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Solarradweg

Wie errechnen sich die 12 Megawatt auf 200 Quadratmeter?

Die Abschätzung des voraussichtlichen Stromertrages des Solarradweges pro Jahr basiert auf einer Potentialanalyse. Die voraussichtliche Stromproduktion variiert in Abhängigkeit von Faktoren wie Sonneneinstrahlung oder Einfluss der Verschmutzung und beträgt rund 60 bis 80 Kilowattstunde pro Jahr pro Quadratmeter. Bei 200 Quadratmeter Modulfläche sind 12 bis 16 Megawattstunden pro Jahr zu erwarten.

Wofür wurden die 800 000 Euro genau ausgegeben?

Die Gesamtausgaben des Vorhabens "Infrastrukturring Liblar - Wandel der Mobilitätsstruktur" betragen 871.000 Euro. Die Zuwendung im Rahmen des Förderprogramms "Bundeswettbewerb Klimaschutz durch Radverkehr" beträgt 784.000 Euro (Förderquote 90 Prozent).
Im Vorhaben wurden neben begleitender Öffentlichkeitsarbeit, einer Online-Befragung und Monitoring Stationen vier investive Maßnahmenpakete durchgeführt:

  • Bau der Teststrecke Solarradweg (103.000 Euro)
  • Ausbau Promenadenweg mit neuartigem Asphaltkonzept (270.000 Euro)
  • Ausbau ehem. Bahntrasse (420.000 Euro)
  • Querungshilfe/Verbesserung Bliesheimer Straße (57.000 Euro)

Neben dem Solarradweg wird auf einem weiteren Teilabschnitt des Radwegenetzes in Erftstadt ein weiteres neuartiges Asphaltkonzept umgesetzt. Im Bereich des Promenadenweges besteht die Oberfläche des Radweges aus einem neuartigen wasserdurchlässigen Material (Elastopave) der RTWH Aachen. Das Material basiert auf einem natürlichen Basaltgestein, welches mit einem mit alternativen Bindemitteln auf Polyurethan-Basis hergestellt wird. Gegenüber konventionellen bitumengebundenen Asphalten weist dieses neue Material deutlich verbesserte qualitative und ökologische Eigenschaften auf. Eine wesentliche ökologische Vorteilhaftigkeit des PU-gebundenen Materials zeigt sich hinsichtlich des Primärenergiebedarfs sowie bezüglich der Schadstoffemission während der Materialherstellung sowie während des Einbaus gegenüber konventionellen Asphaltmaterialien. Die Ausgeben für die begleitende Öffentlichkeitsarbeit und einer Online-Befragung sind mit 21.000 Euro angesetzt.

Die Maßnahmen im Rahmen des NKI-Vorhabens sind in das Verkehrskonzept des Masterplan Erftstadt-Liblar eingebettet und zielen darauf ab, durch Ausbau, Verbesserung und Einrichtung einer barrierefreien Radwegeverbindung einen Wandel der (Alltags-)Mobilitätsstruktur im Ortsteil Liblar zu generieren und eine Verlagerung des Kurzstreckenverkehrs mit Längen bis zu 5 Kilometer vom Personenkraftwagen auf das Fahrrad beziehungsweise zu Fuß zu erreichen.

Wohin wird der Strom geliefert?

Der Strom des Solarradweges wird ins öffentliche Netz eingespeist. Die erzeugte Strommenge wird im Rahmen der "Sonstigen Direktvermarktung", das heißt unter Verzicht auf Förderung über das EEG, von einem Energieversorger zu Spotkonditionen gekauft. Der Energieversorger vergütet dabei die in einem Liefermonat gelieferte Menge elektrischer Energie mit den von der EPEX Spot SE, Paris veröffentlichten Stundenpreisen der täglichen Auktion für die Lieferung elektrischer Energie am jeweils nächsten Tag in der Marktzone Deutschland/Österreich (Day-Ahead-Auktion). Zur Vereinfachung erfolgt die Vergütung in Form einer Jahresgutschrift. Der generierte Strom wird für die Beleuchtung des Radweges, den Betrieb einer Monitoring-Station sowie weiteren kommunale Liegenschaften verwendet.

