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Insektenschutz

Stechen Hummeln?

Hummeln, genau wie andere Wildbienenarten stechen nur in Ausnahmefällen, und zwar nur dann, wenn sie in Gefahr sind. Ohnehin verfügen nur die Weibchen über einen Stachel, weshalb, wie bei allen anderen Wildbienen auch, nur sie überhaupt erst zu einem Stich in der Lage sind. 

Sind Bienen gefährlich?

Da die meisten Wildbienenarten als Einzelgänger leben, macht ein Verteidigungsverhalten schon deshalb keinen Sinn, weil es keinen eigenen Staat zu schützen gilt. Wenn mehrere Honigbienen einen Bären mit Stichen attackieren, der versucht, an die Larven und den Honigvorrat im Nest zu gelangen, dient der Tod etlicher Arbeitsbienen dem Schutz des Bienenstaates. Bei den nicht-staatenbildenden Bienenarten wäre das Einlassen auf einen Kampf fatal, denn die Wahrscheinlichkeit, dass das nestbauende Weibchen verletzt oder getötet wird, wäre groß. Das Weibchen kann sich also einen solchen Kampf nicht "leisten"; sie würde dadurch die erfolgreiche Fortpflanzung aufs Spiel setzen. Deshalb reagieren Wildbienen bei Störungen oder Bedrohungen immer mit Flucht. Eine Ausnahme unter den Wildbienen ist die Baumhummel (die ja ebenfalls Staaten bildet), da sie in Nestnähe mit einem Verteidigungsverhalten reagieren kann. Selbst andere Hummelarten zeigen am Nest grundsätzlich kein Verteidigungsverhalten oder erst bei Zerstörung des Nestes (zum Beispiel die Dunkle Erdhummel) Nur bei unmittelbarer Bedrohung ihres Lebens (zum Beispiel bei Quetschung) setzen Wildbienen-Weibchen ihren Stachel ein. Allerdings sind viele Arten nicht in der Lage, damit die menschliche Haut zu durchbohren oder haben einen so schwachen Stich, dass er nur ein leichtes Brennen verursacht, das bereits nach kurzer Zeit abklingt.

Gibt es in Deutschland auch Honig von Wildbienen?

Bei uns wird der Honig ausschließlich von Honigbienen produziert. Davon abgesehen sind unsere wilden Bienenarten oftmals aber sehr viel bessere Bestäuber. 

Sind Hornissen giftiger als Wespen oder Bienen?

Unsere Hornissen sehen zwar bedrohlich aus, aber ihr Gift ist weitaus weniger wirksam als zum Beispiel das einer Honigbiene.

Kann eine Libelle beißen?

Die großen unter den heimischen Libellenarten können mit ihren unteren Mandibeln einen Menschen in den Finger zwicken. Es gehört allerdings sehr viel Geschick dazu eins der Tiere zu fangen. Keine unsere 81 Arten käme auf die Idee, einem Menschen zu nahe zu kommen. Sie sind weder angriffslustig noch können sie stechen.

Was machen Insekten im Winter?

Unsere Insekten haben viele unterschiedliche Strategien entwickelt um die kalte Jahreszeit zu überstehen. Marienkäfer und manche unserer Schmetterlinge zum Beispiel verfallen in eine Art Winterstarre. Findet man die leblos wirkenden Tiere, sollte man sie an einen trockenen, kühlen Ort bringen und in Ruhe lassen. Sie werden im Frühling wieder aktiv. Ein Großteil unserer Schmetterlingsarten überwintert allerdings als Ei, Larve oder Raupe. Unsere Wildbienen haben von Art zu Art ganz unterschiedliche Überwinterungsstrategien. Manche überwintern als Larve in der Erde, in Totholz oder in Pflanzenteilen andere als fertig entwickelte Biene. Bei den Wespen und Hummeln überleben nur die Königinnen den Winter und legen dann wieder neue Eier, aus denen die nächste Generation heranwächst. Unsere Libellen überwintern entweder in Eiform im Boden oder in Pflanzenteilen oder als Larve im Süßwasser. 

