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12.01.2021

16. Fachgespräch zur Überwachung der Umweltradioaktivität

22.03.2022 | Strahlenschutz

Fachgespräch zur Überwachung der Umweltradioaktivität

Thema: Umweltradioaktivität einst - jetzt - in Zukunft.

Fachgespräch zur Überwachung der Umweltradioaktivität
Das Fachgespräch zur Überwachung der Umweltradioaktivität soll genutzt werden, um sich über Erfahrungen auszutauschen sowie über zukünftige Entwicklungen und Herausforderungen zu diskutieren.

22. bis 24. März 2022 in Kiel

Die Überwachung der Umweltradioaktivität ist ein wichtiger Bestandteil vorsorgender Umweltpolitik - mit langer Tradition und vielfältigen Herausforderungen für die Zukunft. Das Fachgespräch soll genutzt werden, um sich über Erfahrungen auszutauschen sowie über zukünftige Entwicklungen und Herausforderungen zu diskutieren. Angesprochen sind alle, die in irgendeiner Form an der Überwachung der Umweltradioaktivität in den unterschiedlichen Bereichen beteiligt sind. Dies betrifft sowohl die Überwachung der Umwelt allgemein als auch die der kerntechnischen Anlagen, der Zwischen- und Endlager sowie die Überwachung in Zusammenhang mit NORM/Radon und Anwendungen in der Medizin beziehungsweise Industrie.

Umweltradioaktivität

einst - jetzt - in Zukunft.

Gemeinsam mit dem Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) und dem Max Rubner-Institut (MRI) veranstaltet das Bundesumweltministerium das 16. Fachgespräch zur Überwachung der Umweltradioaktivität vom 22. bis 24. März 2022 in Kiel. 

Das Fachgespräch wird in der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Philosophische Fakultät, Olshausenstr. 75, 24118 Kiel durchgeführt.

Im Rahmen des Fachgesprächs findet eine Industrie-Ausstellung statt. Teilnahmegebühren werden nicht erhoben. Die Anmeldung läuft bis 1. November 2021.

Das Spektrum dieses Fachgesprächs ist breit gefächert, damit die Auswirkungen der rechtlichen Neuerungen und der sich ab 2023 ergebenden Veränderungen auf die Überwachung der Umweltradioaktivität von möglichst vielen Seiten beleuchtet werden können. Der Erfahrungsaustausch und die Diskussion aktueller Fragestellungen sollen dazu beitragen, praktische Lösungen für die jetzigen und zukünftigen Herausforderungen bei der Überwachung der Umweltradioaktivität zu erarbeiten. Neben Plenarvorträgen werden hierzu für ausgewählte Themen Workshops angeboten, die eine intensivere Diskussion im kleineren Kreis ermöglichen.

Termine

bis 1. November 2021:

Anmeldung zum Fachgespräch, Interessenbekundung zur Teilnahme an den Workshops, Einsendung der Kurzfassungen der Beiträge

15. Dezember 2021:

Benachrichtigung der Autorinnen und Autoren durch das Programmkomitee

bis 31. März 2022:

Einsendung der endgültigen Beiträge zur Veröffentlichung im Tagungsband


Themenbereiche

WS = Themenbereich ist auch Themenvorschlag für einen Workshop. Nutzen Sie bitte die Möglichkeit der Interessensbekundung bei der Anmeldung.

Umweltüberwachung im Wandel der Zeiten

  • Harmonisierung der Umweltüberwachung auf europäischer und internationaler Ebene
  • Konsequenzen aus dem neuen Strahlenschutzrecht
  • Praxiserfahrung mit dem neuen „Regelwerk“ (WS)
  • Überwachung der Umwelt, kerntechnischer Anlagen und Zwischen- und Endlager in Zukunft
  • Überwachung der Umweltradioaktivität in Zusammenhang mit NORM/Radon sowie medizinischen und industriellen Anwendungen (WS)

Probenahmen / Analysen / Messungen in den unterschiedlichen Expositionssituationen

  • Messstrategien und Labororganisation
  • Probenahme und Probenehmer (WS)
  • Probenbehandlung, -analyse und Messung
  • Schnellmethoden und neue analytische Verfahren (WS)
  • Optimierung in Zeiten knapper Ressourcen
  • Internationale Kooperationen

Qualitätssicherung

  • Langzeitauswertungen der IMIS- und REI-Ringvergleiche
  • Maßnahmen des Qualitätsmanagements (WS)
  • Zusätzliche Anforderungen an akkreditierte Labore
  • Internationale Netzwerke und internationale Ringversuche

Datenmanagement und Datennutzung / IT

  • Verfügbarkeit und Nutzung von Langzeit-Messreihen
  • IMIS als nationale Umweltradioaktivitätsdatenbank? (WS)
  • Einbindung von Modell- und Informationssystemen (WS)
  • Nationaler und internationaler Datenaustausch

Kommunikation

  • Information der Bevölkerung bei lokalen, regionalen und überregionalen Ereignissen
  • Dialog mit der Bevölkerung und den Medien in den unterschiedlichen Expositionssituationen (WS)

Anmeldehinweise

Nutzen Sie für die Anmeldungen zur Teilnahme an dem Fachgespräch sowie zur Teilnahme als Aussteller bei der Industrie-Ausstellung bitte das Online-Formular.

