Klimawandel: Was wir wissen

12.06.2020

Wie verändert sich das Klima auf der Erde, und was haben wir Menschen damit zu tun?

Temperaturrekorde, Fridays for Future, Weltklimakonferenzen, Kohleausstieg, Elektroautos, Windenergie und Solarstrom: All diese Themen hängen mit dem Klimawandel zusammen. Er ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit und wird uns noch lange beschäftigen.

Was ist das Problem am Klimawandel?

Seit dem 18. Jahrhundert ist die weltweite Durchschnittstemperatur um etwa 1 Grad Celsius gestiegen. Das klingt nicht viel. Doch schon heute machen sich die Folgen bemerkbar.

In Deutschland zum Beispiel gab es in den Jahren 2018 und 2019 mehrere Hitzewellen. Und es fiel extrem wenig Regen. Solche Wetterextreme hat es zwar immer schon gegeben. Aber durch den Klimawandel werden sie häufiger. Neun der zehn wärmsten Jahre, die in Deutschland beobachtet wurden, lagen innerhalb der vergangenen 20 Jahre.

Eine weitere Folge der Erwärmung ist, dass Gletscher schmelzen. Dadurch ist der Meeresspiegel bereits angestiegen.

Das Problem ist, dass sich durch solche Veränderungen des Klimas die Lebensbedingungen verändern. Sowohl für Tiere und Pflanzen als auch für die Menschen. So kann es passieren, dass in Zukunft in manchen Regionen keine Landwirtschaft mehr möglich sein wird. Oder dass der Meeresspiegel so stark steigt, dass Inseln im Meer versinken und Küstengebiete stärker durch Überflutungen bedroht werden.

Worauf müssen wir uns in Deutschland einstellen?

Auch in Deutschland bekommen wir den Klimawandel zu spüren. Die heißen und trockenen Sommer 2018 und 2019 und einige Überschwemmungen der vergangenen Jahre zeigen, wie sich der Klimawandel auswirken kann.

Zum Beispiel hat er ernste Folgen für die Gesundheit. Im Sommer 2018 starben allein in den Bundesländern Berlin und Hessen etwa 1.200 Menschen an den Folgen der Hitze. In der Landwirtschaft gab es große Ausfälle bei der Ernte. Wegen des niedrigen Wasserstands in den Flüssen konnten weniger Frachtschiffe fahren, dadurch wurde in Süddeutschland sogar das Benzin knapp.

Außerdem gab es viele Unwetter mit Sturm, Hagel und Starkregen. Dabei wurden zum Beispiel Dächer beschädigt, Bäume stürzten auf Autos und Straßen wurden unterspült. Die Beseitigung solcher Schäden ist teuer. In einem Jahr mit vielen Unwettern können mehrere Milliarden Euro zusammenkommen.

Wetter und Klima – Was ist der Unterschied?

Wetter ist das, was zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort passiert. Wenn wir der Oma am Telefon berichten: "Im Sommer war es bei uns echt heiß!", reden wir vom Wetter. Auch wenn es drei heiße Sommer nacheinander gibt, ist das zunächst eine Beobachtung über das Wetter. Es heißt nicht automatisch, dass sich das Klima erwärmt. Um Aussagen über das Klima zu treffen, muss man Wetterdaten für eine sehr lange Zeit auswerten – mindestens für 30 Jahre. Wenn dabei herauskommt, dass es in den vergangenen 30 Jahren viel mehr heiße Sommer gab als im Durchschnitt der Jahrzehnte zuvor, ist das ein Zeichen für den Klimawandel.

Wie kommt es zum Klimawandel?

Für einen bedeutenden Teil des Temperaturanstiegs sind wir Menschen verantwortlich. Denn wir verbrennen riesige Mengen sogenannter fossiler Energieträger wie Kohle und Erdöl, um Energie zu gewinnen. Darin ist Kohlenstoff gespeichert. Beim Verbrennen entsteht Kohlendioxid (CO2) und gelangt in die Luft.

CO2 ist ein sogenanntes Treibhausgas. Es sammelt sich in der Atmosphäre unseres Planeten an und wirkt wie eine Art Isolationsschicht. Die Strahlung der Sonne gelangt auf die Erdoberfläche, und von dort wird Wärmestrahlung in die Luft abgegeben. Diese wird durch das CO2 gewissermaßen "festgehalten". Dadurch erwärmt sich das Klima.

Die Industrialisierung begann etwa um das Jahr 1750. Seitdem nimmt der Anteil von Treibhausgasen in der Atmosphäre zu. Neben Kohlendioxid gibt es weitere Treibhausgase, zum Beispiel Methan (CH4) und Lachgas (N2O).

Woher kommen die Treibhausgase?

Der allergrößte Teil der Treibhausgase entsteht dadurch, dass fossile Energieträger wie Kohle, Erdöl und Erdgas verbrannt werden, um Strom und Wärme zu erzeugen. Im Jahr 2018 wurden in diesem Bereich weltweit fast 84 Prozent der Treibhausgase ausgestoßen. 

Eine weitere wichtige Quelle von Treibhausgasen ist der Verkehr. Denn die meisten Autos und LKWs werden mit Diesel oder Benzin betrieben, und diese Kraftstoffe werden aus dem fossilen Energieträger Erdöl gewonnen. 

Auch in der Landwirtschaft gelangen auf verschiedenen Wegen Treibhausgase in die Luft. Es handelt sich vor allem um Methan und Lachgas. Sie werden von Tieren, Mist und Gülle abgegeben sowie von Düngemitteln.

Wie können wir das Klima schützen?

Um den Klimawandel zu bremsen, muss der Ausstoß von Treibhausgasen verringert werden. Überall dort, wo Treibhausgase in die Atmosphäre gelangen, wird nach Möglichkeiten gesucht werden, dies zu ändern.

Weil der größte Teil der Treibhausgase bei der Erzeugung von Strom und Wärme entsteht, ist dieser Bereich besonders wichtig. In Zukunft soll die Energieversorgung komplett auf erneuerbare Energien umgestellt werden. Dazu gehören vor allem Wind- und Sonnenenergie, Energie aus Biomasse und Wasserkraft. Um die Umstellung zu erleichtern, soll gleichzeitig Energie gespart werden. Darum wird zum Beispiel die Wärmedämmung sehr vieler Gebäude verbessert.

Tipps für den Klimaschutz

Was kann ich selber tun?

Mit unserem Verhalten im Alltag können wir zum Klimaschutz beitragen. Je nachdem, wie wir uns fortbewegen, wie wir wohnen und was wir einkaufen, gelangen unterschiedlich viel Treibhausgase in die Atmosphäre. Auch was wir Essen, hat Einfluss auf den Ausstoß von Treibhausgasen.

Besonders klimafreundlich ist zum Beispiel:

  • Fahrrad oder Bahn fahren statt mit dem Auto.
  • Bevorzugt regionale pflanzliche Lebensmittel wie Obst, Gemüse und Getreide essen, möglichst weniger Fleisch und andere Tierprodukte verzehren.