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Rezyklate

Wie hoch ist die Produktion / der Einsatz von Rezyklaten also wieder gewonnen Kunststoffen derzeit? In welchen Produkten werden Rezyklate eingesetzt?

Nach aktuellen Erhebungen der Wirtschaft wurden in Deutschland im Jahr 2017 etwa 14,4 Millionen Tonnen Kunststoffe verarbeitet. Dabei wurden mit 1,8 Millionen Tonnen, also etwa 12 Prozent Kunststoff-Rezyklate eingesetzt. Der Großteil dieser Rezyklate wurde in Produkten des Bausektors (circa 43 Prozent) und des Verpackungssektors (circa 23 Prozent) verwendet.

Wie können wir den Einsatz von Rezyklaten steigern?

Hohe Recyclingquoten sind die wesentliche Voraussetzung dafür, dass Kunststoffe als Wertstoff erhalten bleiben. Diese Sekundärrohstoffe müssen aber auch nachgefragt und in der Produktion eingesetzt werden. Das Verpackungsgesetz verpflichtet deshalb die dualen Systeme, Hersteller zu belohnen, die recycelte Kunststoffe verwenden. Mit einer Rezyklat-Initiative wird das Bundesumweltministerium für zusätzliche Impulse sorgen. So werden wir zum Beispiel mit Recyclern, Herstellern und Vertreibern darüber sprechen, wie Hindernisse abgebaut und der Rezyklateinsatz gefördert werden kann. Auch das öffentliche Beschaffungswesen kann zur Steigerung der Nachfrage rezyklathaltiger Produkte beitragen. Hierzu wird im Dialog mit Bundesstellen, Ländern und Kommunen geklärt werden, in welchen Bereichen bei der Öffentlichen Beschaffung Produkten mit Rezyklatanteilen der Vorrang gegenüber Produkten aus Primärrohstoffen einzuräumen ist.

Welche Kriterien spielen bei der ökologischen Bewertung von Getränkeverpackungen eine Rolle?

Der Beurteilung der Umweltwirkungen von Getränkeverpackungen erfolgt im Wesentlichen auf der Grundlage von Ökobilanz-Untersuchungen. Das sind zunächst die im Auftrag des Umweltbundesamtes durchgeführten Ökobilanzen von 1995, 2000 und 2002. Hinzu kamen Ökobilanz-Studien, die von privater Seite in Auftrag gegeben und vom Umweltbundesamt geprüft und bewertet wurden. Den Wirtschaftsbeteiligten ist es jederzeit möglich, eigene Ökobilanzen durchführen und durch das Umweltbundesamt überprüfen zu lassen. Zu diesem Zweck wurde im Auftrag des Umweltbundesamtes das Vorhaben "Prüfung und Aktualisierung der Ökobilanzen für Getränkeverpackungen" durchgeführt und als UBA Texte 19/2016 veröffentlicht. Darin wurden gemeinsam mit relevanten Wirtschaftsakteuren, Umwelt- und Verbraucherverbänden sowie Vertretern der Wissenschaft Mindestanforderungen und Qualitätskriterien erarbeitet, die als neuer Standard für das Erstellen von Ökobilanzen für Getränkeverpackungssysteme dienen sollen.

Bei einer solchen Ökobilanz spielen nicht nur abfallwirtschaftliche Kriterien eine Rolle, sondern die gesamten Umweltwirkungen bei Herstellung, Transport, Reinigung und Entsorgung der Getränkeverpackungen. Die Mindestanforderungen an die Erstellung von Ökobilanzen enthalten zum Beispiel Anforderungen an die Methodik zur Berechnung von Umlaufzahlen bei Mehrwegflaschen, an die Bemessung von Transportentfernungen oder an die angemessene Berücksichtigung von Gutschriften für das Recycling.

Wie hoch ist der Anteil der Plastikflaschen, der zum Recycling zurückgegeben wird?

Die Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung schätzt die Rücklaufquote bei Einweg-Kunststoffflaschen auf über 96 Prozent. Hiervon werden nahezu 100 Prozent werkstofflich verwertet.

Was wird konkret getan, um den Eintrag von Kunststoffen in die Umwelt durch die Verwertung von Bioabfällen zu verhindern?

Die Bioabfallverordnung und die Düngemittelverordnung enthalten bereits strenge Grenzwerte für Kunststoffe und andere Fremdstoffe in Bioabfall-Komposten und -Gärrückständen. Die Bundesregierung wird die rechtlichen Anforderungen zur Begrenzung von Kunststoffrestgehalten, zum Beispiel in Komposten, weiter verschärfen.

Die praktische Erfahrung zeigt aber, dass neben strengeren Grenzwerten weitere Maßnahmen erforderlich sind, um eine Verringerung der Kunststoffe im Bioabfall zu erreichen. So hat beispielsweise eine gute kommunale Abfallberatung einen hohen Einfluss auf die Sortenreinheit der getrennt gesammelten Bioabfälle. Das BMU unterstützt daher Kampagnen zur besseren Getrenntsammlung von Bioabfällen.

Was ist mit verpackten Lebensmittelabfällen aus Produktion und Handel?

Verpackte Lebensmittel sind nach den geltenden Regelungen der Bioabfallverordnung kein zulässiger Ausgangstoff für die Bioabfallverwertung. Verpackungsbestandteile müssen vorher ausgeschleust werden. Bund und Länder entwickeln derzeit ein Konzept, um die Trennung der Verpackungsbestandteile von den Lebensmittelabfällen zu verbessern. Gegebenenfalls muss es weitere gesetzliche Regelungen geben.

Warum werden Bioabfälle nicht einfach (gemeinsam mit dem Restmüll) verbrannt?

Bei einer Verbrennung wird lediglich der Energiegehalt der Bioabfälle genutzt, die stofflichen Eigenschaften und wertgebenden Inhaltsstoffe des Bioabfalls bleiben dagegen ungenutzt. In Kompostierungsanlagen entsteht aus Bioabfall ein hochwertiges Düngemittel oder Bodenverbesserer, welche vor allem im Gartenbau und in der Landwirtschaft eingesetzt werden. Dabei kann der Bioabfall sogar mehrfach genutzt werden: Zunächst als Einsatzstoff für Biogasanlagen, um Gas zu erzeugen und daraus Strom- und Wärme zu produzieren. Anschließend kann der Gärrückstand noch zu Düngezwecken verwendet werden.

Lassen sich biologisch abbaubare Kunststoffe gut recyceln?

Auch bei Recyclingprozessen sind biologisch abbaubare Kunststoffe bislang kritisch zu bewerten. Aufgrund ihrer marginalen Mengenanteile bei Kunststoffabfällen ist eine automatische Erkennung und Sortierung dieser Polymere augenblicklich nicht wirtschaftlich darstellbar. Trotz ihrer geringen Mengenanteile am Altkunststoffstrom können sie sich aufgrund ihrer biologischen Instabilität aber negativ auf die Qualität stabiler Kunststoffrezyklate auswirken, was deren Marktfähigkeit negativ beeinflusst.