Zukunft selber machen

03.06.2020

Wie können sich junge Menschen für Umweltschutz einsetzen und in der Politik mitbestimmen?

Streit über die Schulstreiks

Viele Tausend Schülerinnen und Schüler demonstrieren für Klimaschutz, statt zur Schule zu gehen – das war Ende 2018 neu. Die Streiks wurden ein großes Thema in den Medien und in der Politik.  Dabei ging es auch um die Frage, wie sich Jugendliche für ihre eigenen Anliegen einsetzen können.

Teilweise kritisierten Erwachsene die Schulstreiks, auch in Anbetracht der herrschenden Schulpflicht. Viele Jugendliche fanden aber, dass ihre Meinung ohne die Streiks nicht gehört würde. Zahlreiche Erwachsene sahen das ähnlich. 

Tatsächlich haben Kinder und Jugendliche nicht die gleichen Möglichkeiten wie Erwachsene, ihre Meinung einzubringen. Die wichtigsten Entscheidungen dürfen nur Erwachsene treffen.

Klar ist aber auch, dass Kinder und Jugendliche ein Recht darauf haben, ihre Meinung zu äußern und mitzubestimmen.

Interessieren sich Jugendliche überhaupt für Politik?

Viele Erwachsene denken, dass sich Jugendliche nicht für Politik interessieren. Das stimmt so nicht. Die Forschung hat ergeben, dass sich die Mehrheit der Jugendlichen dafür interessiert, was in der Politik und in unserer Gesellschaft passiert. Dabei sehen Jugendliche vieles anders als ältere Menschen. Trotzdem möchten sie sich für Ziele einsetzen, die ihnen wichtig sind. 

Zwar sagt auch ein großer Teil der Jugendlichen, dass ihn Politik eher nicht interessiert. Das liegt teilweise aber auch daran, dass diese Jugendlichen manche ihrer Anliegen nicht als "Politik" betrachten.

Zu den Anliegen, die Jugendlichen wichtig sind, gehört der Schutz von Umwelt und Natur. Viele denken auch, dass sich unsere Wirtschaft und unsere Gesellschaft verändern müssen, um dies zu erreichen. Nicht allen Jugendlichen ist bewusst, was sie selbst dafür tun können.

Studie

Zukunft? Jugend fragen!

Die Studie "Zukunft? Jugend fragen!" untersuchte die Meinung junger Menschen im Alter von 14 bis 22 Jahren über Umwelt und Klima. Die Ergebnisse gibt es auf der Internetseite des Bundesumweltministeriums.

Kinder und Jugendliche haben ein Recht auf Mitsprache

Kinder und Jugendliche haben das Recht, unsere Gesellschaft mitzugestalten. Dieses Recht ist unter anderem in der Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen festgeschrieben, in Artikel 12.  Auch in vielen Gesetzen von Bund und Ländern findet sich das Recht auf Beteiligung. 

Außerdem gehört es zu unserer Demokratie, dass sich die Bürgerinnen und Bürger beteiligen. Demokratie funktioniert nur dann gut, wenn möglichst alle mitmachen. Darum sollen auch Kinder und Jugendliche lernen, wie das geht. Es ist vorgeschrieben, dass das in der Schule geübt wird.

Beim Problem Klimawandel gibt es einen wichtigen Grund, warum die Anliegen von Kindern und Jugendlichen berücksichtigt werden müssen: Unsere Maßnahmen oder auch Versäumnisse von heute werden sich noch lange in der Zukunft auswirken. Dann werden die heutigen Kinder und Jugendlichen selbst erwachsen sein. Und auch sie haben ein Recht auf gute Lebensbedingungen.

Die Staaten der Vereinten Nationen haben schon 1992 beschlossen, bei allen heutigen Entscheidungen darauf zu achten, was die Folgen für die Zukunft sind. Das wird "Nachhaltigkeit" genannt. Auch in Deutschland gilt dieser Beschluss.

Die Vereinten Nationen über Kinderrechte

"Die Vertragsstaaten sichern dem Kind, das fähig ist, sich eine eigene Meinung zu bilden, das Recht zu, diese Meinung in allen das Kind berührenden Angelegenheiten frei zu äußern, und berücksichtigen die Meinung des Kindes angemessen und entsprechend seinem Alter und seiner Reife." (Aus der Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen)

Was kann ich bewegen?

In manchen Bereichen des Lebens ist es vorgesehen, dass Jugendliche mitbestimmen dürfen. Doch darüber hinaus haben sie noch viel mehr Möglichkeiten, sich einzubringen.

In den Schulen und in vielen Städten und Gemeinden gibt es klare Regeln dafür, die man nachlesen kann. Die Regelungen für die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen in der Schule zum Beispiel finden sich in den Schulgesetzen der Bundesländer. Wenn geregelt ist, was und wie Jugendliche mitbestimmen, wird das "formelle Beteiligung" genannt.

In Städten und Gemeinden gibt es oft auch Jugendbeauftragte. Ihre Aufgabe ist es, sich die Anliegen von Kindern anzuhören und sich stellvertretend für sie einzusetzen.

Außerdem gibt es einige Rechte, die allen zustehen, also auch Kindern und Jugendlichen. Dazu gehört zum Beispiel das Recht, im Gemeinderat Fragen zu stellen oder Vorschläge zu machen.  Auch bei der Stadtplanung und großen Bauprojekten gibt es oft eine sogenannte Öffentlichkeitsbeteiligung, bei der man seine Meinung einbringen kann.

Protestaktionen

Von Fridays for Future bis Anketten im Bundestag

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Mitmischen im Netz

Die Fridays for Future-Bewegung ist ein gutes Beispiel dafür, welche Möglichkeiten das Internet bietet. Mithilfe der digitalen Vernetzung konnte die Bewegung schnell und weltweit wachsen. 

Das Internet kann es erleichtern, eigene Themen zu setzen, Aufmerksamkeit zu erregen und andere zu mobilisieren.  Der Einstieg geht schnell – schon das „Liken“ von Inhalten und Seiten, die Mitgliedschaft in Gruppen, aktuelle Statements im Status oder Profilbilder können Zeichen setzen. 

Der nächste Schritt ist, selbst aktiv zu werden. Dazu kann gehören, sich in Diskussionen einzubringen oder diese anzustoßen. Das kann mit dem Teilen eines Bildes beginnen oder mit einem Kommentar, der das eigene Netzwerk zu Reaktionen bewegt. 

Andere mobilisieren bedeutet, andere Nutzerinnen und Nutzer gezielt anzusprechen aktiv zu werden. Häufig geschieht das, indem Links zu einer Online-Petition oder zu einer Spendenaktion weitergeleitet werden.

Mitmachen, nicht abwarten.

Warte nicht, bis jemand zu dir kommt und fragt, ob du dich beteiligen möchtest. Oft wartet man dann vergeblich. 

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