Transformationsfeld der Digitalagenda

Industrie 4.0 & Kreislaufwirtschaft

Illustration Umweltpolitische Digitalagenda

Industrie 4.0 macht Unternehmen flexibler und erschließt neue Potenziale – etwa durch automatisierte und selbstlernende Fertigungs- und Logistiksysteme. Die damit einhergehende stärkere Datennutzung schafft neue Geschäftsmodelle und Dienstleistungen, bedarf aber auch sicherer Standards.

Digitaler Produktpass

Eine zentrale Maßnahme der Umweltpolitischen Digitalagenda ist die Einführung eines standardisierten digitalen Produktpasses. Er soll alle wichtigen Umwelt- und Materialdaten eines Produkts umfassen. Dies erleichtert Unternehmen, die verpflichtenden Reportings zu erstellen und schafft Transparenz für Abnehmerinnen und Abnehmer und Verbraucherinnen und Verbraucher.

Daten und Technologien für besseres Recycling

Standardisierte Daten zu Produkten und Abfallströmen können Anlagen in der Abfallwirtschaft weiterentwickeln. Ein wichtiger Schritt ist der Auftrag an die Europäische Chemikalien-Agentur, für Betreiber von Abfallbehandlungsanlagen eine Datenbank über besorgniserregende Stoffe einzurichten, um diese zukünftig aus dem Wertstoffkreislauf auszuschleusen. Zudem fördert das BMU Demonstrationsprojekte in dem Reallabor "Digital vernetzte Modellkommune". Dort sollen Lösungen für die Probleme der Abfallwirtschaft gefunden werden, die ihre Sammellogistik in verdichteten Städten sowie zersiedelten ländlichen Räumen effizient gestalten muss. Auch gibt es bereits Apps, die Verbraucherinnen und Verbraucher motivieren, Abfall zu vermeiden oder bewusster zu trennen. 

Potenziale der Digitalisierung für die Produktion: Progress III

Die dritte Auflage des Deutschen Ressourceneffizienzprogramms (ProgRess III) identifiziert Standardisierungs- und Normungsbedarfe in der Produktion. Und sieht den Aufbau einer Open-Data-Plattform zum Ressourcenschutz vor. Sie soll dabei helfen, Fortschritte, Fehlentwicklungen und Handlungsbedarf bei der Ressourcenpolitik zu erkennen und die öffentliche Datenbasis für einzelne Stoffströme sowie für deren Umweltrelevanz zu erweitern.

Betriebliches Umwelt- und Energiemanagement erleichtern

Ein wichtiges Instrument für den systematischen betrieblichen Umweltschutz ist das freiwillige europäische Umweltmanagementsystem EMAS (Eco-Management and Audit Scheme). Neben der Verbesserung der Umweltleistung bietet EMAS auch wirtschaftliche Chancen: Potenziale zur Einsparung von Ressourcen werden erkannt und die Rechtssicherheit durch die überprüfbare Einhaltung von Vorschriften erhöht.

Passgenaue Förderprogramme

Die Förderung digitaler Industrieinnovationen für Klima- und Ressourcenschutz stärkt die Handlungsfähigkeit in Industrie und Kreislaufwirtschaft. Anlagen zur Luftreinhaltung oder zur Abwasserbehandlung können zum Beispiel direkt mit digital gesteuerten Produktionsprozessen verknüpft und effizienter werden. Das BMU stellt im Rahmen seines Umweltinnovationsprogramms (UIP) Mittel aus dem Energie- und Klimafonds (EKF) für Investitionen zur Dekarbonisierung im Industriesektor zur Verfügung. Neuer Förderschwerpunkt: Digitale Technologien.