BMU Website

Navigation

Von hier aus koennen Sie direkt zu folgenden Bereichen springen:

https://www.bmu.de/DL1847
01.04.1998 | Informationspapiere und Hintergründe | Wirtschaft und Umwelt

Selbstverpflichtungen durch TEGEWA und TVI-Verband zur Klassifizierung von Textilhilfsmitteln nach ihrer Gewässerrelevanz

Mit Zustimmung des BMU geänderte Fassung vom 1. April 1998

Die Enquete-Kommission "Schutz des Menschen und der Umwelt" des 12. Deutschen Bundestages hatte 1994 empfohlen, eine Informationssammelstelle zur ökologischen Klassifizierung von Textilchemikalien einzurichten. Vor diesem Hintergrund erarbeitete der Verband der Textilhilfsmittel-, Lederhilfsmittel-, Gerbstoff- und Waschrohstoff-Industrie e. V. (TEGEWA) ein Konzept für die Klassifizierung von THM nach ihrer Gewässerrelevanz. Das Konzept war einfach und orientierte sich an der betrieblichen Praxis der Unternehmen.

Mit seiner Selbstverpflichtung verpflichtete sich TEGEWA, seinen Mitgliedsfirmen die Klassifizierung der von ihnen hergestellten und in Verkehr gebrachten Textilhilfsmittel zu empfehlen. Mit der Klassifizierung sollte den Anwendern in der Textilveredelungsindustrie die Möglichkeit gegeben werden, unter Mitteln des gleichen Verwendungszwecks die unter Umweltaspekten günstigste Variante auszuwählen.

Eine Selbstverpflichtung des Gesamtverbandes der Deutschen Textilindustrie (TVI-Verband) ergänzt das TEGEWA-Konzept. Gemäß dieser Selbstverpflichtung empfiehlt der TVI-Verband seinen Mitgliedsfirmen, nur noch Textilhilfsmittel zu verwenden, die nach dem Bewertungskonzept eingestuft sind und dabei möglichst solche zu bevorzugen, die weniger gewässerrelevant sind. So sollte ein Trend zum Einsatz umweltverträglicherer Produkte ausgelöst werden: Seitens der Hersteller durch Bereinigung der Rezepturen, seitens der Anwender (Käufer) durch Auswahl ökologisch günstig eingestufter Mittel. Der daran zu messende Erfolg der Selbstverpflichtung wurde durch die Zahl der Mittel und der Absatzmengen in den einzelnen Einstufungsklassen dokumentiert.

Das Ziel, besonders gewässerrelevante Textilhilfsmittel zu substituieren und vom Markt zu nehmen, wurde – im Rahmen des technisch Möglichen – erreicht. Die Menge der stark abwasserrelevanten Stoffe wurde zwischen 1997 und 2004 um 83 Prozent gesenkt. Als Nachweis für die Wirksamkeit der Selbstverpflichtung wurden bis 2004 jährlich Daten über Menge und Anzahl der verkauften Textilhilfsmittel je Abwasserrelevanz erhoben.