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Plastiktüten

Was hat die freiwillige Vereinbarung mit dem Handel zur entgeltlichen Abgabe von Plastiktüten bislang gebracht?

Seit 2016 kosten praktisch alle Plastiktüten im deutschen Handel Geld. Der Verbrauch dieser Tüten ist in der Folge um fast zwei Drittel zurückgegangen. Und er geht weiter zurück. Der Handel hat sich verpflichtet, die Verbrauchsentwicklung jährlich durch ein unabhängiges Marktforschungsinstitut analysieren zu lassen und in Form eines Monitoringberichts hierüber zu berichten.

Wie ist die Ökobilanz von Plastiktüten im Vergleich zu anderen Tüten?

Plastiktüten und Papiertüten schneiden in den Ökobilanzen ähnlich ab. Unterschiede gibt es beim Verhalten in der Umwelt. Unsachgemäß, "wild" entsorgte Plastiktüten tragen Kunststoffpartikeln in die Umwelt ein, welche dort über viele Jahrzehnte verbleiben und vor allem Meerestiere schädigen können. Im Gegensatz zu Papiertüten sind Plastiktüten jedoch stabiler, insbesondere bei Nässe, und können öfter genutzt werden. Den größten ökobilanziellen Vorteil bringt es jedoch, wenn statt Einwegtragetaschen welchen Materials auch immer Mehrwegsysteme, zum Beispiel der Einkaufsrucksack zum Einsatz kommt.

Substitutionseffekte: Haben sich Verbraucher statt für Plastiktüten im Supermarkt stärker für Papiertüten entschieden oder vermehrt eigene Mehrwegtüten mitgebracht?

Der Verbrauch an Papiertüten ist seit Inkrafttreten der freiwilligen Vereinbarung gestiegen, allerdings nicht in dem Maße, wie der Verbrauch an Plastiktüten zurückgegangen ist. Dass die Verbraucherinnen und Verbraucher vermehrt Mehrwegbehältnisse zum Transport ihrer Einkäufe nutzen, liegt nahe.

Muss ich zukünftig immer mit einem Kaffeebecher und einer Einkaufstüte im Gepäck rumlaufen?

Sollten? Ja! Müssen? Nein. Wir gehen davon aus, dass es trotz unserer Anstrengungen zur Abfallvermeidung und Mehrwegförderung auch zukünftig hier und da noch Einkaufstüten als auch Einwegbecher geben wird, eben da wo sie gegebenenfalls sinnvoll sind.

Gibt es künftig noch Gemüse- und Obsttüten?

Die Supermärkte bieten nach wie vor besonders leichte Obst- und Gemüsetüten aus Plastik an. Sie probieren aber auch andere Verfahren aus: Obst und Gemüse wird auf der eigenen Schale mit einer Codierung versehen, das eine Art Preisschild und Herkunftsangabe darstellt. Das vermeidet Verpackungen. Möglicherweise liegt darin schon eine Lösung für bestimmte Produkte. Um lose verkauftes Obst und Gemüse zu verpacken, werden bereits mehrfach verwendbare Netze erprobt. Das ist sicher eine gute Lösung. Kontraproduktiv wäre es, auf die ultraleichten Tütchen zu verzichten und stattdessen feste Tragetaschen anzubieten, da dann der Materialverbrauch ansteigt und nicht sinkt.

Was bei Plastiktüten funktioniert hat, kann auch bei anderen Produkten funktionieren. Inwiefern ist das BMU hier aktiv?

In Deutschland soll der Einsatz von Mikroplastik in Kosmetika so schnell wie möglich, spätestens aber bis 2020 beendet sein. Das wurde im Kosmetikdialog des Bundesumweltministeriums mit den Kosmetikherstellern vereinbart. Zahnpasten sind laut Angaben der Hersteller mittlerweile weitgehend mikroplastikfrei. Die Daten der Hersteller werden derzeit überprüft. Sollte das Ziel des Komplettverzichts bis 2020 nicht vollständig erreicht sein, werden wir uns auch innerhalb der EU für ein generelles Verbot von Mikroplastik in Kosmetika einsetzen. Auch bei Verpackungen wollen wir mit dem Handel über zusätzliche Anstrengungen zum Verzicht auf überflüssige Verpackungen sprechen.