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13.04.2018

"Wir werden den Klimaplan 2050 vollständig umsetzen"

Porträt von Jochen Flasbarth
Im Interview mit den "UmweltBriefen" spricht Staatssekretär Jochen Flasbarth über die Lastenverteilungsverordnung.

UmweltBriefe: Herr Flasbarth, wie will die Bundesregierung die Vorgaben einhalten?

Jochen Flasbarth: Indem sie den Klimaschutzplan 2050 vollständig umsetzen wird. Darin sind auch für die in der europäischen Zielaufteilung genannten Sektoren Verkehr, Gebäude und Landwirtschaft bereits Ziele für 2030 vereinbart. Diese müssen schrittweise erreicht werden, der Pfad dahin ist vergleichbar mit dem der europäischen Zielaufteilung. Bis 2030 ist eine Minderung von mindestens 55 Prozent gegenüber 1990 geplant.

Glauben Sie, dass alle Ministerien mit dem BMU an einem Strang ziehen werden?

Ja. Es ist jetzt Aufgabe der zuständigen Ministerien, diese Potenziale zu ermitteln und Vorschläge zu machen und mit Ex-Ante-Folgenabschätzungen zu unterlegen. Ich bin zuversichtlich, dass dieser Ansatz zu mehr Akzeptanz führen wird. Die Schlüsselworte sind klar, sie lauten: Energieeffizienz, erneuerbare Energien und Elektromobilität. Im Bereich der Landnutzung reden wir über den Schutz des Waldes als Kohlenstoffspeicher oder die Erhaltung und Renaturierung von Mooren.

Wie soll es nach 2030 weitergehen?

Der Klimaschutzplan 2050 ist unsere Langfriststrategie auf dem Weg zur Treibhausgasneutralität entsprechend dem Pariser Abkommen. Die Sektorenziele im Klimaschutzplan sind Zwischenziele. Es ist klar, dass wir 2050 eine weitgehende Treibhausgasneutralität nur erreichen, wenn die Energieversorgung ohne fossile Energien auskommt. Hier sind wir bereits auf dem Weg: Beim wichtigen Thema Kohleverstromung werden wir bald eine Kommission einsetzen, die sich mit dem Pfad des Kohleausstiegs und dem Strukturwandel in den Braunkohleregionen beschäftigt.

Lässt sich der Ausstoß von Klimagasen überhaupt vollständig reduzieren?

Restemissionen wird es insbesondere aus der Landwirtschaft geben, allerdings natürlich nicht im heutigen Ausmaß. Eventuell kommen noch Treibhausgasemissionen aus industriellen Prozessen hinzu, je nachdem, wie erfolgreich wir bei Forschung und Entwicklung auf diesem Gebiet sein werden. Darum sprechen wir ja auch von Treibhausgasneutralität, gewisse Restemissionen können also ausgeglichen werden durch Aufforstung oder Renaturierung von Mooren.

13.04.2018 | Medienbeitrag Klimaschutz