Transformationsfeld der Digitalagenda

Nachhaltiger Konsum

Illustration Umweltpolitische Digitalagenda

Online-Shopping rund um die Uhr, personalisierte Werbung und Einkaufstracking – die Digitalisierung hat maßgeblichen Einfluss auf das Konsumverhalten von Verbraucherinnen und Verbrauchern. Aufgabe der Umweltpolitik ist deshalb, nachhaltigen Konsum mittels digitaler Lösungen zu fördern und digitale Märkte umweltfreundlicher zu gestalten. Der Handel muss umweltgerechte Kommunikations-, Informations- sowie Vermarktungsstrategien entwickeln und umsetzen. Damit Verbraucherinnen und Verbraucher souveräne Konsumentscheidungen treffen können, braucht es Transparenz und die Einführung eines digitalen Passes für Produkte und Dienstleistungen.

Informierte Konsumentscheidungen ermöglichen

Digitale Lösungen wie Apps oder digitale Assistenzsysteme für den Massenmarkt sollten ermöglichen, einfach auf Informationen zu Herstellung, Umweltwirkungen, Zusammensetzung, Nutzung, Reparierbarkeit und Wiederverwertbarkeit zuzugreifen. Zudem sollten alternative Produkte oder Dienstleistungen zugänglich gemacht werden.

Onlinehandel und Plattformen gestalten und regulieren

Der Onlinehandel wächst rasant. Hier kommt es zukünftig darauf an, Informationen für eine nachhaltige Kaufentscheidung nutzerfreundlich verfügbar zu machen. Das BMU legt deshalb einen Schwerpunkt auf die Gestaltung und Regulierung von Plattformen, Marktplätzen sowie dem Onlinehandel.

Marktüberwachung stärken

Der wachsende Onlinehandel hat direkte und indirekte Umweltauswirkungen: durch das steigende Transportaufkommen, durch Logistik, Verpackung und Retouren. Aber auch, weil Produkte aus Nicht-EU-Ländern in den europäischen Markt kommen, die sich nicht an die hiesigen Vorgaben halten müssen – etwa, wenn es um verbotene Stoffe geht.

In der neuen EU-Marktüberwachungsverordnung wird der Onlinehandel (Fulfillment-Center) deshalb ausdrücklich geregelt. Das BMU setzt sich darüber hinaus für die Einführung einer Prüfpflicht ein, nach der elektronische Marktplätze nachweisen müssen, ob angebotene Produkte ordnungsgemäß registriert sind. Zudem wird die Bekämpfung des illegalen Onlinehandels mit bedrohten und geschützten Arten forciert.

Retouren sind kein Abfall

Schätzungen zufolge werden jährlich funktionsfähige Waren im Wert von mehreren Milliarden Euro vernichtet. Das BMU will eine Obhutspflicht im Kreislaufwirtschaftsgesetze einführen: Überhänge und Retouren dürfen danach nur noch vernichtet werden, wenn dies zum Beispiel aus Sicherheits- oder Gesundheitsgründen nötig ist.

Videos und Musik – Streaming ohne schlechtes Gewissen

Von 2017 bis 2022 wird eine Verdreifachung des weltweiten Datenverkehrs auf rund 400 Milliarden Gigabyte pro Monat erwartet. Ein großer Teil entsteht beim Streamen von Videos in immer höherer Qualität. Deshalb setzt sich das BMU nicht nur für effizientere Rechenzentren ein, sondern auch für verpflichtende Vorgaben zur Standardauflösung, zum Autoplay oder zur Einblendung von Werbevideos, um die Datenraten zu verringern.