Der Strom des Solarradweges könnte grundsätzlich auch direkt an angeschlossene umliegende Haushalte, Liegenschaften oder zum Beispiel Ladestationen geliefert werden. Aufgrund der Lage der Anlage in Erftstadt und des fehlenden direkten kommunalen Anschlusses wird der erzeugte Strom jedoch zuerst ins öffentliche Netz eingespeist.

Wie soll sich der Radweg selbst auftauen, wenn er von Schnee bedeckt und vereist ist?

Für diesen Fall - zum Beispiel nachts - wird Strom aus dem Netz zurück in die Solarzellen geführt. Die Zellen erwärmen sich und der Schnee/Eis taut ab.

Woher kommt der Strom für den Tauprozess?

Für diesen Fall - zum Beispiel nachts - wird Strom aus dem Netz zurück in die Solarzellen geführt. Die Zellen erwärmen sich und der Schnee/Eis taut ab.

Wieso eignet sich die der Solar (PV)-Belag für Radwege?

Der PV-Belag ist für schwere Belastungen konzipiert. In der ersten Version erfüllt er die Anforderungen der ZTV Asphalt für die Abscherspannungen, aber noch nicht die Anforderung an Rutschfestigkeit (SRT Wert) (Die Straße verlangt mindestens 50 SRT Einheiten, unser Belag hat derzeit 45 SRT Einheiten erreicht). Daher ist eine Straßennutzung noch nicht möglich. Der Radweg ist aber ein ideales Testfeld, da wir sowohl Fußgänger, als auch Radfahrer und vereinzelt Personenkraftwagen / Lastkraftwagen Überfahrungen haben. Die Radfahrer (und auch Skateboardfahrer), die in Erfstadt schon über den Belag gefahren sind, haben sich über das "Gefühl" beim Fahren durchweg positiv geäußert.

Wie wird der Weg gereinigt?

Hier gibt es keinen Unterschied zu einem herkömmlichen Radweg oder Straße. Entweder reinigt der Regen, die Kehrmaschine (mit Wasser) oder manuell.

Gibt es eine wissenschaftliche Begleitung? Wer führt diese durch?

Bei der Entwicklung des Produktes gab es Unterstützung von der RWTH Aachen, dem Frauenhofer Institut ISE und anderen. Solmove wird die Ertragswerte, die Abtaufunktion und andere Werte in den kommenden Monaten und Jahren beobachten und dokumentieren.

Im Rahmen des Gesamtvorhabens werden weiterhin zwei Dauerzählstellen zur Erfassung des Radverkehrsaufkommens sowie eine weitere Infosäule am Solarradweg installiert. Die Monitoring-Stationen stellen die Informationen über das Nutzerverhalten und im Falle des Solarradweges ebenso über die Energieleistung digital auswertbar zur Verfügung. Der vom Solarradweg erzeugte Strom wird im Rahmen der Evaluation sowie aufgrund der geplanten Direktvermarktung viertelstündlich gemessen.

Eingebunden werden die neuen Zählstellen in das von der Rad Region Rheinland installierte Netz von bereits 46 Dauerzählstellen. Die Zählstellen dienen dazu, die Auswirkungen der im Rahmen der Rad Region Rheinland errichteten Radwegweisung auf die Nutzerzahlen im regionalen Kontext sowie zur Darstellung der allgemeinen Radverkehrsentwicklung zu dokumentieren.

Soll dieser Radweg noch erweitert werden (sind ja nur nur 90 Meter) und sind weitere solche Projekte geplant?

Aktuell ist in Erftstadt keine Erweiterung geplant. In Deutschland sind weitere Projekte zur Ausführung in Vorbereitung.