Wie verhalte ich mich richtig im Umgang mit Insekten?

Die erste Regel beim richtigen Umgang mit Insekten ist Ruhe bewahren! Um friedlich zusammen zu leben, hilft in der Regel schon das richtige Verhalten. Zwar stechen nur die wenigsten Insektenarten, aber trotzdem gilt: Nicht nach den Tieren schlagen, sie quetschen oder anpusten, denn davon werden sie eher unruhiger als dass man sie vertreibt.

Vor allem Wespen gesellen sich gerne zu uns an den gedeckten Tisch. Hier hilft es, die Speisen abzudecken und in der Nähe reifes Obst als Ablenkung bereit zu stellen. Manchmal hat man es mit sehr hartnäckigen Artgenossen zu tun, die Partout nicht zu vertreiben sind. In diesen Fällen lohnt es sich zu testen, ob es am eigenen Parfüm oder einem anderen süßen Duft liegen könnte.

Vor allem die Staaten bildenden Insektenarten bauen gerne große Nester. Sollte ein solches am eigenen Haus oder im Garten entdeckt werden, kann man es entweder tolerieren oder einen Experten kontaktieren, der das Nest fachgerecht umsetzt. Je nach Art sterben die Insektenschwärme bis spätestens Anfang November ab und das Nest ist nicht mehr bewohnt. Dann kann das Entfernen ohne Hilfe selbst erfolgen.

In der Regel stechen unsere heimischen Insekten nur, wenn sie sich oder ihr Nest bedroht fühlen. Trotz größter Vorsicht, kann es allerdings doch dazu kommen, dass sie sich stechende Insekten, wie zum Beispiel Wespen, zur Wehr setzen. Als erste Hilfe nach einem Insektenstich verspricht eine Zwiebel- oder Zitronenhälfte Linderung. Mit sanftem Druck den Stich damit eingerieben, wirkt diese beruhigend, kühlend und desinfizierend.

Sollten Sie im Atemwegsbereich gestochen worden sein oder sich nach dem Stich Schwindel, Übelkeit oder Herzrasen einstellen, suchen sie umgehend einen Arzt auf. Bei Atemnot durch Schwellungen und allergischen Reaktionen im Zusammenhang mit Insektenstichen ist keine Zeit zu verlieren.

Welche Auswirkungen kann Glyphosat in der Landwirtschaft haben?

Chemische Wirkstoffe sind seit Langem ein fester Bestandteil der industriellen Landwirtschaft. Art und Umfang ihres Einsatzes sind jedoch ein Problem. Insekten, Pflanzen und Vögel, die damit in Kontakt kommen, können, je nach Art des Pflanzenschutzmittels, durch direkte Effekte geschädigt werden und sterben. Daneben können Pflanzenschutzmittel wie Glyphosat die biologische Vielfalt nachweislich gefährden, vor allem, wenn durch indirekte Effekte – durch die starke Reduzierung der sogenannten Nahrungsnetze – der Bruterfolg ausbleibt. 

Was bedeutet biologische Vielfalt?

Die biologische Vielfalt umfasst drei Bereiche: die Vielfalt der Arten und Lebensräume sowie die genetische Vielfalt innerhalb der einzelnen Pflanzen- und Tierarten. Diese drei Aspekte hängen eng zusammen und beeinflussen sich gegenseitig.

Wie viele Tier-, Pflanzen- und Pilzarten gibt es? Sind alle schon erforscht und bekannt?

Nach derzeitiger Schätzung könnte es zwischen 10 und 100 Millionen Arten auf der Erde geben, Experten gehen von circa 15 Millionen Arten aus, von denen aber bislang nur etwa 1,8 Millionen bekannt und wissenschaftlich beschrieben sind. Mehr als die Hälfte davon sind Insekten, die wiederum fast dreimal so viele Arten umfassen wie die Pflanzen.