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Public Viewing

Wann sind die Anstoßzeiten?

Die Fußball-Weltmeisterschaft 2018 umfasst 25 Spieltage vom 14. Juni bis 15. Juli 2018 (bei 7 spielfreien Tagen innerhalb von 32 Tagen). Von den insgesamt 48 Spielen der Vorrunde (Gruppenspiele), bei denen die reguläre Spielzeit von 90 Minuten plus Halbzeitpause von 15 Minuten maßgeblich ist, beginnen (jeweils nach Mitteleuropäischer Sommerzeit, MESZ): 

  • jeweils ein Spiel um 12 Uhr, 15 Uhr, 18 Uhr und 21 Uhr,
  • 9 Spiele um 14 Uhr,
  • 8 Spiele um 16 Uhr,
  • 10 Spiele um 17 Uhr und
  • 17 Spiele um 20 Uhr.

Von den 16 Spielen der Finalrunde, bei denen eine Verlängerung von zweimal 15 Minuten mit einer Pause von 5 Minuten nach Ablauf der regulären Spielzeit sowie ein Elfmeterschießen möglich sind, beginnen: 

  • 7 Spiele um 16 Uhr,
  • ein Spiel um 17 Uhr und
  • 8 Spiele um 20 Uhr.

Selbst wenn Spiele, die um 20 Uhr beginnen, bis 22 Uhr beendet sein sollten, ist davon auszugehen, dass sich Teilnehmer von Public Viewing-Veranstaltungen auch nach 22 Uhr noch im Freien aufhalten, um sich über das Gesehene auszutauschen. Darüber hinaus findet nach 22 Uhr der – Public Viewing-Veranstaltungen zuzurechnende – Abfahrtsverkehr statt. Vor diesen Hintergründen ist der Erlass einer Public Viewing-Verordnung auch bei Spielen, die um 20 Uhr beginnen, geboten.

Wie sind die normalen Lärmschutz-Regeln für diese Art von Veranstaltungen?

Ohne die hier geplante Verordnung würde die Beurteilung der Geräuschimmissionen nach der Freizeitlärm-Richtlinie der Länderarbeitsgemeinschaft für Immissionsschutz (LAI) erfolgen; diese Richtlinie wurde im Landesrecht umgesetzt. Diese Richtlinie gilt unter anderem für Freilichtbühnen, auf denen im Freien Musikdarbietungen et cetera stattfinden.

Normalerweise gelten in allgemeinen Wohngebieten folgende Richtwerte für Freizeitlärm: Bis 20 Uhr: 55 dB (A); 20 bis 22 Uhr: 50 dB (A); nach 22 Uhr: 40 dB(A).

Für sogenannte seltene Ereignisse (18 pro Jahr) gelten grundsätzlich folgende erhöhte Immissionsrichtwerte: Bis 22 Uhr: 70 dB(A), nach 22 Uhr: 55 dB(A).

Bei Public Viewing-Veranstaltungen kann man schätzungsweise von 65 dB ausgehen.

Wie funktioniert die neue Verordnung genau?

Wie bereits bei der Sportanlagenlärmschutzverordnung soll es auch hier eine Ausnahmeregelung geben für "Veranstaltungen von herausragender Bedeutung". Demnach dürfen Behörden nach Abwägung eine Überschreitung der Immissionsrichtwerte einschließlich einer Reduzierung oder Aufhebung der Ruhezeiten und eines Hinausschiebens des Beginns der Nachtzeit zulassen.

Wer entscheidet über die Zulassung von Public Viewing?

Über Ausnahmen zum Lärmschutz und ihre Reichweite entscheiden die örtlichen Behörden. Sie haben im Einzelfall das öffentliche Interesse an der Übertragung der Spiele der Fußball-Weltmeisterschaft 2018 mit dem Schutzbedürfnis der Nachbarschaft gegenüber Lärm abzuwägen.

Wird es jetzt überall Public Viewing-Veranstaltungen geben?

Entscheidend sind die konkreten örtlichen Verhältnisse. Wie bereits erwähnt, haben die Behörden im Einzelfall das öffentliche Interesse an der Übertragung der Spiele der Fußball-Weltmeisterschaft 2018 mit dem Schutzbedürfnis der Nachbarschaft gegenüber Lärm abzuwägen. Bei früheren WM- und EM- Veranstaltungen haben sich die entsprechenden Regelungen bewährt. Die örtlichen Behörden machen von ihren Befugnissen verantwortlich Gebrauch.

Wer muss wo eine Ausnahme beantragen?

Die Zuständigkeiten werden von den Ländern geregelt. Mit Nachfragen bei den örtlichen Umwelt- oder Ordnungsämtern werden die zuständigen Stellen zu ermitteln sein.

Für welchen Zeitraum wird die geplante Sonderverordnung gelten?

Sie tritt einen Tag nach ihrer Verkündung in Kraft (voraussichtlich Mai 2018) und am 31. Juli 2018 wieder außer Kraft.

Umfasst die Verordnung nur Spiele der deutschen Nationalmannschaft oder ist sie auf alle Spiele der Fußball-WM anzuwenden?

Alle Spiele werden erfasst.

Welche Lärmschutzkriterien sind von Bedeutung?

Anhand der konkreten örtlichen Verhältnisse haben die örtlichen Behörden das öffentliche Interesse an der Übertragung der Spiele der Fußball-Weltmeisterschaft 2018 mit dem Schutzbedürfnis der Nachbarschaft gegenüber Lärm abzuwägen. Hierbei sind insbesondere die Abstände von öffentlichen Fernsehdarbietungen zur Wohnbebauung, technische und organisatorische Maßnahmen zur Lärmminderung sowie Umfang, Anzahl und Aufeinanderfolge der zugelassenen Ausnahmen zu berücksichtigen.

Ist es grundsätzlich möglich, dass in einer Kommune alle Fußballspiele der WM gezeigt werden?

Wie erwähnt, sind Einzelfallentscheidungen anhand der konkreten örtlichen Verhältnisse zu treffen.

Gilt die Verordnung auch für den Nachbarn, der sein Fernsehgerät in den Garten stellt?

Die Verordnung erfasst nur öffentliche Veranstaltungen. Hier gelten die Immissionsschutzvorschriften der Länder.

Rechnen Sie mit Problemen im Bundesrat?

Wir folgen mit dieser Verordnung einer ausdrücklichen Bitte der Bundesländer.