Maßnahmen des BMU

Maßnahmen für mehr Insektenschutz

Maßnahmen des Bundesumweltministeriums und der Bundesregierung für mehr Insektenschutz

Insekten sind für uns Menschen und unsere Ökosysteme unverzichtbar. Doch sowohl die Masse als auch die Vielfalt der Insekten sind dramatisch zurückgegangen. Um das Insektensterben aufzuhalten, hat die Bundesregierung auf Vorschlag des Bundesumweltministeriums im Sommer 2020 ein Gesetz zum Schutz von Insekten auf den Weg gebracht, das im Juni 2021 von Bundestag und Bundesrat beschlossen wurde. Mit dem Gesetz werden insbesondere zahlreiche Neuregelungen im Bundesnaturschutzgesetz vorgenommen. Es ist einer der wesentlichen Bausteine zur Umsetzung des auf Vorschlag des Bundesumweltministeriums 2019 durch die Bundesregierung beschlossenen Aktionsprogramms Insektenschutz. Zudem haben im Februar 2021 die Bundesregierung und im Juni 2021 der Bundesrat einem Vorschlag des Bundeslandwirtschaftsministeriums für eine Änderung der Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung zugestimmt, die die Lebensräume von Insekten ebenfalls schützen wird.

Der Insektenschutz bleibt eine unserer wichtigsten und drängendsten Aufgaben. Denn der Zustand der Insekten wird unser künftiges Leben bestimmen: Eine Welt ohne Insekten hätte drastische ökologische und ökonomische Folgen. Das gemeinsame Ziel: den Trend umkehren und die Lebensbedingungen für Insekten insgesamt deutlich verbessern.

Wichtige Maßnahmen im "Insektenschutzgesetz"

Vogel Azurjungfer (Libelle) auf Blatt

Besserer Schutz für Insektenlebensräume

Künftig werden Streuobstwiesen, magere Flachland-Mähwiesen und Berg-Mähwiesen nach Anhang I der Richtlinie 92/43/EWG sowie Steinriegel und Trockenmauern als Biotope gesetzlich geschützt, denn sie sind als Lebensräume für Insekten besonders wichtig. So werden mehr Lebensräume als bisher unter Schutz gestellt.


Verbot des Einsatzes von bestimmten Biozidprodukten in Schutzgebieten

In einer Reihe von Schutzgebieten werden bestimmte Formen des Einsatzes von Biozidprodukten mit entsprechenden Auswirkungen auf Insekten grundsätzlich verboten. So werden in diesen ökologisch besonders schutzbedürftigen Bereichen Insekten und ihre Lebensräume besonders geschützt.


Lichtverschmutzung eindämmen

Nachtaktive Insekten werden vielfach von künstlichen Lichtquellen angelockt und verenden dann ("Staubsaugereffekt"). Der Lichtverschmutzung als Gefahr für nachtaktive Insekten wird nun entgegengewirkt: In Naturschutzgebieten und Nationalparken wird die Neuerrichtung bestimmter Beleuchtungen grundsätzlich verboten. Zudem wurde die Möglichkeit geschaffen, per Rechtsverordnung nicht nur den Betrieb von Himmelsstrahlern ("Skybeamer") aufgrund ihrer negativen Auswirkungen auf die Tierwelt stark einzuschränken, sondern auch darüber hinaus den Schutz von Tieren und Pflanzen vor nachteiligen Auswirkungen von Beleuchtungen sicherzustellen. Zum Beispiel indem Grenzwerte für Lichtemissionen festgelegt werden, die bestimmte Beleuchtungen nicht überschreiten dürfen.


Beschränkung des Einsatzes von Insektenfallen

Künftig wird es zudem auch möglich sein, durch Rechtsverordnung die Verwendung von Insektenfallen außerhalb geschlossener Räume zu beschränken oder zu verbieten.


Wichtige Maßnahmen des Aktionsprogramms Insektenschutz

Dunkler Wiesenknopf-Ameisenbläuling

Mehr Mittel für Insektenschutz

Seit 2020 stehen 25 Millionen Euro zusätzlich für Insektenschutzprojekte in den Bundesförderprogrammen bereit. Über das "Bundesprogramm Biologische Vielfalt" werden in den nächsten sechs bis acht Jahren etwa 60 Millionen Euro in den Insektenschutz fließen. Das Bundesamt für Naturschutz hat hier bereits seit Anfang des vergangenen Jahres 24 Insektenschutz-Vorhaben mit 56 Teilvorhaben aus Mitteln des Bundesumweltministeriums bewilligt.

Zudem stellt der Bund mit Hilfe eines Sonderrahmenplans "Insektenschutz in der Agrarlandschaft" unter der Gemeinschaftsaufgabe Agrarstruktur und Küstenschutz (GAK) jährlich 85 Millionen Euro zur Verbesserung der nationalen Finanzierung von Maßnahmen des Insektenschutzes bereit. Für 2022 kommen noch einmal 65 Millionen Euro dazu, die zweckgerichtet für Ausgleichszahlungen zur Förderung des Insektenschutzes verwendet werden sollen.

Für die Forschung zum Insektenschutz stehen seit 2020 rund 25 Millionen Euro zur Verfügung.


Maßnahmen müssen messbar sein

Die Konzeption für das bundesweite Insektenmonitoring ist nahezu abgeschlossen. So können künftig die Erfolge beim Insektenschutz besser gemessen, aber auch erkannt und belegt werden, ob die Insektenzahlen weiter schwinden. Auch das nationale Monitoringzentrum zur Biodiversität, das im Januar 2021 mit seiner Arbeit begonnen hat, wird zur Weiterentwicklung des Insektenmonitorings beitragen.


Wichtige Maßnahmen in der Novelle zur Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung

Sandbiene auf rosa Blüte

Verbot von Glyphosat

Der Einsatz von Glyphosat wird stark eingeschränkt und mit Ablauf des Jahres 2023 ganz verboten, zum europarechtlich frühestmöglichen Zeitpunkt. Denn Glyphosat tötet alles, was grün ist, und entzieht Insekten damit die Lebensgrundlage. Mit dem Verbot ist ein großer Schritt in Richtung eines effektiven Insektenschutzes getan.


Verbot von Herbiziden und bestimmten, besonders bestäubergefährlichen Insektiziden in Schutzgebieten

In einer Reihe von ökologisch besonders schutzbedürftigen Gebieten wird der Einsatz zahlreicher Pflanzenschutzmittel, die Bienen und Bestäuber gefährden, verboten.


Mindestabstände für die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln in der Nähe von Gewässern

Zu den Rändern von Gewässern muss künftig bei der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln ein Mindestabstand eingehalten werden. Dieser Abstand beträgt grundsätzlich fünf Meter, wenn die Abstandsfläche ganzjährig begrünt ist, und zehn Meter, wenn dies nicht der Fall ist.


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