Autorinnen und Autoren, die einen Vortrag oder ein Poster zum Fachgespräch anmelden möchten, werden gebeten, bis zum 1. November 2021 eine Kurzfassung (maximal 300 Wörter) ihres geplanten Beitrags als Word-Dokument einzusenden. Verwenden Sie dazu bitte die vorgegebene Formatvorlage. Bei mehreren Autorinnen und Autoren kennzeichnen Sie bitte den Vortragenden. Über die Annahme sowie die Form der Präsentation der eingereichten Beiträge entscheidet das Programmkomitee.

Tagungssekretariat (vor der Veranstaltung):
Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU)
Referat S II 5

Postfach 12 06 29
D-53048 Bonn

E-Mail: 16.fachgespraech@bmu.bund.de
Telefon: +49 (0) 228 99 305 2939
Fax: +49 (0) 228 99 305 2828

Ansprechpartner für Ausstellende:
Dr. Gerhard Haase
Max Rubner-Institut (MRI)
Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel
Institut für Sicherheit und Qualität bei Milch und Fisch

Postfach 60 69
D-24121 Kiel 

E-Mail: gerhard.haase@mri.bund.de
Telefon: +49 (0) 431 609 2266
Fax: +49 (0) 431 609 2300


Hintergrund:

Die Aufgabe der Überwachung radioaktiver Stoffe in der Umwelt ergab sich ursprünglich aus der Notwendigkeit, die Verteilung des radioaktiven Fallouts infolge der Kernwaffenversuche der 1950er und 1960er Jahre zu untersuchen. Diese Überwachung wurde durch die Verpflichtungen des Euratom-Vertrags von 1957 und infolge der großtechnischen friedlichen Nutzung der Kernenergie ausgeweitet und zunehmend gesetzlich geregelt. Im Jahr 1990 wurde der bergbauliche Bereich in die amtliche Überwachung aufgenommen.

Die erforderlichen Maßnahmen zur Überwachung wurden zunächst im Strahlenschutzvorsorgegesetz (StrVG) und in der Strahlenschutzverordnung (StrlSchV) sowie nachgeordneten Richtlinien und Verwaltungsvorschriften benannt und detailliert beschrieben. Für die kerntechnischen Anlagen sind dies die Richtlinie zur Emissions- und Immissionsüberwachung kerntechnischer Anlagen (REI), für die Überwachung der Umweltradioaktivität die AVV-IMIS.

Infolge des Reaktorunglücks im japanischen Fukushima wurde für Deutschland der Ausstieg aus der Kernenergie beschlossen und die fachlichen Grundlagen für den radiologischen Notfallschutz in Deutschland und das dazugehörige Regelwerk wurden einer Überprüfung unterzogen. Nach den Vorgaben der Richtlinie 2013/59/Euratom wurden die gesetzlichen Grundlagen komplett überarbeitet und hinsichtlich des Anwendungsbereichs des Strahlenschutzrechts erweitert. Daraus resultierte das am 31.12.2018 in Kraft getretene Strahlenschutzgesetz (StrlSchG) und die neue Strahlenschutzverordnung (StrlSchV). Die zugehörigen nachgeordneten gesetzlichen Regelwerke befinden sich teilweise noch in der Überarbeitung, um den geänderten Anforderungen und zukünftigen Schwerpunkten der Überwachung in den verschiedenen Bereichen und Expositionssituationen gerecht zu werden.

Bei allen sich ändernden Anforderungen bleibt jedoch das Integrierte Mess- und Informations-System des Bundes (IMIS) als gemeinsame Datenbasis für Messergebnisse und Informationen zur Umweltradioaktivität bestehen. Das IMIS wurde und wird stetig weiterentwickelt, um sowohl den sich ändernden fachlichen Anforderungen als auch den Entwicklungen in der Informationstechnologie gerecht zu werden. Dabei ist nicht nur das nationale Umfeld zu berücksichtigen; auch der Datenaustausch über nationale Grenzen hinaus gewinnt zunehmend an Bedeutung. Die angestrebte Harmonisierung der Umweltüberwachung mit verlässlichen Qualitätsstandards auf europäischer und internationaler Ebene ist hierbei ein wichtiger Schritt in diese Richtung.

In Zeiten knapper werdender Ressourcen wächst die Bedeutung vorausschauender Planungen sowohl für den Betrieb von Messnetzen als auch für Probenahme, Messungen vor Ort und den Laborbetrieb.

Die Entwicklung von Messstrategien als auch Weiterentwicklungen bei den Analyse- und Messverfahren stellen die Verfügbarkeit von Messergebnissen in den unterschiedlichen Expositionssituationen sicher. Diese Weiterentwicklungen haben das Ziel, bedarfsgerecht schnellere radiochemische Analysen sowie empfindlichere Messungen von relevanten Radionukliden zu ermöglichen. Auch die automatisch arbeitenden Systeme in den Messnetzen werden kontinuierlich weiterentwickelt und die zeitliche Verfügbarkeit der bereitgestellten Daten verbessert. Zudem wurde und wird die Qualität der eingesetzten Analyse- und Messverfahren regelmäßig in nationalen und internationalen Ringvergleichen überprüft.

Die Vergangenheit hat gezeigt, dass die Kommunikation mit der Öffentlichkeit ein Thema ist, das besonderer Aufmerksamkeit bedarf. Konzepte und technische Weiterentwicklungen sind erforderlich, um das Thema Umweltradioaktivität in allen Situationen bürgernah zu vermitteln.

12.01.2021 | Meldung Strahlenschutz