurden (davon 76 TWh Kernenergie), wurden im Inland lediglich 600 TWh verbraucht – rund 55 TWh wurden als Exportüberschuss in das Ausland exportiert. Das liegt in erster Linie am niedrigen Strompreis in Deutschland aufgrund bestehender Überkapazitäten und der zunehmenden Einspeisung aus erneuerbaren Energien. 

"Wenn alle AKW vom Netz gehen, gehen bei uns die Lichter aus."

Unsere Stromversorgung ist sicher, daran wird auch die schrittweise Abschaltung von Atomkraftwerken nichts ändern. Wir haben derzeit eine gesicherte Kraftwerksleistung von weit über 100 Gigawatt. Damit stehen selbst bei vollständigem Atomausstieg im Jahr 2022 ausreichende Erzeugungskapazitäten zur Verfügung, um sicher die Maximallast von gut 80 Gigawatt in Deutschland bedienen zu können. Und durch den Netzausbau sorgen wir dafür, dass der Strom von den großen Erzeugungszentren im Norden und Osten der Republik auch künftig zu den großen Verbrauchszentren in Süden gelangt. 

"Endlagerung ist kein Problem, weil sich Atommüll mittlerweile recyceln lässt."

Weltweit gibt es derzeit kein Verfahren zum vollständigen Recycling von radioaktiven Abfällen. Die Wiederaufarbeitung von Kernbrennstoffen ist in Deutschland gesetzlich ausgeschlossen, zumal auch hierbei nicht geringe Mengen an radioaktiven Abfällen anfallen, die in einem Endlager entsorgt werden müssen, da eine weitere Verwendung dieser Rückstände nicht möglich ist. Auch bei Transmutation ist nach derzeitigem Stand von Wissenschaft und Technik eine Endlagerung von radioaktiven Abfällen erforderlich. 

29.10.2018 | Meldung Nukleare Sicherheit