Transformationsfeld der Digitalagenda

Naturschutz, Land- und Wasserwirtschaft

Illustration Umweltpolitische Digitalagenda

Die Vielfalt an Tieren und Pflanzen sowie gesunde Ökosysteme sind unsere Lebensgrundlage. Und doch geht die Biodiversität weltweit zurück. Digitale Verfahren können dabei helfen, Arten zu erkennen, den Zustand von Populationen und Lebensräumen zu erfassen beziehungsweise zu bewerten und entsprechende Handlungsempfehlungen zu entwickeln.

Die für 2020 vorgesehenen Errichtung des nationalen Monitoringzentrums zur Biodiversität soll Erkenntnisse zum Zustand und zu Veränderungen der biologischen Vielfalt in Deutschland liefern. Ein entsprechend vernetztes Äquivalent für Europa ist ebenfalls geplant.

Potenziale digital gestützter Präzisionslandwirtschaft nutzen

Eine zentrale Ursache für den Rückgang der Biodiversität ist die Intensivierung des Agrarwesens. Die digital gestützte Präzisionslandwirtschaft soll deshalb die Belange von Natur- und Umweltschutz mit denen der Agrarwirtschaft vereinen. Dazu gehören etwa mehr Transparenz in der Produktion, die vereinfachte Umsetzung und Einhaltung von Umweltauflagen sowie der witterungs- und bedarfsbedingter Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmittel. Kleinere Geräte können schwere Maschinen ersetzen und hochauflösende Satellitenbilder dabei helfen, Agrarräume naturverträglicher zu organisieren.

Zugang zu Daten, Vernetzung und Plattform

Damit die "Landwirtschaft 4.0" den Umwelt- und Naturschutz fördert, sind der Zugang zu Daten sowie deren Vernetzung relevant. Ein gutes Beispiel für eine nachhaltige und standortspezifische digitale Unterstützung zur Bewirtschaftung ist die Open-Source-GeoBox-Initiative aus Rheinland-Pfalz. Die Plattform verknüpft betriebliche mit öffentlichen Daten zu Klima, Wetter, Böden, Wasser und anderen Umweltbedingungen. So dient sie Landwirtinnen und Landwirten als Entscheidungshilfe für eine umweltschonende wie ressourceneffiziente Produktion.

Als Beitrag zur nachhaltigen Landbewirtschaftung mit ganzheitlicher Landschaftsbetrachtung plant das BMU zudem regionale Reallabore, in denen neue digitale Ökosystemdienstleistungen erprobt werden.

Digitale Wasserwirtschaft für bessere Daseinsvorsorge

Auch für die Herausforderungen der deutschen Wasserwirtschaft gibt es digitale Lösungsansätze: effizientere Betriebe, die Einsparung und Rückgewinnung von Energie und Ressourcen sowie digitalisierte Planungsverfahren für den Bau und Unterhalt der wasserwirtschaftlichen Infrastruktur. Bei der Ver- und Entsorgung sowie im Hoch- und Niedrigwasserschutz können digitale Technologien Kosteneffizienz und Servicequalität, Vollzug, Sicherheit und zuverlässige Daseinsvorsorge fördern. Zusammen mit anderen Bundesbehörden und den Ländern wird sich das BMU daher für den Aufbau eines webbasierten Niedrigwasserinformationssystems engagieren.  

Future Forst

Im Rahmen seiner KI-Leuchtturminitiative fördert das BMU das Projekt "FutureForst", das verschiedene Szenarien zum Waldumbau untersucht. Dafür aggregiert es Umwelt- und Wetterdaten sowie Daten zur Schädlingsentwicklung und Luftverunreinigung und wertet sie aus. Daraus sollen Entscheidungshilfen für den nachhaltigen Waldumbau entwickelt werden.